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Mit Wasser und Strom wäre alles einfacher

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Peter Kowarschik gefällt die Idylle rund um den Waldzeltplatz, am Platz selbst gibt es aber einiges zu verbessern, findet er. © Red

Usingen-Eschbach . Der jüngste Bericht über den Waldzeltplatz hat ordentlich für Gesprächsstoff gesorgt. Erstaunlich dabei: Nur wenige negative Stimmen kamen in der Redaktion an. Und einer, der es sehr gut findet, dass das Thema endlich angegangen wird, ist Peter Kowarschik. Der Bad Homburger betreut seit über 20 Jahren im unteren Bereich des Areals mehrere Flächen, eine nutzt er selbst, zwei sind verpachtet.

Und wie sich der Platz vor allem im oberen Bereich gewandelt hat, missfällt dem 80-Jährigen extrem. »Der Bericht hat den Nagel auf den Kopf getroffen«, sagt er und lädt gleich zum einem Rundgang ein.

Er sieht den Platz deutlich zweigeteilt. Im unteren Bereich sind noch einige Nutzer der ersten Stunde aktiv. Wer nicht selbst dort seine Ruhe suche, achte »bei der Verpachtung auf jeden Fall darauf, wer sich dort niederlässt«, sagt er. So habe er nun einen neuen Nachbarn, der gleich drei Parzellen nutze und diese auch in der Reihe halte. »Eigentlich wollen wir alle nur unsere Ruhe am Wochenende oder wenn wir Urlaub machen«, sagt der Rentner. Das sei im unteren Bereich auch durchaus der Fall.

Aber: »Viele von uns sind nicht glücklich mit dem Zustand in einigen Bereichen im oberen Areal«, sagt er. Oft sei die Polizei da, viel Müll liege in den Vorgärten. »In den letzten drei Wochen hat sich die Lage etwas verbessert, aber dort wohnen inzwischen einige, die es mit der Ordnung und dem Zustand nicht ganz so eng sehen«, formuliert er vorsichtig. Und Kowarschik weiß, dass auch einige Räumungsklagen anhängen. »Wir haben auch den Müllcontainer abräumen lassen, weil dort alte Reifen und Autoteile drin lagen - dabei war er nur für den Hausmüll gedacht.«

Gaststätte wiederbeleben?

»Der Verein hat zwar inzwischen zwei Platzwarte, aber die sind ja nach ihrem Feierabend um 17 Uhr nicht mehr da. Eigentlich müsste es mehr soziale Kontrolle geben.« Und die sei vor allem durch die Wiederbelebung der Gastronomie zu erreichen. »Nur wer will in das Gebäude viel Geld reinstecken und muss dann auch noch ohne Stromanschluss auskommen?«, fragt er.

Einbrüche und Vandalismus

Und spricht damit ein Problem an, das fast alle Pächter beschäftigt: Einbrüche und Vandalismus häufen sich. »Hätten wir nachts über Bewegungsmelder Licht auf dem Gelände und wäre die Gaststätte in Betrieb, sähe die ganze Sache anders aus.« Dann kämen auch wieder Wanderer oder Radler vorbei, der Platz sei belebt, böse Buben würden abgeschreckt. »Erst kürzlich hat man auch versucht, bei mir einzubrechen. Ich habe inzwischen alles mit Schlössern gesichert«, sagt Kowarschik.

Er selbst hat sich über ein Windrad und Solaranlagen, die Batterien speisen, einem Generator und Gas eine Art Eigenversorgung gebaut - was auch nicht ganz billig war. »Es wird natürlich schwer, alle Grundbesitzer unter einen Hut zu bekommen. Aber mit Wasser und Strom wäre hier alles viel einfacher.« Das Thema sei wichtig und müsse in der Eigentümerversammlung auch angesprochen werden. Vor allem müssten einige Verpächter mehr auf die Grundstücke achten. Ein Kanal verläuft entlang des Geländes, aber die Anschlüsse zu den Parzellen fehlen. Und Wasser holt sich der Bad Homburger mit Kanistern und dem Auto im oberen Bereich an einem Hahn.

Die Kritik am ersten Artikel kann er nicht verstehen. »Es muss doch jedem Eigentümer daran gelegen sein, dass der Platz in einem guten Zustand ist, schließlich geht es hier ja auch um Werte. Und die Grundstücke finden sicher weniger Interesse, wenn so viel Müll herumliegt und die Ordnungskräfte oft hier im Einsatz sind.« Das sei doch eine Art Weckruf gewesen.

Investition erhöht Grundstückswert

Dass inzwischen auch für Camper Stellplätze eingerichtet sind, findet er gut, nur: »Wer stellt denn hier einen Wohnwagen oder Camper hin, wenn er keinen Strom und keinen Wasser- oder Abwasseranschluss hat? Ich denke, dass auch hier wir Eigentümer uns zusammenraufen müssen und eine Lösung finden. Natürlich wäre eine Stromleitung teuer, aber die Kosten durch alle geteilt würde ja auch am Ende bezahlbar und den Wert der Grundstücke erhöhen. Und wenn dann noch ein Kanalanschluss möglich wäre...«

Ein weiterer Verpächter, der aufgrund einer laufenden Räumungsklage nicht genannt werden will, sieht es genauso. »Ich habe das Areal geerbt und sehe nun, wie der Preis verfällt, weil immer mehr Nutzer sich hier komplett niederlassen und dann auch noch für Randale und Müll sorgen. Dagegen müssen wir gemeinsam vorgehen.«

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