Pianist Roman Zaslavsky

Das Musik-Medium

  • schließen

Mit Unterbrechung lebt der Pianist Roman Zaslavsky bereits seit zehn Jahren in Oberstedten. Hier fühlt er sich wohl und kann Energie tanken für seine Konzertreisen, die ihn rund um den Globus führen.

Roman Zaslavsky ist ein Glückspilz: Er hat sein besonderes Talent zum Beruf machen können, spielt erfolgreich als Solist in den renommierten Konzertsälen der Welt und hat in Oberstedten eine für ihn perfekte Basis gefunden um aufzutanken. Und nicht nur das: Auch seine Nachbarn wissen es zu schätzen, in der Nähe eines virtuosen Pianisten zu leben. Obwohl der Künstler aus Rücksichtnahme stets mit geschlossenen Fenstern übt, fordern ihn die Nachbarn im Sommer auf, doch ruhig bei geöffneten Fenstern zu spielen. „So verständnisvolle Nachbarn sind etwas Besonderes“, findet Zaslavsky.

Seinen Flügel hat er schon seit vielen Jahren. „Als Pianist braucht man ein robustes Instrument, das acht bis neun Stunden tägliches Üben aushalten und verzeihen kann“, sagt er. Der Künstler, der sein Alter nicht preisgeben will („Kunst hat kein Alter“), lebt mit Unterbrechung seit zehn Jahren in Oberstedten und ist ein begeisterter Taunusbürger. „Ich fühle mich in Oberstedten als Künstler und Kosmopolit sehr wohl“, betont er. „Es gibt für mich keinen schöneren Fleck als den Taunus.“

In Oberursel hat er in Gavriel Lipkind einen seelenverwandten Künstler getroffen, mit dem er als Duo auftritt. „Wir haben uns als Studenten kennengelernt. Daraus ist eine wunderbare Freundschaft geworden.“ Erst kürzlich waren die beiden Musiker gemeinsam auf Japan-Tournee. „Gavriel ist wie ich vor einiger Zeit aus Israel nach Deutschland gekommen“, berichtet Zaslavsky, der vorwiegend als Solist auftritt. „Wenn ich im Duo spiele, dann nur mit Gavriel.“ Im Oktober waren die beiden mit ihrem Schumann-Brahms-Programm „Weggefährten“ in der Tonhalle Zürich zu Gast. Am 19. Februar spielen sie dieses Programm im Mozartsaal der Alten Oper Frankfurt.

Wer in Konzerte wie diese gehe, brauche keine Vorkenntnisse. „Musik ist eine universelle Sprache, die für sich spricht“, betont der Pianist. „Genau das ist für mich die Essenz der Deutschen Romantik.“ Apropos Romantik: Dass Zaslavsky Deutschland als neue Heimat ausgewählt hat, hat mit seinem Selbstverständnis als Künstler zu tun. „Ich habe mich dafür entschieden, auch in Deutschland zu studieren, weil ich hier ein großes Stück Kultur finde. Ich wollte das Land, aus dem Brahms und Schumann kommen, besser kennenlernen“, erläutert Zaslavsky. „Ich verstehe es als meine Pflicht zu verstehen, in welchem Umfeld diese beiden Komponisten gelebt und gewirkt haben.“

Geboren und aufgewachsen ist Zaslavsky in St. Petersburg. Mit fünf Jahren hat er mit dem Klavierspielen begonnen. Schnell habe der Lehrer festgestellt, dass er einen Jungen mit außergewöhnlicher musikalischer Begabung vor sich habe.

Doch Zaslavsky hätte auch Profisportler werden können. „Ich war in meiner Jugend Leistungssportler. Von meinem zehnten Lebensjahr an gehörte Fechten, neben dem Klavierspielen, zu meinem Lebensinhalt“, blickt er zurück. „Und ich habe sehr männlich gefochten – mit dem Säbel.“ Disziplin sei deshalb für ihn schon als Kind von hoher Bedeutung gewesen.

Der Moment der Entscheidung – Fechten oder Klavier – kam, als Zaslavsky 17 Jahre alt wurde. „Da ich mir ein Leben ohne Musik überhaupt nicht vorstellen konnte und so besessen davon war, habe ich mich für das Klavier entschieden.“ Doch durch den Sport habe er gelernt, schrittweise zum Erfolg zu kommen.

Roman Zaslavsky begann sein Studium am St. Petersburger Konservatorium und setzte seine Ausbildung dann in Tel Aviv an der Rubin-Academy of Music fort. Sein Studium beendete er mit Auszeichnung an den Musikhochschulen in Frankfurt und Karlsruhe.

Als Solist spielt Roman Zaslavsky mit so berühmten Orchestern wie dem London Symphony Orchestra. Egal, ob in Japan, Südamerika oder Frankfurt – für den renommierten Pianisten ist jede Bühne eine Plattform, „um mich als Künstler, mit meinen Gedanken und Gefühlen auszudrücken“.

Sich selbst versteht der Klaviervirtuose als Medium zwischen Komponist und Publikum. „Das ist wie eine Kettenreaktion“, so Zaslavsky. „Ich bin dafür da, ein Stück Papier zum Klingen zu bringen.

Wer Roman Zaslavsky spielen hören möchte, kann am Freitag, 19. Februar, 20 Uhr, sein Konzert mit Gavriel Lipkind in der Alten Oper Frankfurt besuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare