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Die Akteure von JunGkreativ haben viel Spaß bei den Proben für die "Schottische Erbschaft", freuen sich aber auch auf zwei Aufführungen im Bürgerhaus.

Theatergruppe JunGkreativ

Der Nachwuchs schielt aufs Erbe

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Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht. Wenn die buckelige Verwandtschaft dann kommt, um beim Erbe abzusahnen, kann das amüsant, aber auch brandgefährlich sein. Beides zeigt das Theaterstück „Schottische Erbschaft“ der Landjugendgruppe „JunGkreativ“.

Am Ende sind alle tot. Das ist nichts Neues bei der Theatergruppe „JungKreativ“ der Wehrheimer Landjugend. Sie lieben rabenschwarze Killer-Komödien, bei denen eine Leiche nach der anderen auf der Bühne liegt.

Nach einer Auszeit von vier Jahren möchten sie mit ihrem neuen Stück: „Schottische Erbschaft“ von Ludwig Bender erneut die Zuschauer erschauern lassen. Mit „Zickenalarm“ hatte es im Jahr 2011 angefangen – damals und in den Folgejahren noch unterstützt von Mitgliedern der erwachsenen Theatergruppe – vor allem Andrea Hartmann, die Regie führte. Bei der ersten Aufführung stand der Humor im Vordergrund, bei der anschließenden Krimi-Komödie „Erbe, wem Erbe gebührt“, ging es schon um ihr Lieblingsthema, das Erben, mit Blicken in abgrundtief schlechte Seelen.

Comeback nach Nachwuchsschwund

Mit „Dinner for NoOne“ hatten die Akteure von „JungKreativ“ die Messlatte hochgelegt, aber auch damit überzeugten sie mit einer großen Portion rabenschwarzem englischen Humor. Nach den mörderischen Henks begaben sich die Schauspieler 2015 mit „Mord an Bord“ aufs Schiff und nach Art von Miss Marple in äußerst gefährliche Fahrwasser. Danach war erstmal Schluss. „Durch Ausbildung und Studium gingen viele von Wehrheim weg“, sagt Sophie Hartmann.

Doch dann kam im September der Kulturabend von Landjugend und Sängervereinigung und die Anfrage, eine Szene aufzuführen. Das kleine Stück – natürlich ging es wieder ums Erben – hat so viel Spaß gemacht, dass der Gedanke, erneut auf der Bühne zu stehen, nicht weit war. „Wir waren angefixt“, betonen die Akteure.

Schottische Erbschaft

Es war nicht schwer, weitere Schauspieler zu finden, um die Schottische Erbschaft zu inszenieren. „Wir mussten sogar zwei Rollen dazuschreiben“, so Hartmann. Sie spielt die Rolle der Lady Eloise Saintsbury im neuen Stück, das sie zusammen mit den Darstellern – passend zu den Akteuren und deren Vorstellungen – umgeschrieben hat. Marvin Ziegele, Malena Schmidt, Tobias Mosterts, Jonas Müller, Tabea Gido, Nicolas Aigner und Lisa Brähler lieben schwülstige Übertreibungen und nehmen gerne jedes Klischee in die Rollen auf. Jeder einzelne hat den Charakter, den er spielt, besonders ins Visier genommen. Für die Darsteller ist der Weg das Ziel. Sie lieben es, ihre Stücke auf der Bühne zu präsentieren, sagen aber auch: „Wir haben so viel Spaß bei den Proben, dass es sich schon dafür lohnt.“

Der Zusammenhalt ist ihnen wichtig, deshalb freuen sie sich jetzt schon auf das Probenwochenende, bei dem die Erbschaft ihren Feinschliff bekommt.

Im Stück möchte Schlossherr George Dawson die um sein Erbe gierenden Verwandten um selbiges bringen. Er möchte die Erbschleicher von seinem Ableben überzeugen und frei von weltlichen und materiellen Verpflichtungen ein ruhiges Leben führen. Doch nicht, ohne sie zuvor gehörig zu düpieren, was zu amüsanten Lügen, Irrungen und Wirrungen führt. Das Spielgeschehen und seine Figuren garantieren – auch mit Unterstützung von Franziska Kreuz – einen Lustspielabend mit Spitzen und Abgründen, aber auch vielen Höhepunkten.

Zur Aufführung kommt das Stück am Freitag, 12., und Samstag, 13. April, im Bürgerhaus. Beginn ist um 20 Uhr.

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