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Nächste Generation rückt nach

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Julian Brych, Alexander Radu, Sidney Raschig, Fabian Keiser, Alina Ullrich, Marius Herrmann, Katja Pauly, Sascha Stade, Sascha Herr, Heiko Bullmann, Hendrik Solz und Ismail Kocoglu bilden den neuen Vorstand der Feuerwehr Grävenwiesbach. © Andreas Romahn

Grävenwiesbach (aro). Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie war die Jahresversammlung der Feuerwehr Grävenwiesbach am Samstag im Gerätehaus ein erster Höhepunkt. Denn in Einsatzabteilung und Vereinsvorstand rückt die nächste Generation nach.

Full House mit 80 Leuten

Vereinsvorsitzende Katja Pauly begrüßte zur Eröffnung der mit Lüftungs-Pause fast dreistündigen Sitzung im vollen Haus 80 Mitglieder des 475 Köpfe starken Vereins. Im Mittelpunkt standen die Neuwahlen des Vorstandes.

Alle zur Wahl stehenden Vorstandsposten wurden einstimmig bestätigt oder neu besetzt jeweils bei Enthaltung des Betroffenen.

Seit 20 Jahren steht Katja Pauly an der Feuerwehrvereinsspitze und bleibt Vorsitzende, ebenso wie Heiko Bullmann als Stellvertretender Vorsitzender, der bereits 30 Jahre Feuerwehrvorstandsarbeit auf dem Konto hat. Ein Vierteljahrhundert führt Alexander Radu bereits die Kasse des Vereins und geht in seine sechste Amtszeit. Den geschäftsführenden Vorstand komplettiert Sascha Stade, der ebenfalls wiedergewählt wurde. Den Generationswechsel an der Vereinsspitze vorbereiten, könnten die weiteren Wahlen.

Mit den neuen Beisitzern Alina Ullrich und Sidney Raschig als Nachfolger von Peter Hahnel und Horst Meinhardt übernimmt die U30-Generation Verantwortung. Als weitere Beisitzer führen Sascha Herr sowie Sonja Pauly für die Sweet Fire Devils ihre Ämter fort. In der Einsatzabteilung bestätigten die 31 anwesenden Aktiven Hendrik Solz im Amt des Wehrführers. Mit dem 30-jährigen Marius Herrmann als neuem stellvertretenden Wehrführer setzten die Aktiven den Generationswechsel fort. Er tritt die Nachfolge von Achim Pauls an, der von 2007 bis 2017 Wehrführer und die letzten fünf Jahre stellvertretender Wehrführer war. Jugendwart bleibt Ismail Kocoglu. Mit Julian Brych als neuem Gerätewart, sowie Fabian Keiser als neuem Zeugwart gehören zwei weitere Eigengewächse, die aus der eigenen Jugendfeuerwehr hervorgingen, nun zur Führungsebene der Aktiven.

Wehrführer Solz blickte in den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 auf spektakuläre Einsätze. Die Anzahl an Dienststunden blieb für die 46 Aktiven nahezu gleich, obwohl der Lockdown und die Corona-Regeln die Ausbildung wegen fehlender Lehrgänge und Seminare stark einschränkte. Unter den 37 Einsätzen 2020 war die Rettung der kleinen Svea, die am 28. Juni 2020 nach einem schweren Verkehrsunfall, im Fahrzeug eingeklemmt, befreit wurde, das emotional dramatischste Ereignis - welche umfangreiche psychologische Nachbetreuung erforderte. Der Klimawandel beschäftigte die Wehr nicht nur beim Unwettereinsatz in Königstein am 14. August 2020 und am 4. Juni 2021 beim Starkregen in Neu-Anspach, sondern vor allem beim Hochwasser in Grävenwiesbach am 29. Januar 2021, als Teile des Dorfes am Wiesbach unter Wasser standen. Von den 50 Einsätzen 2021 war der Scheunenbrand in Hundstadt am 2. Juni der Höhepunkt, weil die Grävenwiesbacher Wehr mit der Abriegelung eines Gastanks und dem Brandschutz für das angrenzende Wohnhaus ihren Beitrag dazu leistete, dass der alte Ortskern nicht den Flammen zum Opfer fiel. Ein breites Einsatzspektrum zeigte sich bei einem gemeldeten Feuer bei der Firma Grünewald am 24. Juli 2021, sowie am selben Tag bei Blitzschlägen aus einem Dachständer in Laubach oder zuletzt im Februar 2022 beim sturmbedingten Stromausfall in Hundstadt verbunden mit der Rettung von 60 Milchkühen.

Vier wechseln in die Einsatzabteilung

Feuerwehrvereinsvorsitzende Katja Pauly berichtete von zwei Jahren fast komplett fehlendem Vereinsleben wegen der Corona-Pandemie. Der »Tag der geschlossenen Tür« am 3. Oktober 2021 blieb das einzige öffentliche Ereignis. 2022 soll mit einem Familientag am 11. Juni, dem Backesfest am 6. und 7. August , sowie dem Seniorennachmittag am 26. November das Vereinsleben reaktiviert werden.

Jugendwart Ismail Kocoglu schilderte, wie 20 Nachwuchskräfte seit 2020 in der Pandemie lernten, ohne sich zu treffen, ihre Gemeinschaft kreativ unter dem Motto »Wir haben Euch nicht vergessen« online zu leben. Besonders stolz ist die Jugendwehr, dass 2020 und 2021 vier Mitglieder in die Einsatzabteilung wechselten.

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