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Vom Kirchturm aus war das Feuerwerks-Panorama zum Jahreswechsel 2017 über der Usinger Neustadt in seiner ganzen Pracht zu genießen.

Feuerwerk

In der Nähe von historischen Gebäuden dürfen keine Raketen gezündet werden

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Völlig unabhängig von der jährlichen Grundsatzdebatte "Brot statt Böller"wird wohl auch bei diesem Jahreswechsel der Nachthimmel über dem Taunus leuchten. Dass es gerade für die Usinger-Land-Kommunen mit ihren historischen Bauten und vielen Fachwerkhäusern besondere Regeln gibt, versteht sich.

Schon jetzt gibt’s allüberall wieder die Aufrufe, auf das Feuerwerk zum Jahreswechsel zu verzichten und das Geld lieber zu spenden. Böse Zungen halten dem Slogan „Brot statt Böller“ entgegen, dass Brot am Nachthimmel nicht zu sehen ist. Ironie beiseite: Es wird natürlich wieder geböllert.

Doch gerade in den historischen Altstädten ist Vorsicht geboten – etwa am Usinger Marktplatz mit seinen alten Fachwerkhäusern. Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) weist darauf hin, das dort oder auch am Rathaus das Feuerwerk untersagt ist. Nur: Kontrolliert wird das Ganze nicht, aber bei einem Brand kann der Spaß dann richtig teuer werden, weil die Versicherungen sich querstellen könnten. Keine Verbotszone

Weilrods Rathauschef Götz Esser (FWG) erklärt, dass man in der Weiltal-Gemeinde keine speziellen Verbotszonen für Feuerwerk habe, aber natürlich gelte für die Böllerei das allgemeine Sprengstoffgesetz.

Auf dieses verweist auch Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli (SPD). „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden und Anlagen ist verboten.“ Damit seien unter anderem eben auch Fachwerkhäuser gemeint. „Für die Verfolgung und Ahndung von Verstößen ist die Arbeitsschutzbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt zuständig.“

Sprich: Verbote bestehen, kontrolliert wird nicht, aber im Schadensfall kann es für den Verursacher böse werden. Sperrzonen sind in der Kleeblattstadt nicht vorhanden.

Fast wortgleich lautet die Antwort aus dem Grävenwiesbacher Rathaus. Roland Seel (CDU) betonte als Bürgermeister, dass es in der Gemeinde keine Sperrzonen gebe: „Dies wurde vor einiger Zeit politisch diskutiert, aber Verbote wie in Limburg oder Idstein gibt es bei uns nicht.“

Gleiches gilt für Schmitten, wie Bürgermeister Markus Kinkel (parteilos) erläuterte. Auch er verwies auf die allgemeine Gesetzeslage zum Abbrennen von Feuerwerk.

Gregor Sommer (CDU) als Bürgermeister von Wehrheim weist auf das Verbot hin, Feuerwerk in der Nähe „schutzwürdiger Örtlichkeiten“ abzufeuern. „Von der Gemeinde sind keine Sperrzonen geplant, da sich eine klare Regelung aus den Gesetzen ergibt.“

Auf Prüfzeichen achten

Generell gilt, dass nur am 31. Dezember und 1. Januar geböllert werden darf. Und dies nur von Personen, die volljährig sind. Zugelassene pyrotechnische Gegenstände sind mit einem CE-Prüfzeichen und einer Registriernummer versehen.

Und wie sieht’s im Falle eines Falles aus? Sind die Feuerwehren gerüstet? Da stellen sich alle Rathauschefs mit breiter Brust vor die Wehren. „Die Feuerwehr ist auch an Silvester stets einsatzbereit und auch über die vorhandenen Alarmpläne mit anderen Feuerwehren der Nachbarkommunen bei Bedarf vernetzt“, sagte Pauli. In Weilrod hat der Gemeindebrandinspektor ein Auge auf die Einsatzbereitschaft, aber „das regeln die Feuerwehren unter sich“, sagt Esser. Lediglich zum Jahrtausendwechsel seien die Wachen mit jeweils zwei Personen besetzt gewesen. Ähnlich sieht es in den anderen Kommunen im Usinger Land aus. Die Wehren arrangieren sich untereinander und stellen sicher, dass im Brandfall ausreichend Kräfte bereit stehen.

Übrigens: Wer gegen eine der rechtlichen Bestimmungen verstößt, kann mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro belegt werden. Und bei nicht zugelassenem Feuerwerk – also ohne CE-Kennzeichen und Prüfnummer –, das nicht nur die Häuser, sondern vor allem den Nutzer selbst und die Umstehenden gefährdet, ist sogar eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren möglich. Und wer absichtlich Personen oder Gegenstände gefährdet, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden.

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