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Eisbären am Rande der Strecke.

Menschen, Tiere, Sensationen

Die Narren in Fichtegickelshausen trotzen dem widrigen Wetter

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Tausende Zuschauer verfolgten gestern Nachmittag den Fastnachtszug durch Fichtegickelshausen. Mit mehr als 70 Zugnummern bot er noch ein letztes Mal ausgelassene Narretei vor der heute beginnenden Fastenzeit.

So nicht! Nachdem der Karnevalszug des KV 02 und der Stadt im vergangenen Jahr aufgrund von Sturmwarnungen abgesagt werden musste, brauten sich gestern Nachmittag schon wieder dunkle Wolken am Himmel zusammen.

Pünktlich um 14.31 Uhr begann es zu regnen, aber Petrus hatte die Rechnung ohne die Narren gemacht. Tausende von ihnen trotzten dem Wetter. Wohl dem Zuschauer, der Kopfbedeckungen wie etwa einen Bembel als Wollmütze trug. Oben läuft’s rein, unten raus, so ist das im Leben.

„Wir lassen Sie nicht im Regen stehen“, versprach HG Kaufmann, der am Dalles gemeinsam mit Bürgermeister Clown Temmen (parteilos) moderierte. Der wird mit Wohlwollen gesehen haben, wie der CityFant60 der städtischen Straßenreinigung vorneweg fuhr. Beim nächsten Mal wäre eine Startnummer im hinteren Bereich noch besser, dann könnte das Motto „Wir werfe nix, wir kehrn’s uff“ gleich in die Tat umgesetzt werden.

Der Partnerschaftsverein Porto Recanati hatte das nasskalte Klima wohl schon kommen sehen und ging mit dem Versprechen an den Start, Italiens Sonne nach Oberhöchstadt zu bringen. Die hatten die meisten zwar anders – weniger nass – in Erinnerung, aber die selbstgebastelten Modelle des leuchtenden Sterns und die Kostüme in den italienischen Landesfarben machten dies mehr als wett. Wer die Sonne im Herzen trägt, ist ohnehin nie vom Wetter abhängig.

Das galt auch für die immer wieder schön anzusehenden Einfälle der Kleinen. Der Kindergarten Schöne Aussicht verzauberte die Welt, die sie praktischerweise gleich mit sich herumfuhren. Der Zauber der Kindheit eben. Als Pilze und Kleeblätter schlossen sich die Wurzelkinder vom Waldkindergarten an, die zudem Blumen verteilten. Natur pur gab es auch bei der Kita Pusteblume.

„Kreuzritter und Rittersport gibt es nur an einem Ort“, und zwar bei den DJK JHS Crusaders Kronberg. Tanzende wilde Tiere mit Rüssel ebenso, möchte man hinzufügen: das Männerballett des KV 02 heizte gegen Ende des Zuges ein.

Von einer Attraktion allerdings musste sich die heimische Tierwelt gestern verabschieden. „Der Kunstgriff schiebt ab!“, prangte in großen Lettern auf dem Orscheler Vereinswagen: „Das Trump-eltier vom Opel-Zoo schick’ mer jetzt nach annerswo“ – Briefmarke drauf und ab Richtung Weißes Haus. Der aufwendig hergerichtete Wagen des Kunstgriffs war einmal mehr einer der Höhepunkte des Zuges.

Der Bommersheimer Carneval Verein (BCV) und der Kappen Club Niederhöchstadt (KCN) hatten sich mit ihren Kostümen besonders ins Nähzeug gelegt. Erstere kamen als Montgolfiade, inklusive individuellem Ballonkorb und Trägergestell. Beim KCN fingen die Hexen an zu spinnen, was sehr viel lieblicher aussah, als es sich liest: Spinnenbeine aus Stoff standen nach allen Seiten ab, das Netz wurde modisch über dem Kopf getragen.

Bei so viel Einfallsreichtum war es kein Wunder, dass die Jury des Zuges gleich

14 Preise

an Fußgruppen und Motivwagen verteilte. Freuen durften sich die drei Kindereinrichtungen, der Kunstgriff, KCN, BCV und der Kappen Klub sowie die Crusaders und der Partnerschaftsverein Porto Recanati.

Der „Zirkus Hochtaunus“ mit einem Krebs als Dompteur wurde ebenso ausgezeichnet wie die Fußgruppe der Eschborner Käwwern, die gleich eine ganze Gruppe an unverfrorenen Eisprinzessinnen aufbot.

Darüber hinaus gewann die mit einem Stoff-Jäger ins Bild gesetzte Kampfansage an die Wildschweinplage der Lustigen Stierstädter ebenso einen Preis wie der rot-weiße Leuchtturm des CluGeHU aus Weißkirchen und die „Tigers on Tour“, hinter denen sich die Tanzgarde 2008 Steinbach verbarg.

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