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Auf dem Sportplatz in Naunstadt rollen keine Bagger an. Es bleibt alles so idyllisch wie es ist.

Gemeinde hat ein Einsehen

Umplanung verhindert: Sportplatz wird nicht bebaut

Sich für eine Sache mit voller Überzeugung einsetzen, lohnt sich. Die Bürger von Naunstadt kämpfen für ihren Sportplatz. Die Gemeinde hat ein Einsehen. Es wird auf dieser Fläche nicht gebaut.

Naunstadt - Eigentlich hätte es so schön sein können. Auf der Suche nach Bauland stieß der Gemeindevorstand auf den Naunstädter Sportplatz. Die Zeiten, in denen die Dorfjugend täglich dort mit großem Spaß das Runde ins Eckige platzierte sind lange vorbei. Dennoch, der Platz ist erschlossen und liegt gleich neben der Bebauung. Günstiger hätte neuer Grund und Boden gar nicht an den Häuslebauer gebracht werden können.

Wenn da nicht einige emsige Naunstädter gewesen wären, die ganz anderer Meinung waren und dabei von den Mitgliedern des Ortsbeirates unterstützt wurden. Sie wehrten sich dagegen, den Sportplatz umzuwidmen und das Bauleitverfahren Bornwiesen, ehemaliger Sportplatz auf den Weg zu bringen. Die Empörung war groß, als im vergangenen Jahr der Sportplatz überprüft wurde und sich der Gemeindevorstand in seiner Sitzung am 9. April für die Erschließungsvariante aussprach. Die Stellungnahme des Ortsbeirats fiel komplett dagegen aus.

Einnahmen weg

Eine Entscheidung, die der Gemeindevorstand respektierte, wie auch die Meinung der Bürgerbeteiligung zugunsten des Areals als Freizeitgebiet. Allerdings machte der Gemeindevorstand auch klar, dass die Gemeinde dadurch auf Einnahmen in Höhe von rund 300 000 Euro verzichten muss.

Am Dienstag sah das die Mehrheit der Gemeindevertreter im Bürgerhaus genauso. Mit elf Zustimmungen von 16 anwesenden Kommunalpolitikern gewährleisteten sie, dass das Baugebiet Bornwiesen im Ortsteil Naunstadt nicht weiter verfolgt und die mittelfristige Finanzplanung bei nächster Gelegenheit angepasst wird.

Einzig die CDU blieb skeptisch. "Wir wollten nie den ganzen Platz bebauen", schränkte Tobias Stahl (CDU) ein. Die CDU habe zwei Bauplätze im vorderen Bereich favorisiert und halte es nach wie vor für richtig, Bauplätze da zu generieren, wo es mit wenigen Erschließungskosten möglich sei. "Außer in Hundstadt wird es in den nächsten 15 Jahren keine weiteren Bauplatz-Alternativen mehr in Grävenwiesbach geben", erklärte Stahl.

Lob für Bürger

Sybille Haas (Grüne) betonte, dass zwei Bauplätze die Änderung nicht wert seien. Und Laurenz Fangmann (UB) meinte, dass sich die Politik nicht gegen die Bürger stellen solle. Rudolf Tillig (SPD) appellierte an Bürgermeister und Bürger, sich zusammenzusetzen und Alternativen zu erarbeiten. Denn der Gemeinde fehle nun mal das Geld.

Bürgermeister Roland Seel (CDU) aber blickte von einem ganz anderen Winkel auf die Geschehnisse. "Es gibt nicht viele Gelegenheiten, bei denen die Bürger sich so engagiert einbringen", lobte er das Vorgehen der Naunstädter Initiative und des Ortsbeirates. "Wir haben uns dabei nicht die Augen ausgekratzt, sondern ordentlich miteinander gesprochen", erklärte er. Das wünsche er sich für viele weitere Gelegenheiten.

von Monika Schwarz-Cromm

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