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Hinter dem Gebäude in der Schubertstraße ist noch Platz für ein Einfamilienhaus. Foto: Petter

Bieterverfahren ja oder nein?

Neu-Anspach: Wie geht es mit dem Grundstück in der Schubertstraße weiter?

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Bieterverfahren ja oder nein? Die Kommunalpolitiker sind sich bei einem Grundstück in der Schubertstraße nicht einig.

Neu-Anspach - Die Stadt besitzt in der Schubertstraße ein 700 Quadratmeter großes Grundstück, das nur im vorderen Bereich mit einem kleinen Wohnhaus bebaut ist. Im rückwärtigen Teil der Grundstücksfläche, die rund 450 Quadratmeter groß ist, wäre noch Platz für ein Einfamilienhaus, heißt es in einer Vorlage, die in dieser Woche zwei Ausschüssen zur Beratung vorlag.

Neu-Anspach: Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) wünscht behutsame Nachverdichtung

„Auf Grund der günstigen Lage des Grundstückes und unter dem Fokus einer ressourcenschonenden Wohnentwicklung könnte eine behutsame Nachverdichtung angestrebt werden“, findet Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) und würde das Grundstück gerne verkaufen. Angesichts der Wohnungsnot in der Stadt keine schlechte Idee. Doch soll die Fläche für 340 Euro pro Quadratmeter verkauft werden, was dem aktuellen Bodenrichtwert entspricht, oder soll sie im Bieterverfahren mit einem Mindestgebot von 360 Euro pro Quadratmeter veräußert werden? Entstehende Mehreinnahmen könnten in letzterem Fall für den Kauf von Belegungsrechten im sozialen Wohnungsbau beziehungsweise bezahlbaren Mietwohnraum verwendet werden, schlägt Pauli in der Vorlage vor.

Vor allem die Große der Baufläche sorgt für Diskussionsstoff in Neu-Anspach

Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich am Mittwoch allerdings nicht einigen. Kevin Kulp (SPD) sprach sich gegen das Bieterverfahren aus, obwohl sich die Sozialdemokraten zuletzt häufig für ein solches Vorgehen stark gemacht hatten. In diesem Fall allerdings habe es sich immer um größere Baugebiete gehandelt, erklärte Kulp.

Auch Grüne (Regina Schirner: „Wir wollen auch Anspachern die Möglichkeit geben, hier zu bauen“), FWG-UBN (Christian von der Schmitt: „Viele Familien suchen etwas“) und CDU wollen die Fläche nicht an den Meistbietenden verkaufen. Birger Strutz erklärte: „Das ist keine besondere Lage.“

Das Grundstück in der Schubertsraße liegt in exponierter Lage

Das sahen Artur Otto und Roland Höser (beide b-now) anders: „Das ist eine exponierte Lage.“

Für ein Bieterverfahren sprach sich auch Bauausschuss-Vorsitzender Andreas Moses (NBF) aus. Das Grundstück sei für Menschen mit wenig Geld ohnehin nicht interessant und die Stadt könne so 20 000 bis 30 000 Euro mehr einnehmen. Auch Bernd Töpperwien (b-now) meinte, die Stadt solle auf das Geld nicht verzichten. „Am Ende des Tages sind wir um jeden Cent froh“, sagte auch der Bürgermeister.

Rudi Maas (CDU) wiederum vermisst Stellplätze in den Plänen. Sechs müssten es sein, meinte er und verwies in diesem Zusammenhang auf das Haus im vorderen Bereich des Grundstücks. Die Stadt müsse sich an ihre eigenen Vorlagen halten, sagte er. „Wir brauchen Wohnfläche, wollen aber möglichst wenig versiegeln“, machte der Bürgermeister auf eine Problematik aufmerksam, mit der sich die Kommunalpolitiker in den nächsten Jahren wohl noch häufiger auseinandersetzen müssen. „Es gilt abzuwägen, denn wir haben die Chance, dort etwas zu tun“, erklärte Pauli und wies zudem darauf hin, dass die Stellplatz-Satzung nur bei neuen Baugebieten greift.

Kurios dann die Abstimmung am Ende. Der Antrag, auf das Bieterverfahren zu verzichten, wurde genauso abgelehnt wie die Vorlage, in der ein solches Vorgehen vorgeschlagen wird. Der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag hingegen sprach sich gegen das Bieterverfahren und für einen Verkauf aus, aber das letzte Wort hat nun die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag.

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