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Während die Fahrgeschäfte florieren, bleiben die Geschäfte rund ums Feldbergcenter geschlossen.

Einstweilige Verfügung erreicht zu spät Ordnungsamt

Neu-Anspach: Verkaufsoffener Sonntag in letzter Minute gestrichen

Kein "verkaufsoffener" Sonntag durch Verfügung in "letzter Minute": Die Ladentüren blieben zu, die Autos in den Autohäusern, und die Bratwürste mussten eingefroren werden. Verdi und die katholische Kirche hatten sich durchgesetzt.

Neu-Anspach - Der verkaufsoffene Sonntag ist eine Traditionsveranstaltung des Gewerbevereins. Sie hat zwar nie für überfüllte Straßen gesorgt, aber die Geschäfte, die ihre Türen offenhielten, waren zum Teil recht gut besucht, die Geschäftsleute zufrieden, und vielerorts kamen Menschen in geselligen Runden zusammen. Auch diesmal wurde die Veranstaltung schon seit Wochen in Anzeigen und auf Plakaten beworben.

Wie viele Kunden gestern vor verschlossenen Ladentüren standen, ist nicht bekannt, aber wer sich den Termin vorgemerkt hatte und sich auf das Shoppen freute, wurde bitter enttäuscht. Verdi und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung haben den Geschäftsleuten und ihren Kunden einen Strich durch die Rechnung gemacht: "Wir haben erst am Freitagabend davon erfahren, da konnten wir nichts mehr machen", sagte Dr. Regina Ernst-Messer, zweite Vorsitzende des Gewerbevereins. Die teilnehmenden Geschäfte wurden erst am Samstag informiert, manche wurden erst kurz vor Geschäftsschluss am Mittag erreicht und die Plakate dort aus Schaufenstern oder Türen genommen.

Mitteilung der Polizei

Auch Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) wurde erst spät am Freitag informiert. Die Polizei habe dem Ordnungsamt die Entscheidung einer einstweiligen Verfügung des Verwaltungsgerichts Frankfurt mitgeteilt, so der Rathauschef. Erfolgreich angestrengt hatte sie die Gewerkschaft Verdi und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Diözesanverband Limburg.

Man habe noch versucht auf juristischem Weg die Absage abzuwenden, was aber nicht möglich gewesen sei, erklärte der Stadtverordnete und Jurist Andreas Moses (NBF) am Samstagvormittag.

Ernst-Messer zeigte sich verständnislos: "Wir haben die katholische Kirche gefragt und bis zum 14. April um Stellungnahme gebeten." Aber es sei nichts gekommen. Und wie der Gewerbevereinsvorsitzende Heinz Weidner bei einer Programmvorstellung Anfang April informierte, habe man mit Rücksicht auf Gottesdienstbesucher den Start erst auf 13 Uhr gelegt.

Hoher Schaden

Den Gewerbetreibenden sei ein hoher Schaden entstanden. "Viele haben den Tag beworben und zusätzlich Waren eingekauft", erklärte Ernst-Messer und bedauerte, dass man die Kunden nicht mehr auf die Schnelle informieren konnte, nur auf der Homepage des Vereins habe man noch absagen können.

Auch die Vorbereitungen der Händler für die Autoschau im alten Ortskern waren umsonst, denn auch die musste abgesagt werden sowie die gastronomischen Angebote beispielsweise von der Chorvereinigung. Warum die Gewerkschaft und die katholische Kirche gerade an den kleinen, zumeist familiengeführten Geschäften offenbar ein Exempel statuieren wolle, sei ihr ein Rätsel, so Ernst-Messer.

Einen Trost könnte man nur darin sehen, dass aufgrund der schlechten Wetterlage vielleicht einige potenzielle Kunden den Bummel durch die Geschäftszentren gestrichen hatten. Die anderen allerdings hatten sich umsonst auf den Weg gemacht.

Aber auch für die gab es noch eine Alternative: Das Karussell vor dem Feldbergcenter durfte sich drehen, und die Buden hatten auch auf, denn das mit dem verkaufsoffenen Sonntag gekoppelte Frühlingsfest durfte stattfinden.

von Frank Saltenberger

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