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60 000 neue Bäume gepflanzt

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Bernd Reuter (Vorsitzender), Petra Brand (Kassiererin) und Revierleiter Christoph Waehlert (zweiter Vorsitzender, von links) bilden die Spitze des Vereins Waldliebe. FOTO: PIEREN © Red

Neu-Anspach. Nicht, dass die Menschen aus der Kleeblattstadt zuvor ihren Wald nicht geschätzt hätten. Doch als sich der Taunuswald einst wie selbstverständlich vom Feldberg gen Norden bis hinunter in den Stahlnhainer Grund zog, war im Bewusstsein der Bevölkerung womöglich ein altes Sprichwort zutreffend: Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht.

Doch dann rafften drei Dürresommer mit Borkenkäferbefall den Großteil der Fichtenbestände im Neu-Anspacher Stadtwald dahin. Und plötzlich erging es der kleinstädtischen Bürgerschaft wie so oft im Leben: Menschen lernen oft erst dann etwas so richtig schätzen, wenn sie es schmerzlich vermissen.

Mit vielen kleinen Aktionen zum Ziel

Doch im Januar 2020 wurde mit dem Waldschutzprojekt Waldliebe ein neuer Verein gegründet, der sich für die Zukunft des heimischen Waldes einsetzt. Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach einer langen coronageschuldeten Pause wurde das erschreckende Ausmaß der Forstschäden ebenso bilanziert wie ein Überblick über die Wiederaufforstungsprojekte gegeben.

»Die Stadt Neu-Anspach hat gleich zweimal Glück gehabt«, sagte ein Vereinsmitglied zutreffend. »Zum einen war die Vereinsgründung selbst ein Segen für die Stadt. Zudem ist es ein Glücksfall, dass wir unseren Vorsitzenden Bernd Reuter als Motor haben.«

Humorvoll, menschlich und vor allem stets motivierend, moderierte Reuter die Versammlung souverän im Stile amerikanischer Wohltätigkeitsveranstaltungen. Immer wieder munterte er einzelne Mitglieder auf, diese vor den rund 40 Mitgliedern Art und Umfang ihrer Unterstützung selbst zu schildern. »Habt ganz herzlichen Dank dafür«, kam nach einzelnen Schilderungen umgehend sein Dank und Lob. »Ihr tragt mit eurem Engagement und dem Weitererzählen der Aktionen mit dazu bei, in der Stadt das Ziel, Sinn und Nutzen unseres Vereins bekannt zu machen.« Jeder persönliche Beitrag erhielt von ihm einen gezielten Applaus, der umgehend von allen Mitgliedern aufgegriffen wurde. Bald schon verselbstständigte sich das Applaudieren. Applaus gab es für die Schilderungen einer älteren Dame aus Westerfeld, warum sie die selbst gefertigten sogenannten Wald-Mandalas verkauft hatte und dass sie damit 500 Euro Spenden erzielt hatte.

Die Teilnahmegebühren des von einer Bürgerin angebotenen Wald-Yoga kamen ebenso dem Vereinszweck zugute wie 30 Cent vom Verkauf des Waldliebe-Brotes bei der Bio-Bäckerei Ernst. Stets gab es als Anerkennung herzlichen Applaus. Viele heimische Unternehmen haben ebenso gespendet wie unzählige Einzelpersonen. Kita-Gruppen, Schulklassen und Mitarbeiter von Unternehmen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet halfen mit Spenden und auch aktiv bei Aufforstungsaktionen mit. »Insgesamt haben wir bislang 122 638 Euro Spenden sammeln können und 7068 Euro an Mitgliedsbeiträgen eingenommen«, bilanzierte Kassiererin Petra Brand.

Mittlerweile 260 Mitglieder

Mit den Spenden konnte der mittlerweile 260 Mitglieder zählende Verein der Stadt und dem städtischen Revierförster Christoph Waehlert bei den immensen Kosten für die Wiederaufforstung unter die Arme greifen. »Bislang sind auf 300 Hektar Fichten gefällt worden«, berichtet Vereinsvize Christoph Waehlert. »Ein Viertel unseres einst 1250 Hektar großen Stadtwaldes ist weg.«

Bislang seien demgegenüber bereits 60 000 neue Bäume auf mehr als 15 Hektar Fläche gepflanzt worden - insgesamt 30 verschiedene Baumarten. Zudem hat der Verein auch die Kosten für Pflegearbeiten in Höhe von 32 500 Euro mitfinanziert.

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