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TZ-Mitarbeiter Gerhard Strohmann (l.) gratuliert Achraf Gara Ali und überreicht dem Anspacher die Torjäger-Trophäe unserer Zeitung.

Fußball

Wie Achraf Gara Ali hilft, den FC Neu-Anspach nach vorne zu bringen

Er spielte schon in der 2. Liga Tunesiens, drückt Juventus Turin die Daumen und würde den Videobeweis im professionellen Fußball am liebsten wieder abschaffen. TZ-Torjäger Achraf Gara Ali hat sich unseren Entweder-oder-Fragen gestellt.

In der vergangenen Saison war beim FC Neu-Anspach Verlass auf die Treffsicherheit von Achraf Gara Ali: Von insgesamt 68 Toren seines Teams gingen deren 21 auf sein Konto. Deshalb ging die TZ-Torjägertrophäe an ihn. Gerne würde der 27-Jährige in dieser Spielzeit diese Marke noch toppen, wie er verrät. „Ich habe meinem Trainer gesagt, dass ich 22 Tore schießen will“, berichtet er, „auch wenn es nicht leicht wird.“

Nach dem Abgang von Marco Weber im Frühjahr – Gara Alis kongenialer Sturmpartner – war der Tunesier, der einst in der 2. Liga seiner Heimat auflief und 2015 von Germania Schwanheim in die Kleeblattstadt wechselte, zunächst hauptverantwortlich für das Toreschießen. Jetzt, im Herbst, ist die Offensivreihe des FCNA um einige vielversprechende Kräfte reicher und die Last somit auf mehrere Schultern verteilt. Die interne Konkurrenz ist durch Christian Kaus (schon 16 Saisontore) und Niklas Kraus (10) inzwischen groß für den drahtigen Torjäger – so könnte man es auch formulieren.

Zudem verpasste Achraf Gara Ali die ersten fünf Saisonspiele aufgrund seines Heimaturlaubs. Seit seiner Rückkehr traf er jedoch schon wieder sechsmal in acht Partien für den mit Abstand torgefährlichsten Sturm der Gruppenliga Frankfurt West (44 Treffer). Wegen einer Knöchelverletzung wird er wohl das Pokalspiel am heutigen Donnerstag beim 1. FC-TSG Königstein verpassen (Anpfiff: 19.45 Uhr), ist aber guter Dinge, nach dem spielfreien Sonntag seines Teams wieder angreifen zu können. „Ich muss einfach viele Tore schießen“, sagt Gara Ali, der in Frankfurt-Bonames wohnt, „meine Mannschaft braucht sie, das ist meine Aufgabe.“ Im Entweder-oder-Schlagabtausch mit TZ-Reporter Robin Kunze spricht er über seine bevorzugte Position, seine Idole und die Aussichten seines Clubs.

Herr Gara Ali, der FCNA stellt die zweitbeste Offensive der Gruppenliga, ist aber hinten noch anfällig. Gewinnen Sie persönlich lieber 4:3 oder 1:0?

ACHRAF GARA ALI: Wenn es um den FCNA geht, dann will ich lieber, dass wir möglichst wenig zulassen. Als Zuschauer brauche ich aber Tore, Tore, Tore. Dann sehe ich lieber ein 4:3, 5:4 oder 6:5.

Zählt der FC Neu-Anspach schon zu den Spitzenteams der Liga oder braucht die junge Mannschaft noch Zeit?

GARA ALI: Das ist schwer zu sagen, da die Liga wieder sehr ausgeglichen ist. Am Ende werden sich vier oder fünf Teams absetzen. Wir müssen hart arbeiten, um da oben dabeizubleiben. Wir haben sehr gute Spieler, und wenn wir unsere Chancen nutzen, warum sollten wir dann nicht sogar um den Aufstieg spielen?

Sie sind schnell, wendig und technisch versiert. Kommen Sie lieber über die Außenpositionen oder halten Sie sich im Sturmzentrum auf?

GARA ALI: Ich habe auch schon Flügelstürmer gespielt, aber rechts oder links fühle ich mich nicht so wohl. Ich bin am liebsten so nah am Tor, wie möglich.

Wenn es in der Champions League schlecht für Juventus Turin läuft und Eintracht Frankfurt in der Europa League überwintert, dann könnten Ihre beiden Lieblingsvereine 2019 aufeinander treffen. Wem würden Sie die Daumen drücken?

GARA ALI: Ich wäre für Juve. Es ist einfach der Verein, den ich seit der Kindheit verfolge. Einer der größten Clubs der Welt. Die Eintracht ist übrigens auch sehr bekannt in Tunesien, da die Bundesliga dort sehr beliebt ist.

Wenn Sie sich bei Ihren beiden Idolen bedienen dürften: Hätten Sie lieber die Schusstechnik von Alessandro Del Piero oder die Athletik von Cristiano Ronaldo?

GARA ALI: Ich würde die Schusstechnik von Del Piero wählen. Generell sind für mich diese Alt-Stars interessanter. Sie haben früher regelmäßig Spiele entschieden. Im modernen Fußball passiert das nicht mehr so oft. Da ist die Taktik der Mannschaft entscheidend.

Auch im zweiten Jahr wird der Videobeweis in der Bundesliga kontrovers diskutiert. Sollte man die Technik wieder abschaffen oder weiter an ihr feilen?

GARA ALI: Ich wäre dafür, dass man den Videobeweis wieder abschafft. Mittlerweile freuen sich Fans über ein Tor ihrer Mannschaft und dann wird es nach drei oder vier Minuten wieder zurückgenommen. Das macht viel kaputt. Fehler des Schiedsrichters und auch Fehler der Linienrichter haben schon immer zum Fußball dazugehört.

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