Die Tische sind noch auf Abstand, aber es gab in den Biergärten kaum leere Tische. Auf der Talmühle wurde der Biergarten auf die Wiese ausgedehnt, wo es sich eine Obernhainer Wandergruppe gemütlich machte.
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Die Tische sind noch auf Abstand, aber es gab in den Biergärten kaum leere Tische. Auf der Talmühle wurde der Biergarten auf die Wiese ausgedehnt, wo es sich eine Obernhainer Wandergruppe gemütlich machte.

Neu-Anspach

Ansturm auf die Biergärten in Neu-Anspach

  • vonFrank Saltenberger
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Die Menschen sind froh, dass sie sich endlich wieder an einen gedeckten Tisch setzen dürfen

Neu-Anspach -Die Corona-Inzidenz und das schlimme Regenwetter schienen sich zuletzt verbündet zu haben, um den Menschen hierzulande den Frühling zu vermiesen. Endlich aber belohnte die Sonne zum Wochenende die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie, und die Lockerungen wirkten wie ein Dammbruch und Run auf die Biergärten beziehungsweise die Außengastronomie im Usinger Land und in Neu-Anspach, die hier einiges zu bieten hat.

So war die Talmühle ein Magnet für solche, die sich endlich einmal wieder außer Haus an einen gedeckten Tisch setzen wollten und dazu noch unter freiem Himmel. Man konnte einfach hingehen, brauchte keinen aktuellen Test und auch keinen Impfausweis vorzuweisen, aber dennoch waren Regeln einzuhalten.

Abstand halten war nach der Gruppengröße das wichtigste, was zu beachten war. Desinfiziert wurde ebenfalls nach wie vor. So blieb ein leerer Tisch nicht lange leer, und eine Familie, die einen ergattert hatte, musste gleich wieder aufstehen. Denn gerade erst hatten andere den Platz verlassen, und bevor Tisch und Bänke wieder besetzt werden konnten, rückte eine Mitarbeiterin an und desinfizierte die Tafel.

So lässt es sich aushalten

Der Biergarten der Talmühle ist nicht gerade klein, und dennoch fand man auch noch andere Plätze, wo Gäste bewirtet werden konnten. So gleich auf der Wiese gegenüber, dicht an der nächsten Weide. Die Pferde im Blick, der Hund unter dem Tisch und ein kühles Getränk im Glas oder Krug, so ließ es sich aushalten, und es war als wollte man den 1. Mai, Vatertag und Pfingsten auf einmal nachholen.

Nicht viel anders im Biergarten im Gasthaus Zur Linde im alten Ortskern. Hier fehlte allerdings der Blick in die Landschaft, dafür zählte die Stammtisch-Atmosphäre, und Stammgäste hat auch Lindenwirt Hans Kilb zur Genüge. Geimpft oder negativ getestet, saßen einige ältere Semester zusammen, mancher zog den Test sogar noch aus der Tasche, denn auf Nummer sicher zu gehen, war vielen wichtig.

Auf Abstand sitzen

Drinnen ist dies noch Pflicht. Auch am Samstag hatte Kilb schon "volle Hütte", wenn man das in Corona-Zeiten überhaupt so sagen darf, denn auch Kilb hat seine Gasträume entzerrt und einen kleinen Saal im Obergeschoss zusätzlich zu einem Gastraum eingerichtet, so dass jeder auf Abstand sitzen und das Essen sowie Getränke genießen kann.

Im Bereich um die Kirche gibt es gleich mehrere Möglichkeiten zur Einkehr mit Außengastronomie. Das Ristorante l'Italiano Vero ist eine erste Adresse für den Mittagstisch oder das Abendessen. Und so füllten sich dort gerade um die Mittagszeit die nobel eingedeckten Tische. Ein paar Meter weiter befindet sich die Pizzeria Roma, die im Hinterhof Platz zum Sitzen und Essen bietet, aber noch einen weiteren Trumpf im Ärmel hat: Es ist gleichzeitig ein Eissalon, und an einem solchen Tag war auch deshalb am Straßenverkaufsfenster Hochbetrieb.

Wo man auch vorbeikam und draußen sitzen konnte, ob am Kastanienhof oder am Feldbergcenter bei Fabians, die Menschen schienen neben dem Eisbecher, dem Schnitzel, der Pasta, der Pizza oder dem gefüllten Glas vor allem auch das wiedergewonnene Stück Freizügigkeit in Zügen zu genießen.

Nicht zuletzt die Bürgerhaus-Gaststätte, die ihren Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung allein schon dadurch geleistet hat, dass sie einen Raum für das Testzentrum gestellt hat: Auch hier war die Terrasse zur Mittagszeit ausgebucht, und es waren auch drinnen Tische besetzt. Und auch hier hatte der Wirt schon am Freitag und Samstag geöffnet und freute sich über seine Gäste: "Ich bin zufrieden", sagte Zoran Stipic, der das Wort "Unzufriedenheit" gar nicht zu kennen scheint und auch in der Lockdown-Phase Optimismus zeigte. Umso wohler fühlen sich die Gäste, die er endlich wieder zufriedenstellen darf.

Bleibt zu hoffen, dass die Corona-Lage ebenso wie die Wetterlage bis auf Weiteres so bleibt oder noch besser wird. Das letzte Wochenende im Frühling machte jedenfalls Hoffnung und Lust auf den Sommer, und der startet am heutigen Dienstag mit der Eröffnung des Badebetriebs im Waldschwimmbad richtig durch. Zumindest soll die Sonne kräftig scheinen. Von Frank Saltenberger

Für das Foto in der Linde setzte sich auch Wirt Hans Kilb zu den Gästen, die jetzt wieder da sitzen, wo sie vor Corona schon saßen.

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