tza_fms_BauausschussGruenpfl
+
Die Friedhöfe gehören zu den intensiv gepflegten Grünflächen der Stadt. Eine ökologische Nutzung bietet sich auf nicht belegten Flächen geradezu an, wie hier in Hausen.

Neu-Anspacher Politik will bei Grünflächen sparen

Aufwendige Pflege des Bauhofs belastet den Haushalt

  • vonFrank Saltenberger
    schließen

Fraktionen sehen in Verkauf und Aufgaben-Verteilung Chancen für Kostensenkung

Jugendpflege-Konzept, Kita-Entwicklungs-Konzept, Haushaltssicherungs-Konzept, um nur einige aktuelle Konzept-Baustellen zu nennen - und seit März noch die Hygienekonzepte. Die Konzepteritis scheint ausgebrochen zu sein, und ein Impfstoff dagegen ist nicht in Sicht.

Planvolles Handeln ist sinnvoll, aber das Erstellen von Konzepten bremst auch das Vorwärtskommen. Jüngstes Konzept, mit dem sich die Neu-Anspach Baupolitiker einen Überblick über die Arbeit des Bauhofs, insbesondere der Grünkolonne verschafften, war die Vorstellung eines Grünflächenkatasters mit Pflegekonzept. Eingeladen war dazu der Leiter des städtischen Bauhofs Wolfram Präger, und stellte zunächst den Stand des Grünflächenkatasters vor, das federführend Dorothea Gutjahr vom Fachbereich Technische Dienste und Landschaft zusammengestellt hatte, aber sie selbst war zur Sitzung verhindert.

Präger begann mit Stückzahlen: 684 Grünflächen seien insgesamt erfasst, die sich wie folgt verteilen: Anspach 334, Hausen-Arnsbach 151, Westerfeld 112 und Rod am Berg 87. Da viele Flächen noch einmal in Teilflächen gegliedert sind, besteht die zu pflegende Gesamtfläche aus 1139 Teilflächen. Im Innenbereich seien alle Flächen erfasst, im Außenbereich noch nicht. Thematisch sind die Flächen noch einmal in Kindergärten, Friedhöfe, Verkehrsbegleitgrün und landwirtschaftliche Flächen gegliedert.

Kleine Grünflächen für die Bürger?

Alle Flächen sind außerdem entsprechend dem Objektartenkatalog nach DIN 276 beschrieben und in Pflegekategorien eingeteilt. Die Einteilung reicht von "sehr häufig" bis "sehr selten". Intensiv gepflegt werden Friedhöfe, Spiel und Bolzplätze, Kindergärten sowie repräsentative Grünflächen, sehr selten beispielsweise Bachläufe und waldartige Grünflächen, wobei viele Gewächse auf den Stock gesetzt würden, so Präger. Als nächste - konzeptionelle - Schritte kündigte Präger unter anderem die Neustrukturierung von Flächen im Innen- und Außenbereich, Beschreibung von Nutzungsdetails sowie die Überprüfung von Pacht- und Partnerschaftsverträgen an.

Letzterer Punkt interessierte einige der Ausschussmitglieder besonders, denn die Aussicht, Leistungen auszulagern, würde den Bauhof entlasten und Einsparpotenzial zutage fördern.

Die Tabellen, die Präger dann für das Bauhofmanagement präsentierte, enthielten minutiös die zuständigen Mitarbeiter und Bearbeitungszeiten, die flächenbezogenen Stundensätze einschließlich der eingesetzten Kleingeräte, so dass der Bauhof nachvollziehbar nach bewährten Konzepten kostenbewusst arbeitet. Der aktuelle personelle Engpass, der im jüngsten HFA auf der Tagesordnung stand, war im Bauausschuss kein Thema.

Es bestehen bereits sowohl Pachtverträge zur Nutzung städtischer Flächen als auch Partnerschaftsverträge zur Pflege. Bei der Übertragung von Pflegearbeiten an Bürger für "kleines Geld", wie Artur Otto (b-now) vorschlug, müsse die Haftungsfrage geklärt werden, so Präger.

"Kleine Flächen bringen der Stadt keinen Nutzen, wäre es möglich, diese zu verkaufen", wollte Bernd Töpperwien (b-now) wissen und schlug vor, das Personal mittelfristig auf ein Mittelmaß zurückzuführen.

"Wir haben einige Flächen, die Bürger kaufen würden", so Prägers Antwort. Dies sei für die anstehenden Haushaltberatungen relevant, meinte Kevin Kulp (SPD) und der Ausschussvorsitzende Andreas Moses (NBF) definierte: "Unser Ziel muss es sein, unsere Grünflächen ökologischer und billiger zu machen". Cornelia Scheer (Grüne) erinnerte daran, dass Neu-Anspach eine "Klimaschutz-Kommune" sei und vermisste in der Präsentation die Darstellung von Ausgleichsflächen.

Der Bauhofleiter sagte zu, schnellstmöglich eine Liste von verkaufsfähigen Grünflächen zusammenzustellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare