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Betreuung auf Augenhöhe

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Christiane Bürkle (Zweite von rechts) und Rumyanka Kusch (links) vom Internationalen Bund umsorgen die Frauen-Delegation aus Bulgarien, die in der Heimat ebenfalls Behindertenarbeit betreiben will. FOTO: SCHWARZ-CROMM © Red

Neu-Anspach. Von Dienstag bis Donnerstag haben sechs bulgarische Frauen die IB-Behindertenhilfe in Neu-Anspach besucht. Die Delegation informierte sich zum Abschluss des IB-Projektes mit einer Nichtregierungsorganisation (NGO) aus Bulgarien.

Diplom-Sozialarbeiterin Christiane Bürkle, die die Gruppenleitung »Betreutes Wohnen Usinger Land« innehat, kümmerte sich zusammen mit der aus Bulgarien stammenden IB-Mitarbeiterin Rumyanka Kusch um die Gäste. So war gleich eine Dolmetscherin gefunden.

Auch Vertreter der Stadt sind dabei

Vor vier Jahren wurde dieses Projekt mithilfe der »Aktion Mensch« ins Leben gerufen. Es hatte bereits einige Treffen gegeben, um der Delegation aus dem bulgarischen Trojan, östlich der Hauptstadt Sofia gelegen, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die der IB Menschen mit Behinderungen in Deutschland bietet, angefangen mit der Tagesstruktur bis hin zu ganz speziellen Angeboten. In Bulgarien leben Menschen mit Behinderungen meist in den Familien, berichtete Christiane Bürkle. Dass ihnen eine Förderung zusteht, sei dort kaum bekannt. Das gesamte Projekt dreht sich um mehr Menschlichkeit und um mehr Akzeptanz.

Aber das alles muss auch finanziert werden. Und so informierten sich die Gäste bei diesem Besuch über die finanzielle Seite und die diesbezüglichen Möglichkeiten. Deshalb gehörten der Delegation auch Vertreter der Stadt Trojan an. Die stellvertretende Bürgermeisterin, die Leiterin des Sozialamtes sowie Finanzverantwortliche und zwei Sozialarbeiterinnen machten sich schlau - auch dazu, welche Möglichkeiten es für Menschen mit Behinderung gibt, am Arbeitsleben teilzunehmen.

Bürkle freute sich besonders darüber, dass die Stadt Trojan sich bereit erklärt hatte, die Arbeit und die Kosten für tagesstrukturierende Projekte zu übernehmen und dazu auch noch eigene Angebote für Menschen mit Behinderung zu entwickeln. Genügend Impulse wurden den Frauen in Deutschland geboten. Sie lernten schon bei früheren Besuchen Behindertenwerkstätten kennen. Davon angetrieben startete ein Projekt in Bulgarien mit einer 24-Stunden-Wohn- und -Tagesstätte. Demzufolge besuchte die Delegation diesmal auch die Tagesstätte und das Wohnheim in Bommersheim.

Auch unterschiedliche Möglichkeiten zur Finanzierung von betreutem Wohnen, die die Eigenhilfe Deutschland anbietet, standen auf dem Programm. Die Werkstätten in Oberursel fanden große Aufmerksamkeit bei der Delegation. Mit einem Ausflug in die Altstadt Frankfurts erhielt der Besuch aus Bulgarien dann auch noch etwas Abwechslung, bevor es zurück in die Heimat ging.

Breites Spektrum weitergeben

Am Mittwoch wurden sie in Neu-Anspach sogar von Klienten bekocht. Zum Abendessen saßen sie gemeinsam mit Bürkle und Kusch bei hessischen Spezialitäten beisammen. Dabei wünschten sich die Gäste weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem IB in Deutschland. Bürkle schlug dazu vor, einen Fachkräfteaustausch mit Klienten anzubieten. »Wir sind jedenfalls bereit, unser Wissen und Können weiterzugeben«, bekräftigte sie.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Trojans betonte, wie wichtig ihr dieses Projekt sei. Sie bedankte sich daher für die Möglichkeit, sich derart intensiv informieren zu können. »Einiges war uns nicht bekannt«, gab sie zu. Das enorm breite Spektrum der Behindertenarbeit, das sie beim IB kennenlernte, würde sie gerne in der Heimat weitergeben und von den Erfahrungen aus Deutschland profitieren, sagte sie. Die Frauen beeindruckte vor allem die Behindertenarbeit auf Augenhöhe.

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