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Bonnie ist wieder da

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Bonnie ist wieder zu Hause angekommen.
Bonnie ist wieder zu Hause angekommen. © Privat

Rotschwanzbussard-Dame zurück bei Falknerin Ursula Zieten

"Bonnie ist wieder da!" Die gute Nachricht kommt aus Rod am Berg. Dort hat Falknerin Ursula Zieten ihre Rotschwanzbussard-Dame am Freitag zurückerhalten. Er war elf Tage "auf der Flucht" gewesen, nachdem eine Dachlawine die Voliere beschädigt und ihr die Freiheit ermöglicht hatte.

"Total happy" sei sie, sagte Zieten. Auch Bonnie gehe es gut, sie habe Appetit und scheine vollkommen gesund. Ihre Voliere ist repariert worden, neue Bändel und ein neues Glöckchen gebe es jetzt, damit sie - im Falle eines erneuten Fluchtversuchs besser gefunden werden könne, erklärt Zieten.

Scheuer Vogel lässt sich bitten

Die Mitarbeiterin des Falkenhofs auf dem Feldberg hatte in den Tagen seit der öffentlichen Fahndung etliche Anrufe erhalten, oft handelte es sich bei Sichtungen aber um einen weißen Mäusebussard - und nicht um Bonnie. Der entscheidende Hinweis kam vom Kindergarten Regenbogenland in Hausen. Direkt davor hatte es sich Bonnie in einer Kastanie gemütlich gemacht. "Da habe ich mir gesagt, hier rühre ich mich nicht vom Fleck, bis ich sie wieder habe", erzählt Zieten. Allerdings dauerte es zwei Stunden, bis das Küken, das Zieten als Lockmittel auf ihrem Handschuh hatte, seine Wirkung entfaltete - und Bonnie zu ihr flog. Dann konnte sie sie wieder nach Hause bringen. "Das hat gut geklappt, sie war während des Transports sehr ruhig."

"Das war natürlich eine Sensation für den Kindergarten, die Kinder waren sehr interessiert und aufgeregt. Aber Bonnie ist gegenüber Fremden sehr scheu", erklärt Zieten. Erst, als sich der Trubel etwas gelegt hatte, sei der Greifvogel über ein Dach, einen Schornstein und schließlich eine Laterne wieder zu ihr gekommen.

Verwildern verhindern

Entscheidend sei, dass der Vogel auf die Stimme und den Pfiff der Falknerin reagiert habe, sagt Zieten. "Ich sehe das positiv, denn letztlich hat sie, als sie mich gesehen hat, signalisiert, dass ich ihre Falknerin bin." Aus diesem Grund sehe sie trotz des kleinen Ausflugs von Bonnie auch keinen Rückschritt in puncto Training für die Jagd oder Freiflüge für Besucher.

Zieten glaubt übrigens, dass Bonnie nie weit weg gewesen sei, Bussarde seihen im Gegensatz zu Habichten sehr genügsam, was die Größe des Reviers und die Konkurrenz angeht - solange es genug Futter gebe. Die Falknerin, die 20 Jahre Berufserfahrung hat, glaubt trotzdem, dass sich der Rotschwanzbussard zwischenzeitlich selbst versorgt hat. "Auch wenn sie, so gut genährt, wie sie war, zwei Wochen ohne Futter hätte durchhalten können, warten die Vögel nicht bis kurz vor dem Verhungern, da sie wissen, dass sie für die Jagd viel Energie benötigen - schließlich brauchen sie im Schnitt sechs bis acht Anflüge, bis sie Erfolg haben."

Nun müssten ihre Familie und sie nur noch "alles dafür tun, dass sie nicht noch einmal abhaut", sagt Zieten. Schließlich seien die Falkner verpflichtet, genau das nach Möglichkeit zu verhindern - und wenn es passiert, alles dafür zu tun, dass der Vogel, der in diesem Fall eigentlich in Amerika zu Hause ist, nicht in der Natur verwildert. Aus diesem Grund habe sie sich auch an die Öffentlichkeit gewandt, erklärt Zieten - und entsprechend dankbar sei sie auch für jeden Hinweis gewesen.

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