1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Neu-Anspach

Das Nachhaltigkeits-Kaufhaus

Erstellt:

Von: Ingrid Schmah-Albert

Kommentare

Der Caritas-Laden hat sich in seinem neuen Zuhause in der Siemensstraße zu einem coolen Second-Hand-Laden entwickelt.
Der Caritas-Laden hat sich in seinem neuen Zuhause in der Siemensstraße zu einem coolen Second-Hand-Laden entwickelt. © INGRID SCHMAH-ALBERT

Der Caritas-Laden ist zum Geheimtipp für Second-Hand-Freunde geworden.

Neu-Anspach -Der Name Caritas Laden ist sicherlich etwas unspektakulär und beschreibt nicht das, was er in Wirklichkeit ist: ein ziemlich cooler Second-Hand-Laden. Wer bei Caritas an Bedürftigkeit denkt, liegt nur zum Teil richtig. Zwar haben Menschen, die finanziell nicht gut gestellt sind, hier die Chance mit Kundenkarte 50 Prozent Preisnachlass auf die ohnehin schon überaus günstigen Preise zu erhalten, aber der Laden steht nicht nur Bedürftigen offen. Im Gegenteil, der Laden ist, seit er vor einem Jahr von der Bahnhofstraße in die Siemensstraße 21-23 in Neu-Anspach gezogen ist und sich hier deutlich vergrößert hat, zu einem Geheimtipp geworden.

Auf 250 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet der Caritas Laden Second-Hand-Ware an. Insbesondere Textilien aller Marken sind sehr gefragt. „Oft kommen junge Mädels und suchen gemeinsam etwas aus, probieren die Sachen an, beraten sich gegenseitig und sind dankbar, dass sie für kleines Geld sich öfter etwas Tolles, Neuwertiges, aber für sie Neues kaufen können als in den normalen Modeketten“, hat Elke Hoever, Koordinatorin und eine der wenigen Festangestellten beobachtet.

Einkauf und Beratung in einem Gebäude

Denn was den Caritas Laden so besonders macht, ist das Engagement des großen Teams aus ehrenamtlich Tätigen. Weil die Ehrenamtlichen hier Freiwilligendienst leisten und weil die Kleidung, Taschen, Schuhe und Accessoires, aber auch Kindersachen gespendet werden, können die Artikel so sensationell günstig verkauft werden. Damit sich eben auch wirklich jeder etwas Schönes leisten kann. Und damit Ressourcen geschont werden. „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“, betont Anja Dürringer. Sie ist Abteilungsleiterin im Bereich Sozialraum und Freiwilligenengagement beim Caritasverband Hochtaunus.

Denn was den Caritas Laden außerdem noch ausmacht, ist das soziale Engagement zum Beispiel mit vielfältigen Beratungsangeboten, die im 1. Stock diskret stattfinden. Hier wird Menschen unter anderem dabei geholfen, bei den entsprechenden Behörden die jeweiligen Unterstützungen zu erhalten. Dazu zählen Migrationsberatung, Sozialberatung, aber auch betreutes Wohnen oder die Sozialraumprojekte im Usinger Land. Wichtig sind hier die kurzen Wege und die konkrete, direkte Hilfestellung.

25-köpfiges Team von Ehrenamtlichen

Auch die ebenfalls in der großen Halle in der Siemensstraße vor einem Jahr angesiedelten Taunus Dienste, die ein ähnliches Konzept fahren wie der Caritas Laden, bieten ein umfassendes Angebot. Das befruchte und ergänze sich gegenseitig, freut sich Hoever über den glücklichen Umstand, dass zufällig beide sozialen Dienste gleichzeitig eine größere und besser zu erreichende Bleibe gefunden hatten. „So sind wir zusammen ein richtiges Nachhaltigkeits-Kaufhaus geworden“, sagt sie. Dem etwa 25-köpfigen Team von Ehrenamtlichen gefällt die Idee, gleichzeitig etwas gegen das verschwenderische Wegwerfen von Waren, etwa durch das viele Bestellen im Internet und das kostenlose Zurücksenden der dann oft eingestampften Waren, und für den Klimaschutz zu tun und zusätzlich Menschen gerade jetzt in schwierigen Zeiten zu helfen. „Das sind christliche Werte, die wir vertreten und die uns wichtig sind, aber Mitglied in einer christlichen Kirche zu sein, ist keine Voraussetzung, um Teil des Teams zu werden“, macht Hoever Mut, sich ebenfalls in dem Laden einzubringen. Um den Caritas Laden noch attraktiver zu machen, haben die Damen vor, immer wieder einige besondere Veranstaltungen mit Eventcharakter anzubieten. So sei etwa ein Adventsshopping geplant oder relativ regelmäßig, vielleicht einmal im Monat, einen regionalen Künstler einzuladen, der dann ebenfalls seine Waren anbieten könne. „Wir haben so kreative Kunden, die tolles Kunsthandwerk beherrschen oder die aus manchen Sachen hier tolle neue Dinge zaubern, zum Beispiel aus Kindersöckchen einen Adventskalender machen“, berichtet Hoever. Um solche „Upcyclings“ mehr zu ermöglichen, möchten die Damen immer mal einen Extra-Verkauf von Kurzwaren oder Wolle anbieten. Ideen gibt es genug, um aus dem Caritas Laden einen wirklich coolen Second-Hand-Laden zu machen.

Öffnungszeiten

Montag, Dienstag und Freitag 10 bis 15 Uhr, Mittwoch 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 15 bis 18 Uhr, am 2. Samstag im Monat 10 bis 13 Uhr

Spendenannahme: Dienstag 10 bis 15 Uhr sowie Mittwoch und Donnerstag 15 bis 18 Uhr.

VON INGRID SCHMAH-ALBERT

Auch interessant

Kommentare