Die Firma Possmann und das Main-Äppel-Haus Lohrberg pressten an den Apfeltagen tonnenweise Äpfel aus. Den Most ließen sich viele Besucher an Ort und Stelle schmecken.
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Die Firma Possmann und das Main-Äppel-Haus Lohrberg pressten an den Apfeltagen tonnenweise Äpfel aus. Den Most ließen sich viele Besucher an Ort und Stelle schmecken.

Bunte Vielfalt bei den Apfeltagen im Hessenpark Neu-Anspach

Das spezielle Angebot im Freilichtmuseum kommt bei den Gästen gut an

  • VonFrank Saltenberger
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Kelter-Angebot lockt vor allem Kinder an. Die Apfelbestimmung interessiert Erwachsene

Neu-Anspach -Der Apfel ist des Deutschen liebstes Obst, heißt es. Kein Wunder, er wächst hierzulande überall, ist haltbarer als anderes Obst und schmeckt frisch vom Baum gepflückt, auf dem Kuchen, gepresst als Saft oder Mus. Und das, obwohl sein wissenschaftlicher Name "Malus" nicht gerade fehlerfrei klingt, aber immerhin gehört er zu den Rosengewächsen - und das wertet ihn wieder auf.

Es gibt sogar einen "Malus coronaria", ein nordamerikanischer Apfel, das klingt zurzeit auch nicht gerade gut, hindert uns das Corona Virus uns doch immer noch an einem unbeschwerten Zusammenleben.

Auch im Hessenpark bestimmt es den Einlass durch die 3-G-Regel, was am Wochenende aber nicht abschreckte in das Freilichtmuseum zu kommen, zumal herbstlich schönes Wetter vorausgesagt war. Herbst ist dort auch Erntezeit - und nach den Dresch-Tagen waren zum jüngsten Wochenende die Apfeltage ausgerufen worden.

Sehen, schmecken und pressen

Corona bedingt gehe es etwas ruhiger zu als beim großen Apfelfest vor zwei Jahren, teilte das Museum vorher mit, aber dennoch kam der Apfel zu gebührenden Ehren. Zentrum war der große Hof vor dem Fruchtspeicher aus Trendelburg. An Tischen im Corona-Abstand ließ es sich verweilen, beispielsweise beim Verzehr von an Ort und Stelle gedämpften "Erdäpfeln" mit Quark oder grüner Soße. Und viel zu sehen, gab es dabei obendrein und zum Mitmachen, vor allem für Kinder. Eine kleine Handkelter war im Einsatz, wo Kinder Säfte aus den Äpfeln pressen und selbstverständlich auch gleich kosten durften.

Eine recht mühselige Arbeit, denn in die Presse passten doch nur wenige Äpfel. Und bis sie geleert und wieder neu eingerichtet war, dauerte es schon ein Weilchen. Schneller lief es gleich nebenan, wo das Main-Äppel-Haus Lohrberg seine mobile Keltermaschine aufgefahren hatte. Von einem Anhänger kullerten in Container, aus denen sie per Hand auf das Förderband geschaufelt wurden.

Reichlich Infos rund um das Obst

Den Rest erledigte die Maschine, wo wie aus einem Wasserhahn der Apfelsaft floss und abgefüllte wurde. Nur der Trester musste wieder mit der Schaufel entsorgt werden.

Auch hier stellte sich immer reichlich Publikum ein - und auch hier konnte man den frischen Most probieren oder gleich einen Kanister mit nach Hause nehmen.

Wer Äpfel im Garten hat und nicht mehr so recht weiß, um welche Sorte es sich handelt, der konnte sie an anderer Stelle bestimmen lassen und wer keine dabei hatte, der konnte eine ganze Galerie verschiedenster Sorten in Augenschein nehmen und sich aus berufenen Mündern beraten lassen.

Die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins hatte sich unter dem Dach der Seilerei aus Gießen eingerichtet, wo auch zahlreiche Hessenpark-Äpfel verkostet wurden. Die Pomologen sind allerdings nicht ausschließlich auf Äpfel fixiert, sondern ihr Interesse richtet sich ebenfalls auf Birnen, Quitten und sogar Steinobst. "Die "Pflaumenvielfalt" konnte neben Äpfel und Birnen auf einem bunten Poster nach Hause getragen werden. Und neben dem Poster für die Wand, gab es für Kinder an anderer Stelle die Möglichkeit, einen Button mit ihrem Lieblingsapfel pressen zu lassen. Mehr für Erwachsene waren die Führungen rund ums Pflanzen, Schneiden und Pflegen von Obstbäumen über Hessenpark-Obstbaumwiesen. Ludwig Uhland hat ein romantisches Apfelbaum-Gedicht verfasst, das dazu passt: Bei einem Wirte wundermild Da war ich jüngst zu Gaste. Ein goldner Apfel war sein Schild An einem langen Aste. Es war der gute Apfelbaum Bei dem ich eingekehret. Mit süßer Kost und frischem Schaum Hat er mich wohl genähret. Es kamen in sein grünes Haus Viel leichtbeschwingte Gäste Sie sprangen frei und hielten Schmaus Und sangen auf das Beste. Ich fand ein Bett in süßer Ruh Auf weichen, grünen Matten Der Wirt er deckte selbst mich zu Mit seinem kühlen Schatten. Nun fragt ich nach der Schuldigkeit. Da schüttelt er den Wipfel Gesegnet sei er allezeit Von der Wurzel bis zum Gipfel. Von Frank Saltenberger

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