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Der sanierte Radweg ist keiner mehr

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Von: Matthias Pieren

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An dieser Stelle ist der neu gestaltete Radweg mit einer Breite von 1,43 Metern nicht nur viel zu eng, sondern, wie David Rüger demonstriert, auch überaus gefährlich nahe an die L 3270 herangerückt.
An dieser Stelle ist der neu gestaltete Radweg mit einer Breite von 1,43 Metern nicht nur viel zu eng, sondern, wie David Rüger demonstriert, auch überaus gefährlich nahe an die L 3270 herangerückt. © MATTHIAS PIEREN

Nach dem Neubau wird die Verbindung mit "Fahrrad frei" herabgestuft.

Neu-Anspach -Lange Wochen war die L 3270 zwischen der zentralen Kreuzung am Stadtrand (Theodor-Heuss-Straße/Bahnhofstraße) und dem Heisterbach-Kreisel nur einseitig in Richtung Westerfeld zu befahren. Im Zuge der Einrichtung der Baustelle und als Zufahrt für den neuen Edeka-Markt wurde eine neue Kreuzung geschaffen und dabei der Straßenverlauf der Landstraße leicht verlegt. In diesem Zusammenhang hatte man auch Büsche und Sträucher gerodet, die an dieser Stelle den vielbefahrenen Fahrradweg zwischen Westerfeld und Anspach vom Straßenverkehr abgegrenzt hatten.

Kurz vor Ferienbeginn wurde dann der Radweg für knapp eine Woche gesperrt. Einer der vielen Radfahrer, der sich auf die Wiedereröffnung gefreut hat, ist David Rüger. "Ich hatte geglaubt, dass sich nach den Bauarbeiten die Situation auf dem eh schon engen Radweg verbessert hat", sagt Rüger. "Überall wird die Verkehrswende proklamiert und gefordert, alternative Mobilitätsformen wie den Fahrradverkehr zu fördern."

Gefahrenstellen eingebaut

Der neue Radweg schockte den Familienvater aus Hausen-Arnsbach jedoch derart, dass er sich an unsere Redaktion wandte. "Die Diskussion und Forderungen um eine Verbesserung der Mobilitätsangebote für Radfahrer ist an Neu-Anspach wohl völlig vorbeigegangen. Im Gegenteil: In unserer Stadt ist einer der am stärksten frequentierten Fahrradwege schlechter als zuvor."

Die Landesregierung habe jüngst "Qualitätsstandards und Musterlösungen für das Radwegenetz in Hessen 2030" veröffentlicht. Außerorts, wo ein gemeinsamer Weg für Radfahrer und Fußgänger verlaufe, müsse eine Breite von mindestens 2,50 Metern gegeben sein.

Aber der nun geöffnete Weg sei auf 150 bis 200 Meter Länge nur zwei Meter breit. An der engsten Stelle sogar nur 1,43 Meter. "Hier wurden die neuen Straßenlampen auch noch auf den asphaltierten Weg gesetzt", sagt Rüger fassungslos. "Zwei Fahrräder können hier nicht nebeneinander vorbei fahren. Wie sollen Eltern mit Kinderwagen und Spaziergänger mit Hund gefahrlos passiert werden?"

Seine an das Rathaus gerichtete Kritik wird von Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) aufgegriffen: "Es handelt sich um eine außerörtliche Straße, die somit nach den Richtlinien für den Ausbau von Landesstraßen (RaL) umgebaut wurde", so der Rathauschef. "Bei Landesstraßen führen diese immer zu einem größeren Flächenbedarf für Baumaßnahmen."

Schild als Lösung?

Das beginne mit vorgegebenen Fahrbahnbreiten, Vorgaben für Abbiegespuren, größeren Radien im Kurven- und Kreuzungsbereich sowie anderen Längs- und Quergefällen von Straßenkörpern, mit denen der höheren Geschwindigkeit begegnet werden solle. "In Folge musste der neue Radweg an die Topographie der Bestandsstraße links und rechts bestmöglich angepasst werden. Deshalb musste der bestehende Fuß- und Radweg aufgrund der vergrößerten Radien und der vorgegebenen Seitenräume der Landesstraße verjüngt werden", sagt Pauli.

Um die Situation grundlegend zu entschärfen, sei in der weiteren Planung die Fortführung eines von Westerfeld kommenden Radweges an das neu erschlossene Gewerbegebiet vorgesehen, der im Rahmen des Radwegekonzeptes Hochtaunuskreis unterhalb der Heisterbachbrücke geplant sei. Zudem sei vorgesehen, den bereits zuvor zu schmalen gemeinsamen Fuß- und Radweg zu einem Sonderweg für Fußgänger mit Zusatz "Fahrrad frei" zu ändern.

Bei der Realisierung dieser Planung würden sich die Stadt und das Ordnungsamt kurzfristig mit Hessen Mobil und dem Regionalen Verkehrsdienst der Polizei abstimmen. VON MATTHIAS PIEREN

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