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Dirt-Bike-Anlage sorgt erneut für Diskussionen

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Neu-Anspach (cju). Da wurde Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) so richtig sauer auf die Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Ulrike Bolz. Das sei »anmaßend«, so seine Reaktion auf eine Aussage der CDU-Parlamentarierin. Es ging, noch einmal, um das Für und Wider für die Errichtung einer Dirt-Bike-Strecke im Gewerbegebiet Hausen-Arnsbach - und um die Geschwindigkeit, mit der die Verwaltung das Projekt erledigen könnte.

Uwe Kraft (CDU) unterstrich, wie wichtig es sei, etwas für die jungen Leute in der Kleeblattstadt zu machen. Aber es sei nicht sinnvoll, etwas am Wunsch der Jugendlichen vorbei zu machen. Deshalb müsse so schnell wie möglich eine Umfrage bei der Zielgruppe erfolgen und aufgrund dieser Umfrageergebnisse könne weiter geplant werden. Das Projekt solle so schnell wie möglich umgesetzt werden und »vier Wochen Zeit müssten doch ausreichen«, so Kraft. Schließlich habe die Verwaltung entsprechendes Personal angestellt: Jugendpflegerin und Streetworker müssten doch wissen, wie die Jugendlichen »ticken« und ob ihnen die Errichtung einer Dirt-Bike-Strecke entgegenkomme oder eher uninteressant sei. Auch der VzF soll nach Krafts Meinung eingebunden werden.

In der Verwaltungsvorlage, aus der der Bürgermeister zitierte, sind Kosten von rund 63 000 Euro notiert, wobei die Unterhaltungskosten, wenn die Strecke erst einmal gebaut sei, vergleichsweise gering seien. Das Ganze sei für 2023 geplant und könne auch erst dann in Angriff genommen werden, wenn der Haushalt 2023 genehmigt sei.

Es stellte sich ferner die Frage, ob der Bebauungsplan im Gewerbegebiet Hausen-Arnsbach entsprechend geändert werden muss. Der Umweltausschuss habe bereits der Vorlage zugestimmt, ließ Bernd Töpperwien (b-now) wissen. »Es macht keinen Sinn, den Bebauungsplan zu ändern, so lange wir noch nicht wissen, was die Jugendlichen wollen«, so Hans-Peter Fleischer (FWG).

Vier Wochen zu wenig Zeit?

Die Grünen-Vertreterin Regina Schirner betonte, der Bedarf sei vorhanden - und: »Wir wollen etwas für die Jugendlichen tun«. Es müsse mit allen Betroffenen gesprochen werden, damit das Projekt konsensfähig sei und keine Probleme mit sich bringe.

Vor der Abstimmung zeigte sich, dass die Bedarfsanalyse, die der Union vorschwebt, begrüßt wurde. Dem widersprach der Bürgermeister: Vier Wochen seien zu kurz. Man erreiche nicht mehr die zu Befragenden wie beispielsweise die Schulleitung der Adolf-Reichwein-Schule oder die Schüler. Nach der Sommerpause sei dies machbar, so Pauli.

Kevin Kulp (SPD) wollte dabei den Bebauungsplan schon auf den Weg bringen und meinte, die Verwaltung solle Rückmeldung geben, ob das machbar sei, denn: »Ein halbes Jahr ist uns zu lang«.

Die Äußerung von Ulrike Bolz (CDU), dass das Vorhaben nach der Sommerpause dann ja wohl erledigt sein dürfte, brachte Pauli schließlich in Harnisch: Die Spitze der Vorsitzenden sei »anmaßend und unverschämt«. Pauli stellte sich demonstrativ schützend vor seine Verwaltung, die gut arbeite und viel zu tun habe. Unachtet dessen stellte er aber in Aussicht, dass nach der Sommerpause eine Bedarfsanalyse vorgestellt werde.

Bei der Abstimmung konnten sich Grüne und SPD nicht dabei durchsetzen, die Bebauungsplan-Änderung und das Artenschutzgutachten sofort in Auftrag zu geben. Mit den Stimmen von CDU, b-now, FWG und NBL votierte der Ausschuss vielmehr für die Vertagung der Beschlussvorlage bis nach dem Ende der Sommerpause.

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