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Drei Jahrzehnte im Dienste der Kunst

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Von: Frank Saltenberger

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Wasser und Wolken. Erika Fitterer feiert im Dezember das 30-jährige Bestehen ihrer Galerie und Malakademie mit einer Schülerausstellung.
Wasser und Wolken. Erika Fitterer feiert im Dezember das 30-jährige Bestehen ihrer Galerie und Malakademie mit einer Schülerausstellung. © fms

Die Malschule Fitterer begeht ihren runden Geburtstag mit einer Ausstellung.

Neu-Anspach -„Verdamp lang her“, sagt BAP-Fan Erika Fitterer, als sie beginnt, von den Anfängen zu erzählen. Lange her, das sind im Grunde „nur“ 30 Jahre, aber das Interesse für kreatives Arbeiten und die Malerei ist bei ihr noch älter: „Ich wollte Kunst studieren, aber wie das so ist, damals hörte man noch auf die Eltern.“ Und die wollten, dass die Tochter einen Beruf erlernt. Das Friseurhandwerk sei dennoch ein guter Einstieg gewesen, so Fitterer heute, denn: „Da konnte ich kreativ arbeiten, etwas mit meinen Händen machen, das Fachzeichnen in der Schule habe ich auch gerne gemacht“.

1986 war sie dann von Freiburg in den Taunus gezogen und hat ihre Fühler gleich in Richtung Kunst ausgestreckt. Die führten sie zu Valentina Kulagina, die zu ihrer Lehrerin wurde, und mit ihr und Alicja Horbowy teilte sie schließlich ein Atelier in Hausen und gründete mit ihnen die Künstlergruppe E.V.A „Das war eine umgebaute Scheune mit unten einem Stall.“ Beim Erzählen schlägt sie ein Fotoalbum auf, es zeigt einen Tisch unter dem Stallgewölbe, an dem Kinder werkeln.

„Mit sechs Kindern habe ich angefangen, die Arbeit mit ihnen hat mir gleich sehr viel Spaß gemacht. Ich habe kleine Theaterstücke geschrieben, die haben wir dort aufgeführt.“ Auch Puppen hat sie mit den Kindern gebastelt.

Ihre eigene Entwicklung habe sie zunehmend der Malerei nähergebracht. „Wir haben uns wunderbar ergänzt“, denkt sie an die beiden Künstlerinnen zurück. „Aber irgendwann hat jeder seinen Bereich ausgedehnt und nach einem eigenen Atelier Ausschau gehalten. Erika Fitterer fand es im alten Gebäude der Firma Taunuslicht: „Dort habe ich sehr viel an mir gearbeitet, habe viel experimentiert und mich weitergebildet.“ Auch die Zahl ihrer Schüler wuchs, und dann konnte sie in Räume in der Anspacher Langgasse einziehen. Hier seien die Bedingungen noch besser gewesen, sie habe mehr Platz gehabt.

Auf das Quartier ausgedehnt

Parallel zu ihren Malkursen hat sie allein oder im Verbund mit anderen Ausstellungen bestritten. „Früher habe ich viel in Frankfurt ausgestellt“, sagt sie, eine Ausstellung in der Schirn gehörte dazu. Eine Ausstellung für Kinder in Not, zu der sie sich beworben habe und ausgewählt wurde.

„Du veränderst dich ja auch, Phasen der Neuausrichtung“, erklärte sie zur weiteren Entwicklung, das kenne jeder Künstler. Heute gehören Wolken und Wasser zu ihren Lieblingsmotiven, daneben liebt sie das abstrakte figürliche Motiv. Neben dem eigenen Malen und den Malkursen bot das Atelier in der Langgasse weitere Möglichkeiten der Entfaltung. Die dehnten sich sogar auf das ganze Quartier aus. Das „Kunst-Karree“, eine Open-Air-Ausstellung mit vielen weiteren Künstlern in den Höfen der Anspacher Altstadt, gehörte dazu - und das Engagement im gegründeten Neu-Anspacher Kulturform.

Ganz besondere Abende organisierte man zusammen im Kunsthaus Fitterer, so „Kunst und Genuss“: Essen umgeben von Kunst zur Musik von Michael Dragic, ebenfalls eine treibende Kraft im Kulturforum. Hoffeste gehörten dazu. Und am Nikolausmarkt, der damals im alten Ortskern angesiedelt war, sei „die Bude“ immer voll gewesen.

Gerne erinnert sich Erika Fitterer auch an die Reisen, die sie mit ihren zumeist Schülerinnen unternommen hat, nach Korsika oder Mallorca: „Da sind wir mit dem Dreibein-Hocker unter dem Arm in die Landschaft gezogen.“ Noch im Atelier in der Langgasse fand die Lehrer-Schüler-Gruppe „Art Style“ zusammen, die ihre Arbeiten gemeinsam präsentierte. Die Gruppe gibt es nicht mehr, weil sich die Wege immer wieder trennten und jeden in neue Richtungen führten. Dann war auch die Langgassen-Zeit zu Ende.

Neue Möglichkeiten entdeckt

Seit über fünf Jahren ist Fitterer jetzt im Feldbergcenter präsent. „Am Anfang habe ich schon dem alten Atelier nachgeweint, aber dann die neuen Möglichkeiten hier entdeckt.“ Schülern bringt sie auch hier den Umgang mit Pinsel und Farben bei, und: „Hier habe ich eine Galerie, an der die Menschen vorbeikommen“.

Besonders lohnt sich das Vorbeikommen oder noch besser das Verweilen am 10. Dezember von 10 bis 18 Uhr. Dann wird das 30-jährige Bestehen der Galerie und Malakademie mit einer Schülerausstellung gefeiert, auch dies noch einmal unter dem Dach des Neu-Anspacher Kulturforums. FOTO: VON FRANK SALTENBERGER

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