Das Hochtaunusstift in Neu-Anspach wird zurzeit vom DRK Hochtaunus betrieben, jedoch wird in diesem Jahr Bewegung in die noch offene Eigentümer-Frage kommen.
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Das Hochtaunusstift in Neu-Anspach wird zurzeit vom DRK Hochtaunus betrieben, jedoch wird in diesem Jahr Bewegung in die noch offene Eigentümer-Frage kommen.

Neu-Anspacher Hochtaunusstift wird verkauft

DRK Hochtaunus bietet sich als Betreiber an

  • Nina Fachinger
    vonNina Fachinger
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Name des Käufers ist geheim - Entscheidung fällt bis zur Jahresmitte

Seit rund einem Jahr betreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Hochtaunuskreis das Altenwohn- und Pflegeheim Hochtaunusstift in Neu-Anspach. Bis heute sind die Eigentumsverhältnisse zwischen Eigentümer und einem eventuell neuem Investor noch nicht geklärt. Solange das nicht der Fall ist, ist nicht an eine Sanierung eines der dienstältesten Alten- und Pflegeheime im gesamten Hochtaunuskreis zu denken.

Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren errichtet, dementsprechend hoch ist der Sanierungsbedarf. "Grundsätzlich sollte die Sanierung des ganzen Gebäudes vorgenommen werden, um den gesetzlichen Anforderungen der Hessischen Betreuungs- und Pflegeaufsicht, der Bauaufsicht, des Brandschutzamtes und des Gesundheitsamtes gerecht zu werden", sagt einer der beiden Geschäftsführer des Stifts, Sebastian Fischer. Doch die Sanierung selbst ist Sache des Eigentümers.

Ist mit der Klärung der Eigentumsfrage noch in der ersten Jahreshälfte zu rechnen? - Fischer ist da optimistisch: "Ich denke, dass es im Interesse aller Beteiligten, vor allem aber im Interesse der Bewohner, Angehörigen sowie Mitarbeiter ist, dass sich die Eigentumsverhältnisse zum 30. Juni 2021 geklärt haben." Das DRK werde Behörden, Eigentümer und den Investor mit seinen Möglichkeiten als Betreiber unterstützen, um dieses Ziel zu erreichen.

Eine Projektgesellschaft der Raiffeisen-Leasing

Eigentümer der Immobilie ist eine der Projektgesellschaften der Raiffeisen-Leasing GmbH mit Sitz in Wien, so Unternehmenssprecherin Raiffeisen Bank International, Anja Knass auf Anfrage dieser Zeitung. Es handelt sich bei der Projektgesellschaft um die Achat Immobilien GmbH & Co. Projekt Hochtaunus-Stift KG, die ihren Sitz in Eschborn hat.

"Aus heutiger Sicht ist eine Verwertung (d.h. Verkauf; Anm. der Redaktion) des Hochtaunusstiftes angedacht", so Knass. Zu dem Käufer selbst könne man sich jedoch aufgrund von Vertraulichkeitsverpflichtungen nicht äußern. Gleiches gelte für die zeitliche Abfolge des Verkaufs. Auf die Frage, ob der künftige Eigentümer das alte Gebäude dann auch sanieren wird, antwortet die Unternehmenssprecherin: "Wir gehen davon aus, dass ein allfälliger Erwerber der Immobilien bauliche Maßnahmen setzen wird. Diesbezüglich können wir aber keine näheren Angaben machen, da dies dann außerhalb unseres Wirkungsbereichs liegt", sagt Anja Knass.

Erheblicher Sanierungsaufwand

Für den DRK-Kreisverband steht fest, dass er das Hochtaunusstift weiter betreiben will, auch nach einem Eigentümerwechsel, so Sebastian Fischer. Was die Eigentümerwechsel-Verhandlungen betreffe, stehe man selbst jedoch am Rand.

Das DRK hatte im vergangenen Jahr ein Gutachten zum Zustand der Immobilie in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten habe einen erheblichen Sanierungsaufwand hervorgebracht, so Fischer.

Wie viele Bewohner muss die Einrichtung, die momentan - also mitten in der Corona-Krise - 50 Bewohner hat, künftig haben, um wirtschaftlich zu sein? "Dies hängt vom jeweiligen Konzept des zukünftigen Eigentümers ab. Aus unserer Sicht bedarf es eines modernen Konzepts mit einer Mischnutzung aus betreutem Wohnen, stationärer Pflege und Tagespflege. Eine reine Nutzung des Gebäudes als stationäre Pflegeeinrichtung mit ursprünglich 195 Betten ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Fischer. "Der Standort hat Potenzial, Platz ist da, das Know-how ebenfalls, wir sind bereit", betont der Geschäftsführer. Dennoch sei es nicht mit den Werten des Roten Kreuzes vereinbar, wenn aus dem Seniorenheim ein Renditeobjekt werden würde, das man auf Kosten des Personals ausquetsche, um Rendite zu erzielen. "Dafür stehen wir nicht zur Verfügung."

Der DRK-Kreisverband war kurz vor Weihnachten 2019 als Betreiber eingesprungen und hat eine Schließung des Stifts verhindert. Die damaligen Betreiber hatten nach einer Umwandlung ihrer GmbH die Zulassung für den Betrieb des Hochtaunusstifts verloren, es gab keinen Versorgungsvertrag mehr zwischen Betreiber und Pflegekasse. Es gab für Hessische Betreuungs- und Pflegeaufsicht beim RP in Gießen Anhaltspunkt dafür, dass die Anforderungen an den Betrieb einer Pflegeeinrichtung nach § 9 des Hessischen Gesetzes über Betreuungs- und Pflegeleistungen nicht mehr erfüllt worden seien, hieß es.

Anders als in vielen anderen Alten- und Pflegeheimen, gab es im Hochtaunusstift noch keinen Corona-Fall. Fischer nennt dafür drei Gründe: "Zum einen haben wir ein Hygienekonzept, an das sich die Mitarbeiter halten, zum anderen testen wir seit rund 9 Wochen jeden Besucher, der das Haus betritt und zu guter Letzt steht das Haus in einer relativ günstigen Region, die geringere Inzidenz-Zahlen aufzuweisen hat. "

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