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Hessenpark Mitarbeiterin Rebekka trainiert mit Eselsdame Maja im Freilichtmuseum das Tragen eines Sattels. In vielen Ländern spielen Esel noch eine große Rolle als Packtiere.

Der Hessenpark Neu-Anspach bietet Vorführhandwerk mit Tieren

Eselsdame Maja rückt ins Rampenlicht

  • Nina Fachinger
    vonNina Fachinger
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Das Freilichtmuseum hat viele neue Ideen und Angebote für die ganze Familie

Graues Novemberwetter, keine Besucher auf dem Gelände, wenig Aussicht auf baldige Besserung. Doch das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach setzt dem auch ein paar positive Nachrichten entgegen, zum Beispiel historische Rezepte aus dem Hessenpark auf Video. Die seien bei den Besuchern des Museums sehr beliebt, teilt der Hessenpark mit.

Im Haus aus Eisemroth gab es passend zum Rezept Vorführungen zur historischen Hausfrauenarbeit. Früher, als noch keine Abstandsregeln eingehalten werden mussten, durften alle probieren, was auf dem alten Holzofen gekocht wurde. "Auf der Suche nach neuen Formaten, die auch in Corona-Zeiten Spaß machen, haben wir zusammen mit unserer historischen Hausfrau Iris und Michaele Scherenberg die neue Reihe ,Video-Rezepte' aus dem Hessenpark entwickelt. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie die historischen Speisen zubereitet wurden und man kann gleich sehen, wie das Endergebnis ausschaut", heißt es.

Video-Rezepte passen zur Jahreszeit

Die Rezeptauswahl richte sich nach den Jahreszeiten. Im November, wenn es draußen grau und grauer wird, gab es mit dem leckeren Reispudding Süßes für die Seele. Angelegt sei die Reihe zunächst auf zwölf Rezepte. Jeden Monat komme ein neues hinzu. Zu finden sind die Beiträge auf Facebook oder direkt auf der Internetseite des Museums: www.hessenpark.de/videorezepte-aus-dem-hessenpark.

Die drei Eselsdamen gehören zwar nicht zum Arche-Park des Freilichtmuseums, weil sie nicht vom Aussterben bedroht sind. Sie zählen aber trotzdem zu den historischen Nutztieren und seien echte Besucherlieblinge. "Esel wurden und werden noch immer als Packtiere eingesetzt. Früher transportierten sie beispielsweise Getreidesäcke zur Mühle und das Mehl anschließend von der Mühle zum Bauern. Im Hessenpark haben die Esel ein deutlich bequemeres Leben. Das soll sich aber ändern." Rebekka, die ihr freiwilliges ökologisches Jahr im Museum absolviert, übe momentan mit den Eseln das Tragen von Lasten. Begleitet werde sie dabei von Annemarie Bank-Lauer, die seit über 50 Jahren mit Eseln arbeite und für den Hessenpark freiberuflich tätig ist.

Die Esel sollen an einen Packsattel gewöhnt werden. Aber das sei nicht die einzige Herausforderung. "Zu Beginn muss den Tieren erstmal klar gemacht werden, dass wir mit ihnen arbeiten wollen und nicht nur zum Füttern kommen", erzählt Rebekka. Auch das Anlegen des Halfters benötige Gewöhnung. Zwei Mal pro Woche wird ihr der Packsattel angelegt. Besonders wichtig ist Routine. Um stetige Fortschritte machen zu können, muss kontinuierlich trainiert werden. Im nächsten Schritt würden Gewichte an dem Packsattel befestigt, damit die Tiere auch die notwendige Muskulatur aufbauen können, heißt es. Der Hessenpark plane so, in Zukunft eventuell ein neues Vorführhandwerk anbieten zu können.

Nachwuchs beim Roten Höhenvieh

Das rote Höhenvieh sei mit dem Freilichtmuseum Hessenpark in besonderer Weise verbunden. In den 1980er Jahren galt die Rasse als ausgestorben, bis in der Besamungsstation Gießen per Zufall noch Spermaportionen eines reinrassigen Bullen gefunden worden seien. Bei den nachfolgenden Anstrengungen die Rasse zu erhalten, habe der Hessenpark als Zuchtstandort eine wichtige Rolle gespielt.

Bis heute halten man eine kleine Herde mit aktuell vier Mutterkühen und fünf Jungrindern vom letzten Jahr. Eine der Mutterkühe habe gerade ein weibliches Kälbchen zur Welt gebracht. Die drei anderen Kühe würden auch bald kalben und damit zum Erhalt dieser schönen Rasse beitragen. "Die Rinderherde ist übrigens im hinteren, westlichen Teil des Museums zu finden, da es hier große Weideflächen gibt." red

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