Im Lockdown waren kreative Ideen gefragt: Das Künstlerpaar Kulcsar aus Glashütten tauchte den Hessenpark im November bei einer Lichtinstallation ohne Zuschauer in ganz neues Licht.
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Im Lockdown waren kreative Ideen gefragt: Das Künstlerpaar Kulcsar aus Glashütten tauchte den Hessenpark im November bei einer Lichtinstallation ohne Zuschauer in ganz neues Licht.

Schweres Jahr für den Hessenpark Neu-Anspach

Fast alle Veranstaltungen mussten abgesagt werden

  • vonAndreas Burger
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Zahl der Besucher im Freilichtmuseum schrumpft um rund 145 000 auf nur 94 000 Besucher

Es gibt schönere Aufgaben, als einen Rückblick auf das Corona-Jahr 2020 zu schreiben - auch aus musealer Sicht des Freilichtmuseums Hessenpark in Neu-Anspach. Dennoch zieht dieser nun in einer Pressemitteilung eine Bilanz für 2020. Die Zahl der Besucher im Corona-Ausnahmejahr ist um rund um rund 145 000 auf rund 94 000 Besucher im vergangenen Jahr geschrumpft.

Nach dem hoffnungsvollen Saisonstart in ein Jahr voller angedachter Höhepunkte kam alles anders: Der Hessenpark schloss seine Tore, das frisch gedruckte Jahresprogramm wanderte in die Altpapiertonne, Veranstaltungen fielen ausnahmslos ins Wasser, die geplanten Eröffnungen mussten aufs nächste Jahr verschoben werden. All das blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Besucherzahlen: Im Corona-Jahr 2020 fanden genau 93 802 Besucher ihren Weg ins Freilichtmuseum Hessenpark, weitere 17 060 Gäste besuchten nur den Marktplatz, heißt es.

Scheller: Diese Zahlen sind unvergleichbar

"Das sind deutlich weniger Besucher als im Vorjahr, in dem wir 238 450 zahlende Gäste verbuchen konnten", konstatiert Museumsleiter Jens Scheller.

Messen lassen müsse sich das Museum an diesen Zahlen nicht, für den Pandemie-bedingten Rückgang sind vor allem monatelange Schließungen, ausgebliebene Gruppenbesuche und fehlende Großveranstaltungen verantwortlich. Dennoch stimmt Scheller das Gesamtergebnis alles andere als glücklich. Ein Blick auf die Sommermonate hingegen schon: "Hier konnten wir beinahe nahtlos ans Vorjahr anknüpfen, obwohl unser Angebot deutlich bescheidener ausfiel, als unsere Gäste das von uns gewohnt sind."

Ein großes Museumsgelände mit vielen spannenden Außenangeboten - die Stärken des Freilichtmuseums - sorgten dafür, dass sich der Hessenpark auch in Corona-Zeiten als attraktives Ausflugsziel präsentieren konnte. Ausreichend frische Luft, jede Menge Platz und ein geringes Ansteckungsrisiko bescherten dem Museum regen Zulauf und glückliche Gäste. Seit den Sommermonaten waren die Häuser wieder zugänglich, Handwerksvorführungen unter freiem Himmel boten Abwechslung und Lebendigkeit. Der Walderlebnispfad, der Grenzsteingarten, der geologische Lehr- und der Trimm-dich-Pfad waren sehr viel stärker frequentiert als in "normalen" Jahren. So kamen auf dem Gelände auch mal all jene Ecken und Winkel zu Ehren, die sonst weniger Beachtung finden, heißt es.

Neue Angebote entwickelt

Museumsarbeit neu denken, Hygienekonzepte aufstellen, Corona-gerechte Konzepte entwickeln, die Attraktivität des Außengeländes weiter steigern - das waren Themen, die das Museumsteam im Jahr 2020 beschäftigt hätten. "Die Ergebnisse der intensiven Auseinandersetzung mit der Frage, wie unser Museum auch unter Pandemiebedingungen seinen Bildungsauftrag erfüllen kann, werden 2021 im Gelände sichtbar", verspricht Jens Scheller. Zusammen mit seinem Team freue er sich, dass das herausfordernde Jahr nun abgeschlossen ist: "Wir hoffen auf eine entspannte, schöne und ereignisreiche Museumssaison 2021." Auf Rekordbesucherzahlen setzt der Museumsleiter dabei nicht. "Mit Busgruppen, Thementagen oder gar Großveranstaltungen ist in der ersten Jahreshälfte nicht zu rechnen", so Jens Scheller abschließend. red

Großveranstaltungen fielen aus, umso beliebter waren Vorführhandwerk-Angebote wie die Flachsverarbeitung.

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