Der Biber hat die Usa zu einem See aufgestaut.
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Der Biber hat die Usa zu einem See aufgestaut.

Neu-Anspach

Heizöl verschmutzt Usa und Wiesen

  • vonFrank Saltenberger
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Ursache wird noch ermittelt - Der Biber hat den Fluss zu einem See aufgestaut

Neu-Anspach -Andreas Groos sah schon hohe Kosten auf ihn zukommen. Als Landeigentümer müsste er für den Schaden aufkommen, der ihm selbst und der Natur entstanden ist. Die Umweltbehörde hatte bereits verfügt, dass eine Firma den belasteten Boden abtragen und vor allem das Ausmaß der Verseuchung erkunden sollte.

Bagger und Radlader waren auch schon im Einsatz, als Groos den Ort besichtigte. Sie hatten Container mit Erde befüllt, Löcher ausgebaggert und Wasser in Tanks herausgepumpt.

Keine Anfahrtspuren entdeckt

Was war geschehen? Die Biber haben seit einiger Zeit die Usa erobert und auch dort, wo bisher eine seichte Furt zwei Feldwege verband, unterhalb des Usinger Wegs und dem Areal der Firma Schlapp, oft von Reitern mit ihren Pferden benutzt, ist ein kleiner See entstanden. Ein Bauwerk aus Ästen versperrt dem Wasser den direkten Abfluss und das hat sich schon Wege drumherum gesucht. Der Biber steht unter Beobachtung der Umweltbehörden, und so hatte der Biberbeauftragte zusammen mit der zuständigen Mitarbeiterin im Neu-Anspacher Rathaus, Dorothea Gutjahr, die Stelle besichtigt und dabei einen markanten Geruch von Diesel oder Heizöl wahrgenommen.

Wie kommt es dazu mitten in den Wiesen an der Usa? Ein erster Gedanke war, dass dort jemand illegal Heizöl entsorgt hat.

Der wurde aber bald fallengelassen, denn es wurden keine Anfahrtspuren entdeckt. Also wurde gebaggert, und als sich die Arbeiter den Hecken am Ufer näherten machten die Arbeiter eine Entdeckung: "Da war ein Schachtdeckel, leicht geöffnet", berichtete der Baggerfahrer der Firma Amend. Als die Arbeiter den Deckel zur Seite schoben, sahen sie in einen bis zum Rand gefüllten Schacht. "Rot ist Heizöl", erkannten die beiden Experten sofort, dass es kein Diesel war.

Aber wie kommt es in den Schacht, denn auch hier gab es keine Hinweise, dass er von oben befüllt wurde. Wenn nicht von oben, dann also von unten. Das war auch den weiteren Fachleuten und Verantwortlichen klar, die herbeigerufen wurden, von der Polizei über den Neu-Anspacher Stadtbrandinspektor Thoms Schaub, Udo Laun von der Wasserschutzbehörde des Kreises, Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) sowie Gutjahr. Auch die Firma Buhlmann aus Merzhausen war mit einem Team vor Ort.

Stand sinkt trotz Pumpen nicht ab

Aber noch war das Rätsel der Herkunft des Heizöls und weiterer Zusammenhänge nicht geklärt. Besonders als die Fachfirma eine Tauchpumpe im Schacht versenkte und mit dem Abpumpen begann, stellten sich neue Fragen. Denn, zwei 1000-Liter-Tanks waren schon voll, aber der Stand des Öls im Schacht war keinen Zentimeter gesunken. Drückt das Bachwasser vielleicht nach?

Doch man kam der Lösung näher, als ein Mitarbeiter der Stadt mit alten Plänen aus dem Büro zurückkam und eine schon ausgesprochene Vermutung bestätigte. Vom Areal der Firma Schlapp, das heute gleich von mehreren Firmen genutzt wird, führte ein eingezeichneter Kanal Richtung Usa.

Wo genau das Heizöl dort wann und wieso in der vielleicht sogar stillgelegten Kanalisation verschwand, muss geklärt werden. Andreas Groos, der Besitzer der Wiesen, kann aufatmen, denn ein Verursacher wird vermutlich ermittelt werden.

Aus dem Schacht ist das Öl in seine Umgebung eingedrungen, wie weit, wird sich auch noch zeigen müssen. Mit dem Abpumpen wurde vor Pfingsten nicht mehr begonnen, lediglich der Schachtrand abgedichtet. Und der oder die Biber scheinen nicht allzu viel von dem Trubel mitbekommen zu haben. Sie ließen sich nicht sehen. Von Frank Saltenberger

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