15-Millionen-Euro-Projekt

Bad Homburger Immobilienmakler legt neue Pläne für die Saalburgstraße vor

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Ursprünglich sollten auf dem Gelände von Opel-Jäger am Ortseingang von Anspach zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Jetzt liegen neue Pläne vor.

Seit Ende 2015 werden in dem großen Gewerbebau am Ortseingang von Anspach schon keine Autos mehr verkauft. Pläne von Grundstücksbesitzer Reinhold Jäger, dem Rewe-Konzern das Gelände zu veräußern, waren bekanntlich gescheitert. Zwischendurch wurde das Objekt dann auch mal bei Ebay angeboten: zum Preis von 1,98 Millionen Euro. Jetzt allerdings sieht es tatsächlich so aus, als könnte das Bauprojekt, das im Januar vergangenen Jahres zum ersten Mal im Bauausschuss Thema gewesen und dort auf Zustimmung gestoßen war, verwirklicht werden – wenn auch in etwas anderer Form.

Ursprünglich war geplant, auf dem über 5200 Quadratmeter großen Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser zu bauen. Von insgesamt 48 neuen Wohnungen war die Rede gewesen. Jetzt allerdings sind – mit Rücksicht auf die Anlieger in der Altkönigstraße – fünf kleinere Gebäude mit jeweils 8 bis 13 Wohneinheiten geplant. Denn auch wenn das Projekt im Bauausschuss gut angekommen war, hatten die Kommunalpolitiker doch darauf hingewiesen, die Anwohner frühzeitig einzubinden und – im Hinblick auf den Schattenwurf – ein allzu hohes Gebäude zu vermeiden. Schließlich sind die Proteste gegen den Bau in der Bahnhofstraße allen eine Lehre gewesen.

Auch Harald König, Geschäftsführer von HGI Immobilien, der im Auftrag von Jäger und in Zusammenarbeit mit einem Architekten das Grundstück entwickelt, weiß um die Geschehnisse, die seinerzeit sogar zu einer Klage geführt hatten. „Es macht keinen Sinn, unbedingt etwas durchsetzen zu wollen“, meint er, „man muss immer mit den Nachbarn sprechen.“ Der Bad Homburger Immobilienmakler hat insgesamt drei Anlieger-Gespräche geführt und daraufhin abgespeckt: Obwohl es jetzt nicht mehr zwei, sondern fünf dreigeschossige Baukörper (plus Staffelgeschoss) sind, sind diese luftiger und nicht mehr so hoch. Sie haben einen Abstand von zehn Metern zur Grundstücksgrenze (bei Opel-Jäger waren es nur drei Meter), und sie sind jeweils acht Meter voneinander entfernt, was mehr Licht auf die darunter liegenden Wohnhäuser, aber auch in die Wohnungen des Gebäudes wirft.

König will außerdem die erlaubte Wohnfläche, 6300 Quadratmeter brutto, nicht voll ausnutzen. „Geplant sind zwischen 5000 und 5500 Quadratmeter“, verspricht er. Die Änderungen gehen natürlich auf Kosten der Fläche, was das Projekt, das derzeit unter dem Namen „Saalburg plus“ firmiert, teurer macht. Dafür war dann das letzte Gespräch laut König so gut, dass zwei Anlieger am liebsten selbst eine der Wohnungen kaufen würden.

Wenn das Baurecht geklärt ist, will der Makler Bauträger ansprechen, die das 15-Millionen-Euro Projekt umsetzen möchten. Erste Gespräche hat er bereits geführt, aber noch keine Entscheidung getroffen. Es sei ihm wichtig, dass auch der künftige Investor hinter seinem Konzept stehe, sagt König und spricht von einem „multifunktionalen Wohnkonzept“, das sowohl jüngere als auch ältere Menschen anspricht. Dabei sollen nicht möglichst viele zwischen 56 und 120 Quadratmeter große Wohnungen entstehen, sondern solche, die der Markt braucht. „Ich möchte etwas Schönes umsetzen.“

Wichtig sind ihm außerdem Barrierefreiheit, altersgerechte Bäder, Aufzüge, große Fensterflächen, eine Tiefgarage mit ebenerdigen Parkplätzen und eine „ökologische Gestaltung“. Dazu gehören eine Heizung, die auf fossile Brennstoffe verzichtet, genauso wie Steckdosen für E-Autos. Der Außenbereich entlang der Saalburgstraße soll weitestgehend von Parkflächen freigehalten werden. Geplant ist außerdem eine Allee mit Bäumen. Auch ein Spielplatz ist vorgesehen.

König ist froh, dass in der Saalburgstraße kein Gewerbe entsteht. Als er das erste Mal auf dem Grundstück stand, habe er ins Tal geschaut und gedacht: „Hier gehören Wohnungen hin.“

Derzeit ist im Rathaus ein Modell des Projektes zu sehen. Auch ein Vorentwurf des Bebauungsplans liegt aus. Dieser sieht aber nicht nur auf dem Opel-Gelände, sondern auch auf dem Nachbargrundstück Wohnbebauung vor. Berücksichtigt wurde nämlich ebenfalls der bereits beschlossene Umzug des Schrotthändlers Röhrig auf ein Gelände unterhalb der Deponie Brandholz. Noch bis einschließlich Freitag, 3. August, können Bürger Anregungen zu den Planungen geben. Deren Bedenken werden anschließend von der Politik bewertet und gegebenenfalls berücksichtigt, bevor es dann im Herbst zu einer zweiten Offenlage und dann zum endgültigen Satzungsbeschluss kommt. König denkt, dass er noch in diesem Jahr eine Baugenehmigung vorliegen hat. Im nächsten Frühjahr könnte dann mit den 18-monatigen Bauarbeiten begonnen werden.

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