Christian Seifert und Rebekka Schweers lieben die Landschaftsfotografie.
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Christian Seifert und Rebekka Schweers lieben die Landschaftsfotografie.

Zwei leidenschaftliche Fotografen in Neu-Anspach

Ihr Hobby hat sie zusammengebracht

  • VonFrank Saltenberger
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Rebekka Schweers und Christoph Seifert haben ein gutes Auge - und können auch in Corona-Zeiten unterwegs sein

Zurzeit sind Hobbys gefragt, die ohne Kontakte ausgeübt werden können. Mannschaftssport geht nicht, Kartenspielen im Freundeskreis kann man vergessen, und Tanzen erst recht. Wohl dem, der Briefmarken sammelt oder an der Eisenbahn im Keller bastelt, aber wer sich der Fotografie verschrieben hat, steht auch gut da.

Christoph Seifert aus Neu-Anspach und Rebekka Schweers aus Eppstein gehören dazu, und dem Hobby Nummer eins gehen sie nach Zeit, Lust und Laune nach und stehen dazu auch schon einmal sehr früh auf. Rechtzeitig vor Sonnenaufgang auf jeden Fall, denn der ist ein Lieblingsmotiv der beiden. Dann gehen sie zu zweit auf Tour, auch wenn beide noch nicht aus einem offiziell besiegelten gemeinsamen Haushalt kommen. Aber zwei Personen sind ja erlaubt, und außerdem sind die beiden schon so gut wie verheiratet. Aber Corona hat auch in diesem Fall aufschiebende Wirkung: "Wir wollen schon in einem größeren Kreis feiern", sagt die Braut in spe. Wann das möglich ist, weiß derzeit keiner.

Am Zacken hat es "zoom" gemacht

Ihr Hobby hat sie auch zusammengebracht. Jeder hatte schon selbst seine Leidenschaft für das Fotografieren entdeckt, als die Leidenschaft füreinander dazukam. In der Facebook-Fotogruppe hatten sie sich bereits kennengelernt, aber dann hat es am Zacken, als man sich in natura gegenüberstand, "zoom" oder vielmehr "zack" gemacht.

Zum Zacken gleich mehr, zunächst zurück zum Sonnenaufgang. Landschaftsfotografie ist ihr gemeinsames Thema, und sie haben inzwischen ihre Lieblingsplätze, die sie immer wieder aufsuchen. So zum Beispiel direkt am Ortsausgang der Kleeblattstadt Richtung Saalburg, wo sich ein weites Panorama in das Erlenbachtal auftut. Die Blickrichtung geht nach Osten, wo morgens die Sonne am Horizont des östlichen Taunus aufgeht. Das ist der Moment, auf den die beiden warten.

Auch die Hirschhöhe bei Rod am Berg ist ein guter Ort, um den Sonnenaufgang über Neu-Anspach einzufangen. Warum aber so oft die gleichen Orte? "Die Stimmung ist immer wieder anders", sagt Seifert. Die Landschaft verändere sich, man wisse nie genau, was einen erwarte oder was passiere. So wie beim letzten Fototermin am Rande der Wacht mit Blick auf den Flugplatz, als es sich ein Rudel Rehe auf einem Acker gemütlich machte. Sie lagen einfach so beisammen, erhoben sich dann aber doch und sprangen in das nächstgelegene Dickicht. Schweers nahm die Herde zwar ins Visier, aber mehr, um den Tele-Effekt als Fernglas zu nutzen, als einen Schnappschuss zu machen. Es ging ihr um die Landschaft, und die hatte an diesem Tag eine weiße Decke übergezogen, eine reizvolle Herausforderung für die Belichtung.

Das Weiltal steht ganz oben auf der Liste

Morgens auf die Wacht, abends zum Großen Zacken, denn was die Beckenlandschaft um Neu-Anspach für den Sonnenaufgang, ist der Zacken für den Sonnenuntergang. "Ich bin durch das Fotografieren auch zum Wanderer geworden", nennt Seifert noch einen Nebeneffekt, denn die Ziele können selten bis auf den letzten Meter angefahren werden.

Weitere Top-Locations sind der Kaisertempel bei Eppstein, aber das ganze Weiltal steht ebenfalls ganz oben auf der Liste - bis hinauf zum Meerpfuhl bei Merzhausen. Aber auch im Weiltal geht es nicht um Architektur, sondern auch hier steht die Landschaft im Vordergrund. Ausnahmen erlaubt: "Wenn es passt und der Bildaufbau stimmt, dann dürfen auch schon einmal Pferde auf der Weide drauf sein", erklärt er. Und sie meint: "Es hat jeder seine eigene Handschrift." Auch wenn sie beide vor dem gleichen Panorama stünden. Die Lichtstimmung sei beispielsweise wichtig.

Manchmal gehen die Fotoausflüge auch schon weiter von zu Hause weg, bis in die Schwäbische Alb beispielsweise. "Aber meist sind es Ziele, die wir an einem Tag hin und zurück erreichen können", erklärt Seifert.

Und noch etwas Verbindendes hat gepasst: Beide schwören auf Canon, haben aber auch andere Apparate von Sony, Nikon und Co. schon ausprobiert. "Die Bilder werden so wenig wie möglich bearbeitet", versichern sie unisono, denn der Reiz bestehe in der perfekten Aufnahme vor Ort.

Diesem Reiz werden sie auch weiter nachspüren, und wenn es so weit ist, auch mit Ringen an den Fingern den Auslöser drücken, denn die Eheringe sind auch schon gekauft.

Die sehenswerten Fotos sind unter "rebekkas.fotowelt" und "blende.x" auf Instagram zu sehen.

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