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Zwischen Zweigen, Ästen und Äpfeln ragte aus der Grünecke an der Siemensstraße auch ganz verstohlen ein Plastikbecher heraus.

Grünecken

Illegale Müllablagerung treibt die Kosten hoch und macht Dauerbetrieb schwierig

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Die Grünecken sind derzeit stark frequentiert. Doch dort finden sich längst nicht nur Äste und abgemähter Rasen, sondern zum Beispiel auch Teppiche, Übertöpfe und jede Menge Plastikgegenstände; und dass entwickelt sich zunehmend zu einem Problem.

Die Äste und Zweige auf der Grünecke in Rod am Berg türmen sich einen guten Meter hoch. Zumindest an einigen Stellen. Der Grünschnitt wurde offensichtlich gerade erst zusammen geschoben und dennoch liegen auch schon wieder neue Sträucher und Zweigen neben dem hohen Berg an Gartenabfällen. Ein süßlich fauliger Geruch mischt sich unter den wabernden Duft von frisch geschnittenem Gras, während es durch die Luft summt. Zahlreiche Wespen schwirren derzeit auf den Grünecken umher, angelockt von den faulenden Äpfeln, die über den Boden kullern. Die Äpfel wären zwar auch ein Fall für die Biotonne, gleichwohl dürften damit argumentiert werden, dass die Äpfel wie auch der Grünschnitt kompostierbar sind.

Etwas anders stellt sich hingegen das Bild nur ein paar Kilometer weiter auf der Grünecke in Hausen in der Straße „Hinter dem Weiher“ dar. Direkt neben dem Tennisplatz liegt die gut zu erreichende Abladestelle für die Gartenabfälle und wie sich da zeigte, legen offenbar einige Bürger das Wort „Abfall“ etwas zu weitläufig aus. Das haben auch die städtischen Bauhofmitarbeiter festgestellt, die regelmäßig die Grünecken in allen Ortsteilen anfahren. „Und jedes Mal finden sie dort Müll, der dort nicht hingehört“, sagte Sandra Hasselbach von der Abteilung technische Dienste und Landschaft der Neu-Anspacher Stadtverwaltung. Teppiche, Plastiktüten in Hülle und Fülle, Übertöpfe und Müllsäcke mischen sich unter Äste. Anderer Unrat wie Hausmüll wird auch gerne mal in einer Plastiktüte an den Eingang. Mühe, den Frevel zu verstecken, geben sich die Täter nur selten. Eine Plastiktüte lugt hinter der Begrenzungsmauer an der Grünecke in Hausen hervor, ebenfalls Abfall, der dort nicht hingehört.

Ein ähnlich schlechtes Bild gibt auch die Grünecke in der Siemensstraße ab. Plastikübertöpfe, die gemeinsam mit dem Gartenabfall abgeladen wurden, sind hier geradezu an der Tagesordnung.

Doch diese unsachgerechte Entsorgung kostet die Stadt auf Dauer richtig Geld. Denn selbstverständlich erhöht der Abfall, wie zum Beispiel Teppiche und anderer voluminöser Unrat, das Volumen des Grünabfalls, sofern es nicht vorher auffällt. Je mehr Abfall der Entsorger also wegfahren muss desto teurer werden die Grünecken auf Dauer für die Stadt und für alle Bürger.

Dabei sind die Entsorgungskosten in den letzten Jahren bereits drastisch gestiegen, wie Dirk Mielke von der städtischen Kämmerei berichtete. Das hing zwar in erster Linie mit der allgemeinen Preissteigerung nach zehn Jahren zusammen, doch auf Dauer stelle diese illegale Entsorgung ein Problem dar.

Zwar könne die Stadt für die Entsorgung des Unrats keine genauen Zahlen nennen, aber die Stunden, die die Bauhofmitarbeiter jedes Mal mit der Entsorgung des Mülls auf der Grünecke beschäftigt sind, bindet ihre Arbeitszeit.

Hinzu kommt, dass die Stoffe auch bei der Entsorgung noch getrennt werden müssen. Das verursacht zusätzliche Kosten. Die zunehmende Vermüllung des grünen Abfalls mache es auf Dauer schwierig, die Grünecken zu betreiben. Die Entsorgung des Grünschnitts ist kein unerheblicher Kostenpunkt. So zahlte die Stadt Neu-Anspach im Jahr 2015 immerhin schon

130 000 Euro jährlich

. Auch bedingt durch die neue Ausschreibung für die Folgejahre, lagen die Kosten im Jahr 2016 bei 150 000 Euro, während die Kleeblattstadt im vergangenen Jahr sogar schon 210 000 Euro aus der Stadtkasse zahlen musste.

Deshalb appellierte die Verwaltung nun noch einmal eindringlich an die Bürger, ausschließlich die Gartenabfälle auf den Grünecken zu entsorgen. Alles andere gehöre auf den Wertstoffhof.

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