Thomas Vogt (67) leitet seit 35 Jahren das Kino in Anspach - mit dem Blockbuster "James Bond - Keine Zeit zu sterben" hofft er auf viele Kinobesucher.
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Thomas Vogt (67) leitet seit 35 Jahren das Kino in Anspach - mit dem Blockbuster "James Bond - Keine Zeit zu sterben" hofft er auf viele Kinobesucher.

Neu-Anspach

Kino Neu-Anspach bleibt den Cineasten erhalten

  • Nina Fachinger
    VonNina Fachinger
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Inhaber Thomas Vogt will Gutschein-Besitzer nicht enttäuschen und bis 2022 macht weiter. James Bond-Filmstart steht bevor.

Neu-Anspach -Es gibt Parallelen im Leben von Kinobetreiber Thomas Vogt und Agent James Bond: Beide wollten eigentlich ihren Ruhestand genießen, doch beiden kam etwas dazwischen. Bond muss einen entführten Wissenschaftler retten. Ganz so dramatisch ist der Grund, warum Thomas Vogt weitermacht, nicht: "Den Ruhestand haben wir bis Sommer 2022 auf Eis gelegt. Durch Corona hatten wir so lange zu. Sehr viele Kinobesucher haben noch Gutscheine aus dem Jahr 2019, die will ich nicht vor den Kopf stoßen."

Und daher gibt es doch einen entscheidenden Unterschied zwischen Vogt und Bond: Vogt bleibt dem Usinger Land noch ein Jahr länger als Betreiber des Kinos in der Schubertstraße in Anspach erhalten, von James Bond-Darsteller Daniel Craig müssen sich alle Fans in diesem Film verabschieden. Denn es ist der fünfte und letzte Teil mit dem britischen Schauspieler in der Titelrolle.

Es gibt keinen Nachfolger

Vogt führt den seit 84 Jahren in Familienbesitz befindlichen Betrieb schon 35 Jahre. Weil er keinen Nachfolger in der Familie hat, plante der 67-Jährige, das Anwesen mitsamt Kino zu verkaufen und mit seiner Frau Catrin ein kleines Häuschen zu bauen, wie er im März 2020 sagte. Doch das Ehepaar ereilte nach Vogts Skiunfall im Frühjahr 2019 mit langwieriger Genesung ein weiterer Schicksalsschlag. Catrin Vogt erkrankte schwer. Sie habe dadurch viele Einschränkungen im Alltag und stehe wegen der Krankheit unter Beobachtung. "Man muss abwarten, wie es weitergeht."

Doch zumindest beim Kino gab es Lichtblicke. Die Corona-Zwangspause ist nun wieder vorbei, seit dreieinhalb Wochen hat das Kino wieder geöffnet. "2020 durfte ich maximal ein Drittel des Saals belegen, jetzt, mit 3 G, sind es zwei Drittel", sagt Vogt. Für den neuesten James Bond - Kinostart ist am 30. September - gelten die bekannten 3 G- und 2 G-Regeln. Das bedeutet im Kino: Die Vorstellungen am Donnerstag, Freitag, Sonntag und Mittwoch sind nur für Genesene und Geimpfte. Die Vorstellungen am Samstag und Montag sind für Genesene, Geimpfte und Getestete, erläutert Vogt.

Trotz Einnahmeausfällen während des Lockdowns hat Vogt die Ticketpreise nicht erhöht. Den "James Bond - Keine Zeit zu sterben" sehen Kinobesucher abends für zehn und mittags für neun Euro. Der Film ist rund 164 Minuten lang und die Altersfreigabe liegt bei zwölf Jahren.

"Ich bin dein Mensch" im Filmkunst-Kino

Für Kinder hat Vogt im Moment gleich zwei Filme im Angebot. Den Animationsfilm "Paw Patrol" und die deutsche Komödie "(Otto ist) Catweazle" mit Otto Waalkes, Julius Weckauf, Katja Riemann, Henning Baum und weiteren bekannten Schauspielern.

Mittags hat das Kino Anspach nur an den Wochenenden geöffnet, dann gibt es jeweils eine Vorstellung am Mittag und eine am Abend. Dienstags läuft immer Filmkunst im Kino. Den Film, der kommenden Dienstag läuft, ist auch zu empfehlen. Denn er ist der deutsche Oscar-Beitrag ("Bester internationaler Spielfilm") und Gewinner des Silbernen Bären der Berlinale 2021. Er heißt "Ich bin dein Mensch". Dan Stevens und Maren Eggert spielen in dem Film von Maria Schrader die Hauptrollen. "Er stellt elementare Fragen des Lebens und ist gleichzeitig ein ,futuristischer Film, der den Nerv der Zeit trifft'", hieß es zur Begründung. Von NIna Fachinger

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