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Das Wirtshaus wurde Ende Mai nach eine umfassenden Sanierung wieder eröffnet. Die Sanierung hat rund 900 000 Euro gekostet.

Hotel im Hessenpark schließt wegen geringer Auslastung

Lage der Gastronomie im Usinger Land ist angespannt

  • Nina Fachinger
    vonNina Fachinger
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Bereits im Sommer hatten es die Gastronomen schwer, finanziell den Kopf über Wasser zu halten. Nun mit der kalten Jahreszeit wird's doppelt schwer, weil die Außengastronomie wegbricht.

Usingen – Peter Stürtz als Chef der Gastronomie im Hessenpark sieht der Wintersaison sehr besorgt entgegen. "Gerade der Ausfall der großen Weihnachtsmärkte und der Wegfall von Weihnachts- und Familienfeiern trifft uns hart", so der Chef.

"Angesichts der schlechten Buchungslage und der aktuell stark steigenden Corona-Zahlen haben wir uns schweren Herzens entschlossen, dass Landhotel Zum Hessenpark über den Winter zu schließen. Wir öffnen das Hotel wieder mit dem Beginn der Sommersaison am 1. März 2021", teilt Stürtz auf Anfrage dieser Zeitung mit. Das Landhotel mit Café am Marktplatz sei ab Juli geöffnet gewesen und wurde nun vor rund drei Wochen mangels Buchungen für die 34 Zimmer des Hotels wieder geschlossen. Gleiches gilt für das Bistro am Markt. Das hat der Chef der Gastronomie mitgeteilt.

Dennoch habe er sich gemeinsam mit dem Hessenpark schon einige Gedanken gemacht, die man möglicherweise in der Wintersaison coronakonform für Besucher umsetzen könne. Bisher sei aber noch nichts spruchreif.

Auch im Winter kann man draußen sitzen

Terrassen und Außenplätze des Restaurant Zum Adler und der Martinsklause in der Baugruppe Nord, seien im Herbst/Winter geöffnet, wenn es das Wetter zulasse. "Von Heizpilzen werden wir voraussichtlich absehen, da dies unserer Grundeinstellung zu den Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit widerspricht", so Stürtz.

Das Hygienekonzept - Besucher werden mit ihren Kontaktdaten noch vorm Gebäude registriert - funktioniere hervorragend. "Auch wenn Gäste vereinzelt fragen, warum es bei uns denn so streng gehandhabt wird, werden wir nicht von unserer Linie abweichen und die Corona-Regeln weiterhin konsequent einhalten."

Ein großer Vorteil sei hierbei die hervorragende Lüftungsanlage im Wirtshaus Zum Adler. Auch wenn man es dem historischen Fachwerkgebäude von Außen nicht ansehe, arbeite im Hintergrund modernste Technik. "Wir spülen die Gastbereiche mit reiner gefilterter Außenluft und erreichen einen kompletten Austausch der Raumluft alle 10 bis 15 Minuten. Also einen 4 bis 5-fachen Luftwechsel pro Stunde. Dies sind ganz hervorragende Werte welche eine äußerst sichere Umgebung für unsere Gäste und Mitarbeiter garantieren."

Das Förderprogramm des Hochtaunuskreises zur Stärkung des Gastgewerbes in Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie, das speziell die Gastronomie im Usinger Land unterstützen soll, ist Stürtz bekannt. Förderfähig sind Vorhaben, die bauliche Investitionen mit Planungskosten betreffen, Einrichtungen, funktionsnotwendige Technik (Küche, Thekenbereich, Gastraum), Flächen- und/oder Gebäudeerwerb sowie Konzepterstellung für neue Angebots-Ausrichtung. "Mit dem Förderprogramm des Kreises beschäftigen wir uns derzeit intensiv. Unser erster Eindruck ist jedoch, dass es sehr bürokratisch und kompliziert wird und die förderfähigen Maßnahmen an der betrieblichen Realität vorbei gehen", so das erste Resümee des Gastronomen, der auch Geschäftsführer des Hirschgartens in Bad Homburg ist und 17 Jahre lang den Feldberghof auf dem Großen Feldberg geführt hatte.

Das Förderprogramm lasse noch viele Fragen offen, etwa: "Wie kann ich beispielsweise eine Konzeptänderung oder die Neuausrichtung der Betriebsabläufe quantifizieren, wenn dies im eigenen Haus geschieht und man keinen externen Betriebsberater hierfür beauftragt?", fragt er. Die technische Ausstattung sei, nach der Grundsanierung im vergangenen Jahr, auf aktuellem Stand und ein Flächen- oder Gebäudeerwerb sei derzeit bei ihm nicht vorgesehen.

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