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Lebensmittelgeschäft ist wichtig

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Die Kommunalpolitiker wollen unbedingt, dass der Lebensmittel-Laden in der Bahnhofstraße erhalten wird.
Die Kommunalpolitiker wollen unbedingt, dass der Lebensmittel-Laden in der Bahnhofstraße erhalten wird. © pet

Baupolitiker möchten Veränderungssperre verlängern

Neu-Anspach -Schon lange ist es das Anliegen der Politiker in Neu-Anspach, auf dem Gelände des Nahkauf in der Bahnhofstraße 62 auch künftig einen Markt vorzuhalten, der die Nahversorgung der Menschen im Stadtkern garantiert. Gleichzeitig ist es aber auch ihr Anliegen, auf die Ausmaße eines möglicherweise dort entstehenden Wohnobjektes Einfluss zu nehmen und Wildwuchs zu verhindern.

Deshalb hatten sie am 26. März 2021 eine zweijährige Veränderungssperre für den Bebauungsplan „Bahnhofstraße/Taunusstraße/Friedrich-Ebert-Straße“ beschlossen. Diese läuft nun aus, soll aber nach dem Willen der Baupolitiker um ein weiteres Jahr verlängert werden, wie in der jüngsten Sitzung des Gremiums thematisiert wurde.

Investor könnte alles „plattmachen“

Ob das überhaupt möglich ist, muss nun die Verwaltung bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 23. Februar, 20 Uhr, Bürgerhaus, klären. Bis dahin sollen sich die Fraktionen außerdem intern darauf verständigen, wie sie entscheiden werden - je nachdem, ob eine Verlängerung möglich ist oder auch nicht.

Hans-Peter Fleischer (FWG-UBN) hatte die Verlängerung ins Spiel gebracht. „Der Laden muss erhalten bleiben“, erklärte der Politiker, der zudem befürchtet, ein Investor könnte alles „plattmachen“. Auch Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) betonte, dass das Geschäft zum Ortsbild dazugehört und wichtig für den Bereich ist.

Doch ob es möglich ist, den Bau zu erhalten und, falls der Inhaber sein Geschäft aufgeben möchte, einen neuen Betreiber zu finden, ist fraglich. So erklärte Bürgermeister Thomas Pauli (SPD), dass die schon häufig beschworene Schließung durch den derzeitigen Eigentümer noch längst nicht beschlossene Sache ist („Am Ende verlängert er wieder“). Zudem sei es schwierig, einen Filialisten zu finden. Die Erschließung des Gebäudes, dessen Belieferung und die vorhandene Parkplatz-Situation seien für Interessenten „ein riesen Thema“. „Heute existieren ganz andere Ansprüche“, erklärte der Rathauschef. „Wir haben noch keinen gefunden, der es machen will.“

Auf die Ausstattung des Nahkauf kam auch Roland Höser (b-now) zu sprechen. Technik und Kühlräume seien überaltert, weshalb es besser sei, einen Neubau zu errichten und über dem Markt Wohnungen zu planen.

Fraktionskollege Bernd Töpperwien sprach sich genauso wie auch andere Ausschuss-Mitglieder dafür aus, die Vielfalt an Geschäften zu erhalten, zumal der gegenüberliegende Penny-Markt ein anderes Sortiment hat, er zweifelt aber daran, dass sich auf Dauer zwei Geschäfte in der Bahnhofstraße tragen.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass der Penny-Markt verschwindet. Darauf wies Jonas Mulfinger hin, Sprecher der Arbeitsgruppe „Siedlungsentwicklung und Wohnen“, und warnte: „Dann ist gar nichts mehr da.“ Die Befürchtung, dass auf dem Penny-Gelände Wohnungen gebaut werden könnten, teilte auch Birger Strutz (CDU). Er habe schon einmal eine Immobilienanzeige gesehen. Und: „Ein kleiner Laden ist an dem Standort nicht zu erhalten.“

„Die Stadt sollte selbst bauen“

Eine ganz neue Idee hatte am Ende der Sitzung Bernd Töpperwien. „Die Stadt sollte das Grundstück kaufen und selbst bauen“, schlug der b-now-Fraktionschef vor. An dieser Stelle ging ein Raunen durch den Clubraum. „Das sind doch Luftschlösser“, war ebenfalls zu vernehmen.

Übrigens: Laut Vorlage der Verwaltung hat der Eigentümer im Dezember vergangenen Jahres erst einmal Abstand von seinen Planungen genommen. Er habe sich mit den Vorgaben durch die Stadt hinsichtlich der Größe des Ladens und der damit einhergehenden Verkleinerung der Wohnfläche nicht anfreunden können, ist dort zu lesen. Zudem halte er die Verkaufsfläche für nur schwer zu verpachten.

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