Aus gesunden Fichtenstämmen haben Unbekannte im Stadtwald von Neu-Anspach diese Hütte gebaut und noch mit einer Plastikplane versehen.
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Aus gesunden Fichtenstämmen haben Unbekannte im Stadtwald von Neu-Anspach diese Hütte gebaut und noch mit einer Plastikplane versehen.

Bauwerke müssen entfernt werden

Im Neu-Anspacher Stadtwald wurden illegale Hütten und Trails entdeckt

  • Anja Petter
    vonAnja Petter
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Für Förster Christoph Waehlert ist die Aktion in Neu-Anspach ärgerlich und gefährlich, denn die ohne Genehmigung angelegten Trails liegen so weit abseits, dass bei einem Notfall Rettungsdienste schwer herangekommen wären. Außerdem gibt's offizielle Strecken für Mountainbiker.

Neu-Anspach - Förster Christoph Waehlert hat nicht schlecht gestaunt, als er bei einem Reviergang auf einen mitten durch den Wald führenden Mountainbike-Trail gestoßen ist. Etwa ein Kilometer lang, in einem Quellbereich und in der Dickung. Ein Ort also, der dem Wild als Ruheplatz dient. Der Revierleiter hat dafür kein Verständnis. "Das geht gar nicht", sagt er, "denn die Tiere werden durch die Radfahrer aufgeschreckt."

Wege im Wald dienten der Lenkung der Besucher, und deshalb sollten sich die Wanderer auch nicht von diesen entfernen, sagt Waehlert. Der Druck auf den Forst sei wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon größer, weil sich immer mehr Menschen dort aufhielten. "Die Leute wollen raus", weiß er und hat auch Verständnis dafür. "Doch sie sollten auf den Wegen bleiben."

Gefährliche Situation im Stadtwald von Neu-Anspach

Gefährlich ist das Bauwerk übrigens zudem. Wäre es hier zu einem Unfall gekommen, hätten es Rettungswagen schwer gehabt, die nur schwer zugängliche Stelle zu erreichen, sagt der Revierleiter und verweist in diesem Zusammenhang auf die beiden öffentlichen Mountainbike-Trails auf dem Feldberg. Die könne man zudem bequem mit dem Bus erreichen.

Mitarbeiter des Försters haben den aus Rampen, Steilkurven und einer langen Brücke bestehenden illegalen Trail, der sich oberhalb des Waldschwimmbades befand, inzwischen bereits abgebaut - auf Kosten der Stadt und damit der Allgemeinheit. Und das wird auch mit einem weiteren Bauwerk, einer ebenfalls illegal entstandenen Hütte oberhalb der Hirschhöhe, geschehen.

Diese ist nach Informationen Waehlerts massiver gebaut und auch noch mit einer großen Plastikplane als Regenschutz versehen. Und als wäre das alles noch nicht genug, haben die Unbekannten für ihren Bau im bereits durch die Borkenkäfer-Plage schwer gebeutelten Wald auch noch Holz illegal eingeschlagen. "Lebende Fichten, von denen es ohnehin nur noch wenige gibt", berichtet er frustriert.

Und auch hier ist eine gefährliche Situation entstanden. Über der Konstruktion steht nämlich eine tote Kiefer. "Die hätte auch auf die Hütte fallen können."

Wer Trail und Hütte gebaut hat, weiß Waehlert nicht. Deshalb kann die Behörde auch kein Bußgeld wegen Ordnungswidrigkeit verhängen. Hier müsste schon jemand auf frischer Tat ertappt werden. Quasi mit dem Akku-Bohrer in der Hand, denn ohne einen solchen ist zumindest der Trail nicht entstanden. "Der ist schon richtig professionell gemacht." Anja Petter

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