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Der Hessenpark in Neu-Anspach öffnet wieder, allerdings mit Einschränkungen.

Gastronomie im Hessenpark

Neu-Anspach: Corona-Krise macht Neustart kaputt

Peter Stürtz, Betreiber der Hessenpark-Gastronomie, hat Corona-Krise nur mit Hilfe der Soforthilfe des Landes und dem Kurzarbeitergeld überstanden

Neu-Anspach -Der Hessenpark öffnet am kommenden Mittwoch, 13. Mai, wieder. Aber fast wäre dies ohne den Gastronomiebetrieb und das Landhotel Hessenpark mit Chef Peter Stürtz geschehen. Denn er hat die Corona-Krise nur mit der Soforthilfe des Landes und Kurzarbeitergeld überstanden, sagt Stürtz auf Anfrage dieser Zeitung. "Den finanziellen Schaden kann ich überhaupt nicht beziffern, da mir die Vergleichszahlen aus den Vorjahren fehlen. Aber ich rechne mit mehreren hunderttausend Euro."

Die Corona-Krise habe ihn und sein Team im Hessenpark zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt getroffen. "Die Renovierung des Gasthauses Zum Adler lag in den letzten Zügen, und wir wollten am 4. April mit einem Soft-Opening starten. Für den 25. April war dann die große Eröffnungsfeier geplant." Und die Krise sei für ihn noch lange nicht vorbei: "Da wir nun mit wesentlich geringeren Auslastungen und mit stark gestiegenen Kosten rechnen müssen, wird die nächste Zeit sicher sehr schwierig werden. Man muss sehen, wie sich die Hygiene-Maßnahmen auf die Umsätze auswirken und wie viele Mitarbeiter hierfür zusätzlich benötigt werden", sagt der Gastronom. "Wenn die Umsätze um 50 Prozent gegenüber unseren Planungen sinken, hilft uns auch die ermäßigte Mehrwertsteuer nichts."

Betrieb aufrechterhalten

Pia Preuß, Sprecherin des Hessenparks, berichtet davon, wie es den anderen Betrieben im Hessenpark in der Corona-Krise geht: "Die Goldschmiede hat ihren Betrieb aufrechterhalten und zum Beispiel weiterhin Reparaturaufträge angenommen. Inzwischen hat der Laden von Donnerstag bis Sonntag wieder geöffnet. Genauso verhält es sich bei den Uhrmachern. Die Bäckerei und der Marktladen öffnen bereits an den Wochenenden und passen sich ab nächster Woche den Öffnungszeiten des Museums an. Das ,Schawellsche' hatte am ersten Maiwochenende auch schon wieder geöffnet."

Das "Schawellsche" ist das Geschäft, in dem die Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten wiederum von ihren Kollegen in Oberursel hergestellte Produkte verkaufen. Die beiden Gruppen, die normalerweise in Neu-Anspach waren, sind seit der Corona-Krise nicht mehr im Einsatz .

Die Tiere, viele mit Nachwuchs, haben von alldem nichts mitbekommen. Die Ferkel zum Beispiel tollen bei strahlendem Sonnenschein zusammen mit der Mutter über die Wiese. "In den nächsten zwei Wochen erwarten wir Nachwuchs bei den Schafen und Ziegen", sagt Cheflandwirt Volker Weber. Er und sein Team kümmern sich natürlich auch in Corona-Zeiten um die Tiere.

Wiedereröffnung unter Auflagen

Pia Preuß berichtet, dass sich ein Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit befinde. Unter diesen Umständen öffnet der Hessenpark am Mittwoch wieder - unter Auflagen. "Es gibt zunächst eine kleine Zahl von Gebäuden, die tatsächlich begehbar ist: Der Kramladen im Haus aus Schadeck, die Gärtnerei aus Rechtenbach, das Bienenhaus aus Mammolsheim, die Dreschhalle, das Sägewerk aus Anspach, die Brauereiausstellung und die Scheune aus Damshausen", so Preuß.

"In der Gärtnerei wird es auch möglich sein, die eigentlich für den ausgefallenen Pflanzenmarkt gezogenen Tomatenpflänzchen zu erwerben." Zur Auswahl stehen sieben Sorten. Außerdem gibt es verschiedene Kräuter. Theoretisch findet Anfang September wieder ein Pflanzenmarkt statt. Großveranstaltungen (mehr als 100 Teilnehmer) sind zwar weiterhin nicht erlaubt, doch wenn sichergestellt wird, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können, kann auch davon abgewichen werden.

Dass eine Maskenpflicht für die Besucher gilt, versteht sich von selbst. Doch weitere Einzelheiten sind zu beachten, darauf weisen Schilder vor den Häusern hin.

"Bis Ende des Monats wird es keine Vorführungen oder Veranstaltungen geben, auch keine Hochzeiten", sagt Preuß. Klar ist jetzt schon, dass durch die Corona-Zwangspause Einnahmen fehlen. "Die Krise ist ja noch nicht vorbei, deshalb können wir dazu noch keine Aussage treffen. Momentan bewegen wir uns bereits im sechsstelligen Bereich."

von nina Fachinger

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