Das Luftfahrtamt der Bundeswehr klärte über den Lärm auf. Dahinter steckte ein Tiefflug eines Kampfflugzeugs. (Symbolbild)
+
Das Luftfahrtamt der Bundeswehr klärte über den Lärm auf. Dahinter steckte ein Tiefflug eines Kampfflugzeugs. (Symbolbild)

Hochtaunuskreis

Scheiben zittern: Kampf-Jet erschreckt Anwohner

  • Andreas Burger
    VonAndreas Burger
    schließen

In Neu-Anspach sorgt ein Tiefflieger für Ärger. Denn sein Lärm lässt sogar Scheiben zittern. Doch was hat es damit auf sich?

Neu-Anspach - Fluglärm wie in den Anrainerstädten des Flughafens ist im beschaulichen Taunus eher selten, wobei Lärmempfinden unterschiedlich sein kann. Aber am vergangenen Mittwoch (22.09.2021) häuften sich Beschwerden über einen Düsenjet, der um 15.15 Uhr über der Stadt mal eben seine Duft- respektive Lärmspur hinterließ. Und weil der Krach die Scheiben zittern ließ, wollten die Anwohner wissen, welcher Tiefflieger hier zugange war.

Nur: Wer ist zuständig? Erster Anruf, klar, beim Flughafen Frankfurt. Doch dort lässt man keine militärischen Düsenjets starten, hat also von den Jägern am Himmel keine Ahnung. Verweis auf die Deutsch Flugsicherung.

Beschwerden wegen Lärm in Neu-Anspach: Suche nach Grund

Und dort zeigte sich Sprecherin Ute Otterbein sehr hilfsbereit und verwies auf eine Homepage, die jedem Bürger zur Verfügung steht, so er denn einen Computer und einen Internetzugang hat. Man rufe die Seite der Flugsicherung auf (www.dfs.de) und klicke auf den Reiter im blauen Feld namens Flugsicherung, dann auf den sich öffnenden Link "Flugverläufe online". Mit einem Klick auf die Karte kann man dann links oben (blauer Pfeil) das Menü öffnen und sich den Tag und die Uhrzeit für die Freveltat heraussuchen. Dann baut sich die Seite auf, was dauert, denn allein im Zeitraum von nur 20 Minuten haben sich über dem Himmel in Deutschland über 1000 Flüge getummelt - und nur Neu-Anspach anzuzeigen, das kann die Karte nicht.

Allein: Genutzt hat es nichts. "Wenn ein Flieger bei uns nicht gemeldet ist und auf Sichtflug unterwegs ist, dann wird er dort nicht erfasst", so Otterbein. Pech. Aber es gab auch den Hinweis auf das Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln-Wahn. Wenn es ein Militärflug war, dann weiß man es dort. Und dort fand sich dann die Aufklärung, wie Leutnant Kai M. Stobbe für die TZ recherchierte: "Die Auswertung der Radardaten vom 22. September zeigt ein Kampfflugzeug der Bundeswehr vom Typ Eurofighter. Das Luftfahrzeug überflog zur angegebenen Uhrzeit die Gemeinde Neu-Anspach von Nordosten nach Südwesten. Nach den uns vorliegenden Daten erfolgte der Einsatz im Rahmen der Tiefflugausbildung unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen, und das Luftfahrzeug flog innerhalb der genehmigten Flughöhenbänder."

Eurofighter über Neu-Anspach: Tiefflugausbildung der Bundeswehr

Übrigens: Grundsätzlich ist militärischer Flugbetrieb überall in Deutschland zulässig, und Tiefflüge am Tag sind nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden, um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen.

Stobbe: "Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen. Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen.

Weitere Informationen zum militärischen Flugbetrieb sowie Ansprechstellen für Bürger hat die Bundeswehr auch auf der Internetseite www.luftfahrtamt.bundeswehr.de bereitgestellt. (Andreas Burger)

Ein lauter Knall jagt vor einiger Zeit vielen Menschen in Hessen einen Schrecken ein. Die Bundeswehr klärte über die Hintergründe auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare