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Zweifacher Torschütze für den FC Neu-Anspach gegen den FC Oberstedten: Christian Kaus.

Gruppenliga-Derby

Neu-Anspach knackt das Stedtener Bollwerk dreimal

Eine Defensivtaktik wählt Oberstedtens Interimstrainer für das Derby. Der FC Neu-Anspach lässt sich davon nicht beirren.

Dass die größte Stärke des FC Neu-Anspach in der Offensive liegt, ist längst kein Geheimnis mehr und hat sich selbstverständlich auch bis zum FC Oberstedten herumgesprochen. Mit einer Fünferkette hinten und einer Viererreihe davor wollte Interimstrainer Lars Arr-You, der in Abwesenheit von Christian Roth coachte, im Taunus-Derby der Fußball-Gruppenliga dem FCNA den Zahn ziehen. Der Plan ging nur zum Teil auf. „Wir haben die erste Halbzeit von der Einstellung her komplett verschlafen, die Lücke zwischen den beiden Ketten war daher viel zu groß“, sagte Arr-You nach der 0:3-Niederlage. In der Tat war der Strafraum zwar wie vernagelt, davor konnten die Gastgeber allerdings schalten und walten.

Gefährlich wurde das Angriffsspiel von Neu-Anspach zunächst nur, wenn sich die Außenverteidiger mit einschalteten, um den Fünfer-Riegel des FCO zu überlaufen. Etwa in der dritten Minute, als Rechtsverteidiger Vladislav Fomin zur Grundlinie durchbrach. Seine flache Hereingabe konnte Maximilian Lorenz (ehemals FCNA) im letzten Moment klären. Nach 20 Minuten ging Linksverteidiger Julian Paul den weiten Weg und brachte den Ball scharf vors Tor, doch Rechtsfuß Manuel Müller traf in der Mitte mit seinem schwächeren Linken den Ball nicht sauber.

Richtig gut erwischte dann in der 33. Spielminute der unermüdliche Fomin die Kugel. Sein Gewaltschuss aus rund 16 Metern klatschte an die Latte, den Abpraller schob Gerome Rossner zum verdienten 1:0 ein. Gegenwehr gab es von den Gästen kaum. Ünal Özdemir, der als alleinige Spitze agierte, wurde nicht ins Spiel eingebunden. In der ersten Halbzeit brachte Oberstedten keinen Schuss aufs Tor zustande. Dafür traf Christian Kaus drei Minuten vor dem Gang in die Kabine für Anspach zum 2:0. Stand er zuvor mehrmals im Abseits, war er genau zur richtigen Zeit gestartet, lief alleine auf das Tor zu und schob lässig ins kurzen Eck ein.

Für den zweiten Durchgang löste Oberstedten sein Bollwerk auf und traute sich jetzt mehr zu, ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden. Der FCNA wiederum konnte die Räume nicht nutzen und musste bis zur 83. Minute warten, ehe das entscheidende 3:0 fiel. Wieder war es Kaus, der diesmal Torhüter Michael Schmidt mit einem coolen Außenrist-Heber überwand.

Danach vergaben Niklas Kraus (85.) und Frederik Möbius (86.) noch zwei dicke Chancen, doch Rico Henrici sah das Positive. „Für mich ist das Wichtigste heute, dass wir 3:0 und nicht 5:2 gewonnen haben“, sagte der Trainer des FCNA. Der Defensivverbund blieb mal ohne Gegentreffer. Allerdings stellte der FC Oberstedten mit zwei Torabschlüssen in 90 Minuten auch keine wirkliche Gefahr dar.

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