Romina Schütz ist die Nachfolgerin von Andrea Heuser.
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Romina Schütz ist die Nachfolgerin von Andrea Heuser.

Stadt Neu-Anspach

Mit 27 Jahren schon Kita-Leiterin in der Rasselbande

  • Anja Petter
    vonAnja Petter
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Romina Schütz ist die Nachfolgerin von Andrea Heuser.

Neu-Anspach - Wer Abitur macht, nimmt anschließend in aller Regel auch noch ein Studium auf. Das hatte sich auch Romina Schütz eigentlich so gedacht. Etwas Soziales sollte es sein, so hatte sie sich überlegt, doch dann wegen des Doppeljahrganges nicht sofort einen Studienplatz bekommen. 2012 wurden nämlich sowohl die, die ihr Abitur nach 13 Jahren machten, als auch jene, die zum ersten Mal G 8 absolvierten, fertig. Also entschied sich die junge Frau für ein Freiwilliges Soziales Jahr und absolvierte dieses in der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt in Anspach.

Eine gute Fügung des Schicksals, könnte man sagen, denn die junge Frau merkte ziemlich schnell: "Das ist eigentlich viel mehr das, was ich machen will." Die Arbeit von Kita-Leiterin Sonja Jalloul faszinierte sie vor allem wegen ihrer Vielseitigkeit. "Das Aufgabenfeld ist einfach toll", sagt Schütz. Ihr gefiel damals, dass sie in dem Job Leitungsaufgaben übernimmt, viel organisiert und mit Eltern zu tun hat, aber auch, dass sie in den Gruppen tätig ist und sich mit den Kindern beschäftigt. "Das ist einfach eine perfekte Kombination."

Auf das Ziel hingearbeitet

Von da an hat sie darauf hingearbeitet, ihr Ziel bald zu erreichen. Sie hat eine Ausbildung zur Erzieherin an der Marienschule in Limburg gemacht und ihr Berufspraktikum in der ebenfalls in Anspach beheimateten Kita Abenteuerland absolviert. Anschließend war sie in der Hausener Rappelkiste tätig und hat drei Jahre später, denn so viel Berufserfahrung ist Voraussetzung, ihre Weiterbildung zur Fachwirtin im Erziehungswesen begonnen.

260 Unterrichtseinheiten freitags, samstags und zum Teil auch sonntags in den Themenfeldern Kommunikation und Persönlichkeit, Führen und Leiten, Projekte und Prozesse sowie Betriebswirtschaftslehre sind hier zu absolvieren, und jetzt steht im September nur noch die Prüfung an.

Einarbeitung via Skype

Leiterin ist Schütz trotzdem schon. Zum 1. Juni hat sie, die sich auch schon bei anderen Kommunen im Hochtaunuskreis beworben hatte, den Posten von Andrea Heuser in der Rasselbande mit ihren 92 Betreuungsplätzen übernommen. Sie ist glücklich, dass es in Neu-Anspach geklappt hat, denn das Kita-Konzept gefällt ihr hier sehr gut. Anders als in anderen Kommunen, wo die Gruppen offen sind, sind die städtischen Kindertagesstätten "teiloffen". Die Kleinen haben also eine Stammgruppe, in der sie die meiste Zeit verbringen, sie können sich aber sonst frei im Haus bewegen. "Das ist gut für Kinder, die ein gewohntes Umfeld haben möchten. Das macht es ihnen einfacher."

Schütz hat, weil zuletzt wegen der Corona-Pandemie die Rappelkiste geschlossen und sie im Home Office war, eine tolle Einarbeitung genossen: Heuser hat sie zwei Wochen am Stück jeden Morgen via Skype mit dem Aufgabenfeld in der Rasselbande, zu der organisatorisch auch die Hessenpark-Gruppe "Pitsche-Dappcher" gehört, vertraut gemacht.

Am 6. Juli nehmen alle Einrichtungen in Neu-Anspach ihren Regelbetrieb wieder auf, und dann kommen auch in die Räume im Ulrich-von-Hassell-Weg wieder alle Mädchen und Jungen und das Team aus 16 Erzieherinnen und einer Hauswirtschafterin. Auch für Schütz wird es dann Ernst. Sie ist mit 27 Jahren die jüngste Kita-Leiterin in der Stadt, doch ihr ist nicht bange vor der Verantwortung. Ganz im Gegenteil: "Das ist voll mein Ding", sagt die sympathische Frau, die auch in der Stadt lebt und in ihrer Freizeit als Faschingsfan bei den Blue Sistaz der SG Anspach und bei den Fancy Beats in Friedrichsthal tanzt, "Und ich bin stolz, dass ich mein Ziel erreicht habe."

Von Anja Petter

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