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Wolfgang Wagner hat Text und Melodie schon im Kasten, jetzt fehlt noch der Feinschliff an seinem Corona-Song.

Corona-Krise im Usinger Land

Neu-Anspach: Mit Musik gegen die Corona-Pandemie

Zwei Neu-Anspacher Liedermacher wollen mit ihrer Musik den Menschen in der Corona-Krise Mut machen. Wolfgang Wagner hat eigens einen Song geschrieben. Wolfgang Diehl steuert ein bereits geschriebenes Mutmach-Lied bei.

Neu-Anspach Zwei Neu-Anspacher Liedermacher wollen mit ihrer Musik in der Corona-Krise Mut machen. Beide verbinden mit ihren Liedern die Hoffnung, Hörern in der schweren Zeit zu helfen.

Die Corona-Krise scheint auch Neu-Anspachs Songschreiber zu inspirieren. Gleich zwei Singer- Songwriter, die mit der Gitarre umzugehen verstehen, haben die erzwungenen Musestunden genutzt, Texte ersonnen, Melodien komponiert und in Harmonien gekleidet.

Einer davon ist Wolfgang Wagner. Der Autodidakt aus der Usastraße hat schon so manche Veranstaltung hierzulande musikalisch begleitet, mit Gleichgesinnten gespielt, und er versucht sich immer wieder an eigenen Songs, singt sie selbst, oder lässt sie von anderen singen. Es sind einfache Melodien, die ins Ohr gehen sollen, aber vor allem sollen sie zum Text passen. Der ist für Wagner genauso wichtig wie der musikalische Teil, und beide entstünden praktisch parallel.

Berührung tut gut

Dabei greift er Themen aus dem privaten oder familiären Umfeld auf oder verarbeitet aktuelle Themen, so im Fall seines Corona-Songs. "Wie gut Berührung tut", ist die zentrale Aussage. Berührung setzt Nähe voraus, und die ist den Bürgern durch die Ausgangsbeschränkungen genommen worden. Vordergründig von der Politik, wofür diese von den einen kritisiert wird, von den anderen Zustimmung bekommt. Aber letztlich ist es das Coronavirus das zu Abstandsregeln und anderen Einschränkungen geführt hat. Viel fühlen sich dennoch ihrer Freiheit beraubt, ein Aspekt, den Wagner allerdings nicht im Sinn hat, wenn er die Freiheit besingt.

Für ihn ist frei sein zweideutig: Corona-frei ist sein Schlüssel zur Freiheit, die er herbei singt und die auch wieder Nähe zulässt. "Keiner bleibt mehr zu Haus, wir können alle wieder raus und jetzt weiß jeder, wie gut Berührung tut", so eine Zeile aus dem Song. Den möchte er nun mit professioneller Hilfe ausarbeiten und möglicherweise wird er, wie andere seiner Kreationen, einmal auf You Tube zu hören sein.

Gute Nachrichten schenken

Wolfgang Diehl ist da schon weiter, der Berufsmusiker und Musiklehrer ist schon länger als Komponist unterwegs und das Thema Corona ließ er schon früh anklingen, wenn auch nicht explizit. "Der Song ist aus meinen Musical "Energina", das ich im April 2021 im Experience Center von Adam Hall uraufführen möchte", so Diehl zu einem seiner neuen Songs daraus. Er habe ihn nicht extra zu Corona geschrieben, er sei aber in dieser "sehr seltsamen Zeit", in der schlechte Nachrichten an der Tagesordnung seien, entstanden.

Umso wohltuender allein der Liedtitel: "Ich schenke dir eine gute Nachricht", und das ist es auch wohl, was sich die meisten zurzeit wünschen. "Politik, Coronaviren, kriecht das Land auf allen Vieren, könnte es mal anders sein, Gerechtigkeit und Sonnenschein", textet Diehl und fordert auf, einmal genau hinzuschauen: "Sieh die Blume auf der Wiese (. . .) atmen, riechen und auch träumen, lass uns doch mal Zeit versäumen (. . .) Freuen uns an kleinen Dingen, wenn wir lachen, wenn wir singen."

"Ich schenke dir eine gute Nachricht, ich mache dir die Botschaft froh" lautet der komplette Refrain und lässt erkennen, dass Diehl Kirchenmusiker ist, und entsprechende Botschaften gerne in die Texte einsickern lässt. Stilistisch ist er sowohl kirchentagtauglich als auch ein Topos typischer Familienmusicals. Aber zu viel verrät Diehl noch nicht über das Werk. Ein Appetithäppchen gibt es allerdings schon auf You Tube. Als Home-Video aufgenommen, kann es gegoogelt werden. "Leise" heißt das Stück.

Der Westerfelder Wolfgang Diehl firmiert übrigens unter "CrocoDiehl Music". Diehl ist Absolvent der Frankfurter Musikwerkstatt, staatlich anerkannter Berufsmusiker, Instrumentalpädagoge für Jazz und Popularmusik, langjähriger Gospelchorleiter und Referent für Gitarre und Bandarbeit in der Landeskirche (EKHN). Er spielt zudem in mehreren Bands und ist hierzulande oft im Duo "Born 2 B Blue" zu hören oder mit "Crash Delight".

Aber leider, und damit zurück zu den schlechten Nachrichten, sind die meisten Auftritte, beispielsweise beim Oberurseler Brunnenfest, wegen der Corona Epidemie abgesagt.

von Frank Saltenberger

In Usingen probt die Band Die Fröhlichen Buchfinken im freien. Ihre Musik soll Mut machen, nicht jedem gefällt das aber. 

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