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Sie sind jetzt für die Gastronomie im Freilichtmuseum zuständig: Andreas Lorenz (links), zuständig für die operative Leitung, und Geschäftsführer Mario-Sebastian Fertig.

Gastronomie

Sie sind die Hessenpark-Gastgeber: Andreas Lorenz und Mario-Sebastian bewirten jetzt die Besucher im Freilichtmuseum

Zum Jahresbeginn hat ein neuer Pächter die Gastronomie im Freilichtmuseum übernommen. Die "Hessenpark-Gastgeber" werden aber nicht nur das Wirtshaus "Zum Adler" das Landhotel und die Martinsklause bespielen, sondern insgesamt 14 Event-Flächen.

Mario-Sebastian Fertig ist in diesen Tagen viel zwischen Vorder- und Hintertaunus unterwegs. Der geschäftsführende Gesellschafter der GHC Service OHG eröffnet – wie gestern berichtet – am heutigen Freitag die Gaststätte im Bad Homburger Bahnhof. Zwischendurch aber muss er immer mal wieder über den Taunuskamm, um im Hessenpark nach dem Rechten zu schauen.

Fertig hat mit seiner Mannschaft zum Jahreswechsel die Gastronomie im Freilichtmuseum übernommen, seinem neuen Betrieb den Namen „Hessenpark-Gastgeber“ gegeben und zum Gespräch auch den Mann mitgebracht, der in der Landeseinrichtung die operative Leitung übernommen hat: Andreas Lorenz ist als Gestalter für visuelles Marketing zwar ein Quereinsteiger, er verfügt aber trotzdem über ein „gutes fachliches Know-how“, wie Fertig sagt. Er kennt den 28-Jährigen noch aus einer Zeit, als sie gemeinsam für eine Kette mit asiatischen Restaurants gearbeitet haben. Er hat ihn extra hierher geholt und zum stellvertretenden Direktor gemacht.

Lesen Sie auch: Familie Roth verlässt den Hessenpark - Wirtshaus Adler und das Landeshotel letztes Mal geöffnetDie Aufgabe ist ambitioniert, denn Fertig will 14 Event-Flächen vermarkten. Außer dem Wirtshaus „Zum Adler“, dem Landhotel und der Martinsklause sind das unter anderem die Scheunen aus Hadamar und aus Gottstreu, der historische Gewölbekeller unter dem Adler, Tanzsäle und Tagungsräume und schließlich der Fruchtspeicher aus Trendelburg, der noch bis zum Sommer saniert wird. Fertig übernimmt mit seinem Team auch in dem imposanten Gebäude die Bewirtung – dies allerdings in einer ausgelagerten Küche hinter der Scheune. Sie wird in einem nicht als solchen ersichtlichen Container untergebracht.

Schon jetzt haben die Hessenpark-Gastgeber dank ihrer Vermarktung und der Werbung auf Messen 100 Veranstaltungen von 5 bis zu 250 Personen im Kalender stehen – Hochzeiten und Tagungen beispielsweise. Und das, obwohl das Hotel mit seinen 34 Zimmern erst seit der Übernahme auf diversen Online-Portalen vertreten ist. 2019 ist das Referenz-Jahr, sagt Fertig, der auch Kooperationen mit anderen Hotels plant und das idyllische Museum als Location für Abend-Veranstaltungen stärker bewerben möchte.

Mobile Verkaufsstationen

Künftig wird es im Hessenpark, der im vergangenen Jahr immerhin mehr als 240 000 Besucher gezählt hat, außerdem mobile Verkaufsstationen an Tagen mit Groß-Veranstaltungen geben. Eine fahrbare Fachwerkhaus-Hütte wird Hirsch-Burger und Wild-Döner anbieten, ein Ausschank-Wagen Apfelwein (Possmann) und Bier (Binding). Außerdem auf dem Gelände unterwegs: ein Coffee-Bike.

Der Adler ist derzeit noch geschlossen, denn das Land Hessen nutzt den Pächterwechsel für eine Sanierung. Die Gasträume werden renoviert und gestrichen, aber um das Mobiliar, das die Museumsleitung ebenfalls austauschen wollte, hat Fertig gekämpft. „Das ist so schön authentisch.“ In den nächsten Tagen wird die Küche abgerissen, denn hier steht eine Kernsanierung an. Alles kommt raus, Leitungen, Fliesen, Möbel und Geräte werden komplett erneuert, und der 30-Jährige hofft, dass hier Ostern, spätestens aber im Mai, neu gestartet werden kann.

Und das mit einer räumlichen Trennung: Der eine Bereich steht unter dem Motto Apfelwein, der andere widmet sich dem Bier. Außerdem: Künftig wird nicht um 18 Uhr geschlossen, sondern erst um 22 Uhr – freitags und samstags sogar erst um 23 Uhr.

Die Gäste werden bis zum Frühsommer im Landhotel verköstigt. In dem Anwesen, das nach der Sanierung des Wirtshauses als Kaffeehaus dienen wird und für das sich Fertig außerdem eine bessere Beschilderung wünscht, gibt es regionale Gerichte, und alles wird frisch gekocht, versichert der Geschäftsführer. Er berichtet, dass sich die Hessischen Tapas und der Tafelspitz schon in den ersten Tagen als Renner erwiesen haben. Das Geschäft läuft, so versichert auch Lorenz, schon jetzt gut. „Wir haben bereits zwei starke Wochenenden hinter uns, alle Tische waren mindestens ein Mal besetzt.“ Noch bis zum 21. April wird hier außerdem ein Sonntagsbrunch angeboten.

Bereits am Sonntag, 27. Januar, nimmt anlässlich des Schlachtfestes „Von der Sau zur Worscht“ (11 bis 16 Uhr) die Martinsklause wieder ihren Betrieb auf. In der 50er-Jahre-Schenke wird es Schlachtplatten geben, im Hof der Trendelburg werden außerdem Würstchen vom Sattelschwein gegrillt. Gestern hat Fertig Hessenpark-Landwirt Volker Weber kennengelernt. Auch mit ihm ist eine Kooperation geplant. „Wir möchten Fleisch, Obst und Gemüse aus dem Museum verarbeiten.“

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