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Ein Rolls Royce Cabriolet, wie dieses im Hessenpark, würden bestimmt viele gerne einmal fahren, selbst wenn es die Nummer 13 ist.

Hochtaunus Automobil Club

Oldies vor besonderer Kulisse in Neu-Anspach

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Nur Cabrio-Fahrer kamen bei einem Regenguss unterwegs kurzzeitig in Stress, ansonsten war die Oldtimer-Ausfahrt vom Hessenpark aus eine rundum gelungene Veranstaltung.

Auf einem Marktplatz gibt es in der Regel viel zu sehen. Im Fall des Hessenparks ist der Marktplatz selbst stets die Augenweide, wegen der viele Besucher kommen. Am Sonntag bekamen die Fachwerkhäuser und historischen Fassaden allerdings starke Konkurrenz, denn mehr noch zogen poliertes Chrom und lackiertes Blech die Blicke auf sich. „Die Oldtimerfans kommen aus ganz Hessen“, sagte Organisator Gerd Weicker, der zusammen mit Sportleiter Andreas Fischer die 18. Oldtimerfahrt des Hochtaunus Automobil Clubs um 10 Uhr startete.

Schon zwei Stunden vorher begann der Betrieb, die Fahrer stellten sich ein, die ersten Schaulustigen auch, denn mehr Zeit, die Oldtimer von allen Seiten zu betrachten gibt es nicht, es sei denn, man kommt zur Siegerehrung am Abend zum Wehrheimer Bürgerhaus. Natürlich ziehen die Autos auch unterwegs die Blicke auf sich aber: „Es sind ja fast nur Nebenstrecken, auf denen wir fahren“, so Weicker, der dem Club auch vorsteht.

„Ich bin auf Rallyes in Gegenden gekommen, da wäre ich sonst im Leben nicht hingekommen“, so der Rallye-Erfahrene. 55 Teilnehmer gingen auf die 127-Kilometer-Route, die sie über Usingen, Grävenwiesbach ins Weiltal führte. Nur zwei mussten aus technischen Gründen aufgeben. Erlaubt war eine Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 25 Kilometern pro Stunde.

Die Teilnehmer mussten anhand des gestellten Kartenmaterials erst einmal die Strecke finden, einschließlich der Kontrollstellen. An den von Helfern besetzten gab es Stempel, an den anderen mussten die Fahrer die Durchfahrt selbst dokumentieren und nachweisen. Dazu war ein Beifahrer mit entsprechenden Kartenlesekenntnissen sehr hilfreich.

Die Fahrer mussten ihre Qualitäten bei drei Prüfungen unter Beweis stellen, so bei einem „Einparken“, wobei genau 30 Zentimeter von der Bordsteinkante Abstand einzuhalten waren. Rückwärts auf einen Hindernis zu fahren, ebenfalls mit vorgegebenem Abstand, sowie mittig zwischen zwei Balken waren ebenfalls gefordert. Für jeden Zentimeter mehr oder weniger gab es Punktabzug.

Fünf Fahrzeugklassen wurden gebildet, wobei die ältesten Automobile, A bis D, bis 1945 in einer Startklasse zusammengefasst waren. „Je älter das Baujahr, desto älter sind die Fahrer“, nannte Weicker mit Augenzwinkern eine grobe Faustregel und erklärte: „Die Jüngsten können weniger eine Beziehung zu den Oldies der Oldtimer aufbauen“. Die Klasse der „Youngtimer“, die mindestens 20 Jahre alt sein müssen, war deshalb auch besonders stark vertreten. Dazwischen liegen die Klassen E, bis Baujahr 1960, F, bis 1970 und G, bis 1988.

Es gewannen bis Baujahr 1945: das Ehepaar Schönauer aus Gladenbach auf einem Ford Baujahr 1929. Startgruppe E: Männer-Team Schneider-Oehm aus Kinzigtal mit einer Gangster-Limousine Baujahr 1954. Dritter wurde in dieser Klasse das Wehrheimer Team Backhove auf einem Austin Healy Baujahr 1968.

In der Klasse F war das Frauen-Team Schneider-Oehm mit einem Mustang Baujahr 1966 erfolgreich vor Martina und Sandra Weckmüller aus Neu-Anspach auf einem Volvo Amazon Baujahr 1968. Der Siegerpokal in der G-Klasse ging an die Frankfurter Manfred Scheffel und Klaus Gärtner auf einem Lancia Fulvia Monte Carlo Baujahr 1973.

Gesamtsieger und Klassensieger wurde der Youngtimer, ein Mercedes E 320 Coupé, Baujahr 1993, gesteuert von Silvan Ernst und Beifahrer Tobias Elchenbroich aus Neu-Anspach, Dritte wurde die Wehrheimerin Jutta Steinbrück-Weiß mit Jörg Syring und einem Audi 100 Baujahr 1993.

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