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Olympischer Glanz auf der Wintermühle

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Das Dressurfestival auf der Wintermühle ist für Reiter aus ganz Deutschland wegen der hochkarätigen Prüfungen eine Top-Adresse. Gestern ging es mit dem Grand Prix Special glanzvoll zu Ende. Aber schon am Samstag gab es aus heimischer Sicht etwas zu feiern.

Der Bad Homburger Thomas Wagner hat beim 17. Dressurfestival die achte von zwölf Qualifikation im „Nürnberger Burgpokal“ gewonnen. Es ist die bedeutendste Prüfung für 7- bis 9-jährige Dressurpferde. Wagner hat damit das Ticket für „Frankfurts Gut Stubb“ gelöst und darf mit dem 9-jährigen Fillipo Niro beim Weihnachtsturnier in die Festhalle einreiten, um dort aber auf starke Konkurrenz zu treffen. Er verließ das Viereck beim Stand von 72,122 Prozent, womit er die Schwedin Malin Wahlkamp-Nilsson mit Eddieni (71,976 Prozent) und sich selbst mit Dark Pearl (71,244 Prozent) auf die Plätze verwies. Dorothee Schneider, Team-Olympiasiegerin von Rio, wurde mit Smirnoff in dieser Prüfung nur Siebte.

Wagner strahlte bereits beim Ausritt, er wusste, dass es eine gute Vorstellung war. Gerade aus dem Sattel gesprungen, sagte er erleichtert. „Etwas überrascht bin ich schon. Es war viel besser als bei der Einlaufprüfung am Freitag, er war super bei mir und ist toll nach vorne gegangen“ – im wahrsten Sinne, wenngleich Wagner damit eher den enormen Schwung, den „Fillipo“ in der Prüfung zeigte, meinte. Der Bad Homburger, bescheiden und selbstkritisch, meinte aber auch: „Da ist noch Luft nach oben.“

Die Qualifikation zum Nürnberger Burgpokal war nur einer von vielen Höhepunkten des fünftägigen Dressurfestivals, bei dem sich Dutzende namhafter Reiterinnen und Reiter aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland die Türklinke in die Hand gaben.

Die Musik-Kür in der der schweren Klasse S*** hatte am Samstagabend unter Flutlicht stattgefunden. Sie bot der größeren Zuschauerkulisse stimmungsvolle Momente. Spannend war’s. Bis zum neunten von zehn Paaren hatte die für Schweden startende Ex-Wintermühlerin Michelle Hagman mit dem Rheinländer Chagall (71,775) vorne gelegen, wurde dann aber doch noch abgefangen, ausgerechnet von einer Landsmännin: Malin Wahlkamp-Nilsson zeigte die insgesamt harmonischere Vorstellung und punktete im Sattel der Westfalenstute Syriana mit 72,8 Prozent, bei Einzelnoten in der künstlerischen Wertung von bis zu 79 Prozent.

Gestern Nachmittag ging das Dressurfestival mit der schwersten Prüfung des Dressursports überhaupt, dem Grand Prix Special, als Finale der großen Tour zu Ende. Zur Königin des Dressurvierecks ausgerufen wurde Dorothee Schneider mit Quadriga’s Don Cismo. Schneider, die am Vormittag mit Pathetique (72,5 Prozent) auch die Dressurprüfung der Klasse S*** „Stars von Morgen“ gewonnen hatte, kam im Special auf 72,353 Prozent. Silber ging an Mathias Bouten (Everseel) mit Meggies’s Boston (67,725 Prozent), Bronze an Anna Nolte (Dreieich) mit Feenzauber (67,608 Prozent)

Spannend war gestern auch das Finale des Hessischen Berufsreiterchampionats. Titelverteidigerin Nina Kudernak (Götzenhain) mit Dione, Hendrik Lochthowe (Griedel) mit Don Chico und Christian de Bruijn (Ruppertshain) mit Catal hatten sich in einer Intermediaire 1 fürs S**-Finale qualifiziert, mit der Besonderheit des Pferdewechsels: Die Finalisten musste die Prüfung dreimal reiten, erst mit dem eigenen Pferd und dann nach nur fünf Minuten langem „Beschnuppern“ mit den Pferden der Kontrahenten. Bester Hessischer Berufsreiter wurde Hendrik Lochtowe. Als bestes Berufsreiterpferd ging Lochthowes Catal aus dem Triple.

Einen Erfolg für Gastgeber Wintermühle gab es auch: In der Ponydressur im Rahmen der Jugendtour, an der Nachwuchsreiter aus allen südwestdeutschen Landesverbänden teilnahmen, siegte die „für die Mühle“ startende Hessenmeisterin Clara-Marie Lampen mit Equestricons Day of Diva in allen drei Prüfungen.

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