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Sturm verlässt das Rathaus

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Abschied: Nico Sturm (Mitte), hier mit Bürgermeister Thomas Pauli und Personalchefin Karin Schütz im Neu-Anspacher Rathaus wechselt erneut die Seiten und geht zurück in die Wissenschaft. ARCHIVFOTO: PETTER © Red

Neu-Anspach (as). Kalt erwischt: Bürgermeister müssen immer damit rechnen, mit Unerwartetem konfrontiert zu werden. Da ist Neu-Anspachs Rathauschef Thomas Pauli (SPD) keine Ausnahme. Doch wenn er mit einem ganz bestimmt nicht gerechnet hätte, dann damit, dass Dr. Nico Sturm sein Team bereits nach zwei Jahren zum 1. Juli schon wieder verlässt.

Die Nachricht, dass sich der »Leiter des Leistungsbereichs Familie, Sport und Kultur«, so ist seine Stelle umschrieben, schon bald neuen beruflichen Herausforderungen stellen möchte, hat im Rathaus und auch im Bürgermeisterbüro eingeschlagen wie die sprichwörtliche Bombe. Sturm, der als ausgewiesener Experte im Sozialbereich gilt, wird kurzfristig eine Professur für Sozialwissenschaften an der Internationalen Hochschule (IU) in Bad Honeff antreten.

Dazu sagt er selbst: »Auch wenn meine Arbeit für die Stadt seit Dienstantritt im März 2020, zunächst durch die Corona-Pandemie und dann zusätzlich durch die Fluchtbewegungen aus der Ukraine, ständig von erschwerten Rahmenbedingungen geprägt war, hat sie mir stets große Freude bereitet.« Zu der unerwarteten und kurzfristigen Möglichkeit, in die Wissenschaft zurückzuwechseln, habe seine Arbeit für die Stadt wesentlich beigetragen. »Denn einschlägige Berufserfahrung auf dem Praxisfeld der Professur ist eine verbindliche Voraussetzung für eine Berufung«, erklärt er.

Pauli sagt dazu, er sei einerseits sehr traurig, andererseits aber auch ein wenig stolz, dass ein Mann mit der Qualifikation Sturms überhaupt für die Stadt gearbeitet und in der nur recht kurzen Zeit vieles auf neue, stabile Füße gestellt habe. »Man kann ihn zu dieser Chance nur beglückwünschen, er sollte sie in jedem Fall nutzen, auch wenn es für uns jetzt sehr schwer sein wird, die Stelle neu zu besetzen«, sagt Pauli.

Stelle wird neu ausgeschrieben

Es sei derzeit ohnehin schwer, überhaupt Personal zu finden, wenn es dann aber auch noch so hoch qualifiziert sein soll wie der scheidende Amtsleiter, werde es besonders schwer: »Die Latte liegt ziemlich hoch, nichtsdestotrotz werden wir natürlich unverzüglich mit der Suche beginnen und die Stelle neu ausschreiben«, sagt der Bürgermeister.

Im Falle Sturms habe es sich als glückliche Fügung erwiesen, dass er zum einen Sozialwissenschaft, zum anderen aber auch Betriebswirtschaft studiert habe. Bei der Stellenausschreibung werde dies ganz sicher seinen Niederschlag finden. Es gelte nun, eine Kraft zu finden, die mit derselben Leidenschaft und Energie wie Sturm an die Aufgaben herangeht.

Sturm unterstand bislang einer der größten Einzelbereiche innerhalb der Stadtverwaltung. Er war für den kompletten Kindertagesstättenbereich verantwortlich, das Management des Bürgerhauses und der Dorfgemeinschaftshäuser, die Stadtbücherei und das Schwimmbad. Die Neu-Anspacher Stadtverwaltung hat rund 165 Mitarbeiter, allein 70 von ihnen hörten auf das Kommando Sturms. »Wenn dann so jemand plötzlich ausfällt, reißt das natürlich ein riesiges Loch«, sagt der Verwaltungschef.

Sturm sei bei seinem Dienstantritt unversehens und ohne große Einarbeitungszeit ins kalte Wasser gesprungen, »er hat an dem Tag angefangen, als es die legendäre Pressekonferenz beim Landrat zum Auftakt der Corona-Pandemie gab, und musste sich von jetzt auf gleich bewähren, was ihm mit Bravour gelungen ist.«

Auch Personalchefin Karin Schütz, zuständig auch für den Leistungsbereichs »Zentrale Dienste«, bedauert das Ausscheiden Sturms. Aber es sei auch toll zu sehen, so Schütz, »wie die Arbeit für unsere Verwaltung mit ausschlaggebend für die Übernahme von verantwortungsvollen Aufgaben im Wissenschaftsbetrieb sein kann.«

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