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Viele Ideen gegen Überschwemmungen

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Von: Frank Saltenberger

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Der Biber staut den Arnsbach auf, was zwar nichts mit der Ortskern-Überschwemmung zu tun hat, aber Privatgrundstücke betrifft. Auch hier besteht Handlungsbedarf.
Der Biber staut den Arnsbach auf, was zwar nichts mit der Ortskern-Überschwemmung zu tun hat, aber Privatgrundstücke betrifft. Auch hier besteht Handlungsbedarf. © fms

Ein Ortstermin der Politik mit Bürgern zeigt zahlreiche Problemstellen auf.

„Da haben wir genug Stoff für Dienstag“, sagte Regina Schirner (Grüne), Vorsitzende des Umweltausschusses, am Ende der Ortsbegehung in Westerfeld. In jüngster Zeit wurde der Neu-Anspacher Ortsteil von Überschwemmungen heimgesucht, denen wollte man auf den Grund gehen und dazu war auch der Bauausschuss eingeladen. Die „Sitzung vor Ort“ war öffentlich, das hieß, es waren auch zahlreiche Bürger, hier vor allem Betroffene, gekommen.

Biber-Arbeit oder Schwemmgut?

Startpunkt war die Ortsmitte um die Eiche, die bei den Unwettern unter Wasser stand, und zwar kniehoch, wie eine Anwohnerin erklärte.

Dort, wo die Ausschüsse sich trafen, ist die Usa verrohrt. Sie fließt noch vor der Ortsrandbebauung in einen Tunnel und kommt nach rund 800 Metern wieder ans Licht, fließt durch einen Trog bis zum Ortsrand Richtung Usingen, wo der Arnsbach, der vorher den Häuserbach aufgenommen hat, einmündet.

Die Besichtigung führte am Trog entlang, der von mehreren Brücken zur Erschließung der Höfe überspannt wird. Das Wasser, an den tiefsten Stellen ebenfalls etwa kniehoch, ist so klar, dass man die steinige Sohle gut erkennen kann. Je weiter man sich dem Ortsrand näherte, desto dichter wurde der Bewuchs oberhalb auf der Seite der Privatgrundstücke als auch unten im Trog, was den Wasserabfluss im Falle des Falles behindert.

Hier sah man Handlungsbedarf, störenden Bewuchs zu entfernen. Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) erklärte dazu, dass die Brücke am Bächweg zur Sanierung anstehe, wofür Haushaltsmittel eingestellt seien.

Die offene Rinne bis zum Ortsrand ist aber weniger problematisch als andere Stellen, wo auch noch andere Verursacher eine Rolle spielen. Nach der Usabrücke am Ortsrand überquerten die Politiker die Straße und holten sich nasse Füße. Es ging über die Wiese zum Biberteich.

Der Dammbaukünstler hat den Arnsbach so weit zurückgestaut, dass Wasser auf Privatgrundstücke übertritt. Entschärft wurde die Situation bereits durch ein Rohr als Überlauf, durch das ein mächtiger Wasserstrom austrat. Die angrenzende Wiese ist sehr aufgeweicht. Hier beriet der Ausschuss, wie weitere Abhilfe geschaffen werden könnte. Einen Bypass beispielsweise schlug Roland Höser (b-now) vor, Kevin Kulp (SPD) möchte klären lassen, inwieweit Bürger in die von Hochwasser bedrohten Bereich hineingebaut hätten, wozu ein Blick auf eine Karte mit einer roten Umrandung des Hochwasserbereichs Anlass gab.

Es gibt auch Bürger, welche die Existenz eines Bibers bezweifeln, und das Hindernis für angeschwemmtes Astwerk halten. Man habe noch keine Fußspuren gesehen, so das Argument.

Gitter funktioniert nicht

Dann ging es wieder zurück und vom Treffpunkt aus in die Gegenrichtung. Das Einlassbauwerk ist ein neuralgischer Punkt. Zurzeit freigeräumt scheint der Querschnitt ausreichend um ein Vielfaches der derzeitigen Wassermassen aufzunehmen, aber die Erfahrung hat gelehrt, dass dies nicht so ist, und auch hier ist die Verstopfung durch angeschwemmtes Material der Hauptgrund. Ein ins Spiel gebrachte Entfernung des Gitters wies der Bürgermeister sogleich zurück, dann würde der Tunnel verstopfen und das Material könne nicht mehr herausgeholt werden.

Weiter ortsauswärts erklärte der Verwaltungschef, dass der Bau von Vorgittern und noch weiter draußen auch Staumauern geprüft werden, die das Wasser in angrenzende Wiesen verteilen würden. „Wir müssen sehen, was die Behörden genehmigen“, so Pauli weiter, der einem Termin mit der Naturschutzbehörde entgegensieht. Mit dem gesammelten Stoff setzen sich die Gremien in der nächsten Sitzungsrunde weiter auseinander. VON FRANK SALTENBERGER

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