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Viele Teilnehmer bei Aktionstag

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Von: Frank Saltenberger

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Zahlreiche Neu-Anspacher haben sich am Samstag in der Kleeblattstadt versammelt, um dem doch arg gerupften Neu-Anspacher Wald zu helfen.
Zahlreiche Neu-Anspacher haben sich am Samstag in der Kleeblattstadt versammelt, um dem doch arg gerupften Neu-Anspacher Wald zu helfen. © fms

Deutlich mehr als 80 Personen engagieren sich bei Waldschutzprojekt. Gute Werbung und strategische Partner sind Gründe dafür.

Das Waldschutzprojekt Waldliebe hatte am Samstag zu einem ersten von sechs Aktionstagen aufgerufen. Und wenn es so weitergeht, dann wird daraus noch eine Bürgerbewegung. Treffpunkt war der Anspacher Festplatz.

10 Uhr war angesetzt. Und wer um diese Zeit mit dem Pkw ankam, der musste die raren Parkplätze suchen. Keine Probleme indes hatte der Fahrradfahrer, der zur vollen Stunde ebenfalls in die Zufahrt einbog, ausgestattet mit einem Rucksack auf dem Rücken, aus dem der Griff einer Greifzange herausragte. Sie verriet, welcher Gruppe er sich anschließen würde: der Müllsammelgruppe.

Uniforme T-Shirts für den Teamgeist

„Rund 80 Personen haben sich angemeldet“, sagte Bernd Reuter, Vorsitzender des Waldfördervereins. Wer grob die Köpfe überflog, der kam zu einer noch höheren Zahl von Aktiven. Groß und Klein, Alt und Jung, Familien, Männergruppen, sie alle wollten mithelfen, dem Wald seine alte Pracht zurückzugeben, die ihm der Borkenkäfer und andere Kalamitäten in den vergangenen Jahren genommen hatten.

Ein Anblick, der vermutlich aus jedem zweiten Wohnzimmer der Kleeblattstadt beim Blick auf den Taunuskamm sichtbar ist. Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) war übrigens ebenfalls im Einsatz für den Wald, vor allem aber sein Revierleiter Christoph Waehlert.

Ein solcher Anblick mag Motivation sein mit anzupacken, jedoch macht der Waldliebeverein geschickt Werbung für seine „Feldzüge“. Und er hat strategische Partner, wie Reuter sie nennt, dazu gehört die Firma Gudeco, die auch diesmal wieder dabei war und die Teilnehmer aus einem Lieferwagen heraus ausrüstete: Jeder bekam einen Einkaufsbeutel für Obst und Gemüse. Er war gefüllt mit einer Flasche Wasser, gespendet von Edeka, mit Waldliebe-Brötchen von der Bäckerei Ernst sowie nützlichen Giveaways der Firma Gudeco. Aber das war noch nicht alles: Nun sind die Waldliebe-Akteure und Helfer sogar mit einheitlichen T-Shirts in Waldgrün und mit dem Waldliebe-Logo auf Bauch und Brust uniformiert, und das wiederum stärkt den Teamgeist noch einmal gewaltig.

Als alle versorgt waren, konnten sich die Helfer einer Arbeitsgruppe anschließen. Ohne großes Hin und Her bildeten sich an den Sammelpunkten etwa gleich große Gruppen. Die einen wollten Bäumchen pflanzen, die anderen Müll sammeln und wieder andere wollten sich im Camp nützlich machen: jäten, ein- und umtopfen sowie die Hütte streichen stand dort auf der Agenda.

Jene, die sich fürs Pflanzen entschieden hatten, folgten dem Waldwirtschaftsteam hinter die Wintermühle, wo am Vortag bereits mit Pflanzungen im Zuge der 20-Jahrfeier der Hessenpark-Kitagruppe „Pitschedappcher“ begonnen wurde. Werkzeug und andere Arbeitsutensilien wurden teilweise noch am Festplatz, aber vor allem an den Einsatzstellen ausgegeben.

Die Männergruppe, die sogenannten Dienstagsradler, ziehen regelmäßig zum Arbeitseinsatz in den Wald und kennen sich schon gut aus. Sie hatten Fäustel dabei, um Pflanzstöcke einzuschlagen, und sie wussten auch, wohin sie auszurücken hatten: zu einer weiteren Fläche unterhalb der Polnischen Köpfe. Junge Bäumchen waren anzubinden, Fege- und Verbiss-Schutz war anzubringen, auch die Regenrückhaltemulden wurden inspiziert und ausgebessert.

Ende nach drei Stunden Arbeit

Wenn viele Hände gemeinsam anpacken, flutscht es. Drei Stunden Arbeit waren eingeplant, danach traf sich die wachsende Waldliebe-Familie an der Jammerhecke. Aber nicht zum Jammern: Stattdessen wartete dort ein Wagen der Initiative „Lernort Natur“ des Deutschen Jagdverbandes auf Lernwillige der anderen Art: Es gab Deftiges vom Grill und Getränke sowie die Gelegenheit, sich auszutauschen, über den Patienten Wald zum Beispiel, der durch die Trockenheit der vergangenen Jahre so gelitten hatte.

Am Aktionstag blieb es leider nicht so trocken, wie man es sich gewünscht hätte. Der feine Regen tagsüber wurde von den meisten jedoch ignoriert, die Arbeit im Wald lässt sich nämlich mit der geeigneten Kleidung auch bei Regen wunderbar durchführen.

Die Jammerhecke wurde für den Abschluss nicht von ungefähr ausgesucht, denn dort startet ein Kunstwanderweg mit sehenswerten Fotografien von Anne Killat, die ebenfalls teilnahm und abschließend zu einer Führung einlud. Da der Aktionstag ein erneuter Erfolg war, ist zu vermuten, dass der nächste Aktionstag bestimmt bald kommt. VON FRANK SALTENBERGER

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