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Vieles ausprobiert und Beruf gefunden

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Von: Frank Saltenberger

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Gute Entscheidung: Nach einem Jahr Bundesfreiwilligendienst beginnt Antony Rosik jetzt eine Ausbildung zum Schreiner. Auch im Café Hartel hat er bei Ingrid Frenzel und Ursel Oestreich (rechts) einiges gelernt.
Gute Entscheidung: Nach einem Jahr Bundesfreiwilligendienst beginnt Antony Rosik jetzt eine Ausbildung zum Schreiner. Auch im Café Hartel hat er bei Ingrid Frenzel und Ursel Oestreich (rechts) einiges gelernt. © fms

Antony Rosik will nach einem Freiwilligen-Jahr bei der Basa Schreiner werden.

Neu-Anspach -Ehrenamt und Freiwilligkeit stehen hoch im Kurs, wenn es um soziales Miteinander geht. Die Freiwilligkeit ist nicht besser repräsentiert als in der Freiwilligen Feuerwehr oder einem Rettungsdienst vom DRK bis zur DLRG. Das Ehrenamt ist in Vereinen zu Hause, aber auch in vielen anderen Bereichen, beispielsweise in kulturellen Einrichtungen oder Kirchengemeinden, und oft entlastet ehrenamtliche Arbeit so auch öffentliche Haushalte.

Von einer Win-Win-Situation könnte man reden, wenn die ehrenamtliche beziehungsweise freiwillige Leistung einer Gegenleistung entspricht, in Form von Know-how zum Beispiel. Zeitlich gefasst sind ehrenamtliche Funktionen selten, aber es gibt zwei Freiwilligendienste, die für ein Jahr konzipiert sind: Das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst (BFD). Ersteres gibt es schon seit über 50 Jahren, wurde mit der Abschaffung des verpflichteten Wehrdienstes 2011 eingeführt und ersetzt damit den Zivildienst. Ein Unterschied ist, dass das Freiwillige Soziale Jahr nur einmal bestritten werden kann, der BFD mehrmals - und er hat keine Altersbegrenzung.

"Es war eine gute Entscheidung, die Zeit ging schnell rum", sagt jetzt einer, der sein Bundesfreiwilligen-Jahr gerade beendet hat: Antony Rosik. Der jetzt 18-Jährige aus Mönstadt hat es bei der Bildungsstätte Alte Schule Anspach (Basa) absolviert. Vorher hatte er die Gesamtschule in Weilmünster abgeschlossen und war auf der Suche nach einer Ausbildungsstätte. Was macht ein Absolvent, wenn er sich noch nicht schlüssig ist, wie es beruflich weitergehen soll? Eine Beratung kann helfen oder ein Schnupperjahr, um sich richtig zu entscheiden. Die Basa hilft bei der Berufsfindung, und so kam auch Rosik mit der Anspacher Einrichtung in Kontakt - und die machte ihm den BFD schmackhaft: Ein Überbrückungsjahr, das bereits auf eine Ausbildung ausgerichtet ist.

Vielfältiger Job

Statt Schulbank drücken ist praktische Arbeit angesagt sowie Weiterbildung. Im BFD sind Bildungsseminare vorgesehen, und Rosik nahm dazu an den hauseigenen Seminaren der Basa teil.

"Wir wollen zudem, dass die Freiwilligen über den Tellerrand hinausblicken", sagt seine Mentorin Ursel Oestreich. Deshalb war der "Bufdi", die man die Bundesfreiwilligendienstler gerne nennt, auch in dem von ihr geleiteten Café Hartel eingesetzt. Soziale Arbeit lernte er dort kennen, beispielsweise beim Lebensmitteltransport, bei der Essensausgabe und dem dazugehörigen Geldverkehr. Aber auch bei der Küchenarbeit lernte er und machte sich gleichzeitig nützlich.

"Ja, hier habe ich auch viel gelernt", bestätigt Rosik mit stoischer, aber auch verschmitzter Mine. Auch bei der Pflege der Außenanlage um die Alte Schule: Gärtnerische Arbeiten, die Pflege der Feuerstelle, Unterstützung bei Reparaturen. Im Tagungshaus waren wieder andere Dinge zu erledigen, die schon zum Hotelfach gehören: die Küchen, Zimmer, Wäscheschränke und Kühlschränke kontrollieren. In der Seminarbetreuung wurde er eingesetzt, hatte die Medien zu verwalten und erledigte Aufgaben im Büro.

All dies brachte ihm Einblicke in das Berufsleben jenseits der Schule. Und nebenbei wurde noch nach einer Ausbildungsstelle Ausschau gehalten und Pläne für den weiteren beruflichen Lebensweg geschmiedet, mit Erfolg: "Ich werde eine Schreinerausbildung beginnen", ist er sich sicher, das Richtige gefunden zu haben.

Neue Einblicke

Praktisches Geschick hat der Schreiner in spe auch im Bufdi-Jahr beweisen, und wer wollte bestreiten, dass gerade das Schreinerhandwerk "goldenen Boden" hat und neben handwerklichem Geschick auch ein Beruf ist, der Kreativität erfordert.

Zunächst geht es aber zurück in die Schule: Auf das Bufdi-Jahr folgt das Berufsgrundbildungsjahr Holztechnik (BgJHolz) an der Usinger Saalburgschule. Voraussetzung dafür ist ein Vorvertrag mit einer kooperierenden Schreinerei. Den hat er auch schon, nämlich mit der Schreinerei Kühn in Rod an der Weil. Vier Tage in der Schule, ein Tag im Betrieb und das BgJ wird als erstes Lehrjahr anerkannt. Für Antony Rosik war das Bufdi-Jahr ein klarer Gewinn, und wer ebensolche Erfahrungen sammeln will, hat eine gute Gelegenheit, denn die Basa sucht ab 1. September wieder einen Bufdi oder FSJ-ler. VON FRANK SALTENBERGER

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