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KOMPASS-Start auf Nikolausmarkt in Neu-Anspach

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Von: Kurt Hoeppe

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NEU-ANSPACH - (kh). Eingehüllt in die Vorfreude auf das Fest der Liebe fällt der Startschuss für ein Landesprojekt, das die Sicherheit in der Stadt verbessern soll: Im Rahmen des Nikolausmarktes in Neu-Anspach am Samstag, 7. Dezember, informieren Vertreter der Kommune, der Stadt- und der Landespolizei über KOMPASS, das in seiner Art bundesweit einzige KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel.

Zum Auftakt wird eine Umfrage gestartet: Besucher des Nikolausmarktes können am Stand der Stadt sagen, ob sie sich tatsächlich sicher fühlen oder wo es ihrer Ansicht nach Nachholbedarf gibt.

"Das Thema ist vielfältig", sagt Ordnungsamtsleiter Hans-Jörg Bleher im Vorfeld des Programmstarts. "Es kann sich um dunkle Ecken handeln, wo man nicht gerne langgeht, es kann um die Angst vor Einbrüchen oder Überfällen gehen, aber auch um die Verkehrssicherheit, Sicherheit für Senioren oder Schulkinder." Am KOMPASS-Stand werden die Ergebnisse der Umfrage auf speziellen Bögen festgehalten, die später gemeinsam mit Fachleuten der Poliuei ausgewertet werden. "Es wird dann auch darum gehen, das subjektive Sicherheitsempfinden vieler Menschen in die Form objektiver Daten zu bringen", betont Bleher, "denn jeder erlebt das Thema für sich ganz individuell." Diese Daten würden Grundlage für die Sicherheitskonferenz. im kommenden Frühjahr.

Nach den Vorgaben des Landesprogramms soll in den beteiligten Städte und Gemeinden in "kommunalen Sicherheitskonferenzen" unter Nutzung vorhandener Strukturen wie etwa einem Präventionsrat und unter Einbeziehung der Bürger und kommunaler sowie staatlicher Akteure eine ganzheitliche Kommunikation rund um das Thema Sicherheit erfolgen. Missstände, Probleme, aber auch Sorgen und Ängste der Bürger sollen offen angesprochen und Bestehendes auf den Prüfstand gestellt werden. Alle Partner, die Aufgaben im Bereich der Sicherheit wahrnehmen, sollen an einem Tisch zusammenkommen. Dazu gehören nicht nur die Polizei und die örtlichen Ordnungsbehörden, sondern ebenso kommunale Dienstleister oder Unternehmen, wie beispielsweise die Stadtwerke, die Entsorgungsbetriebe, die Feuerwehr, der ÖPNV, aber auch Kirchen, Industrie, Handel, Handwerk, Schulen und Vereine. In Neu-Anspach sollen aus der Konferenz heraus "passgenaue Maßnahmen" abgeleitet werden, "denn jede Kommune hat eben ihre Besonderheiten", so Bleher.

Wie genau diese Maßnahmen aussehen könnten - der Aufbau eines freiwilligen Polizeidienstes, Videoüberwachungen kritischer Plätze, eine deutlichere Präsenz der Ordnungskräfte durch eine verstärkte Streifentätigkeit - können weder Bleher noch Bürgermeister Thomas Pauli derzeit abschätzen. Es gelte, zunächst Informationen zu sammeln.

Natürlich wäre es grundsätzlich wünschenswert, die Landespolizei mit mehr Personal auszustatten. Das könnte die Stadtpolizei, deren Besetzung von der knappen Stadtkasse diktiert wird, durchaus entlasten. In dieser Hinsicht machen sich jedoch weder Pauli noch Bleher Illusionen: Sie müssen derzeit mit dem auskommen, was sie haben, die Ressourcen gezielt einsetzen. Die interkommunale Zusammenarbeit mit Usingen und demnächst auch Grävenwiesbach schaffe ein wenig Spielraum. Auf keinen Fall dürfe KOMPASS als "Pflaster" der Landesregierung verstanden werden, denn, so Bleher: "KOMPASS bringt uns ja auch Mehrarbeit, und wenn wir uns an dem Programm beteiligen, muss auch etwas dabei herauskommen!"

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