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Architekt Ioannis Karnavos, die Bauherren Mesut und Duygu Kuscu, Architektin Evdoxia Karnavou sowie Bürgermeister Hans-Georg Brum (von links) nehmen den Spatenstich für den Neubau vor.

Gewerbegebiet in Oberstedten

Neubau soll in einem Jahr stehen

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Die Gewerbeflächen der Brunnenstadt sind gefragt – auch die in Oberstedten. Dort investiert die Kuscu GmbH jetzt 2,5 Millionen Euro in ein neues, größeres Betriebsgebäude. Zwei andere Grundstücke an der Hans-Mess-Straße sind noch frei – und es gibt Überlegungen, perspektivisch weitere Flächen zu erschließen.

Der Bagger steht schon seit gut zwei Wochen auf dem Grundstück Hans-Mess-Straße 5, auf dem sich Aushub türmt. Die Baugrube sieht schon jetzt riesig aus, wird allerdings noch mal mehr als doppelt so groß. „Das wollen wir bis Ende der Woche schaffen, um dann nächste Woche mit dem Rohbau beginnen zu können“, sagt Bauherr Mesut Kuscu.

Seit bald zehn Jahren sitzt sein Dachdeckermeister- und Bautenschutz-Betrieb jetzt im Sport- und Gewerbegebiet am Ortseingang von Oberstedten. In der Hans-Mess-Straße 1 ist es der Firma allerdings zu eng geworden. „Das jetzige Gebäude war 2006 für sechs bis acht Mitarbeiter geplant, mittlerweile sind wir 15 Leute und wollen peu à peu weiter expandieren“, sagt Kuscu, der das Baugrundstück ein paar Meter weiter vor zwei Jahren von privat erworben hat. Der jetzige Firmensitz soll nach dem Umzug vermietet werden.

In gut zwölf Monaten soll der Neubau fertig sein, der auch ein Boardinghouse und wie das alte Gebäude einen Gastronomiebetrieb beherbergen wird (siehe ZUM THEMA), erläutert Architekt Ioannis Karnavos beim symbolischen ersten Spatenstich am Montagabend. 2,5 Millionen Euro investiert Kuscu, der von den Vorzügen des Areals wie etwa der guten Autobahnanbindung schwärmt.

Diese Vorzüge schätzt nicht nur der Bauingenieur und Dachdeckermeister: „Die Nachfrage nach Flächen dort von Gewerbe aus Oberursel und aus Nachbarkommunen ist nach wie vor erheblich“, sagt Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus.

Das Gewerbegebiet, das die Hans-Mess- und die parallel verlaufende schmalere Industriestraße umfasst, ist mit seinen 9500 Quadratmetern allerdings nicht allzu groß – und schon gut gefüllt: Nach dem Startschuss vor rund 15 Jahren hätten sich dort bislang 25 Firmen niedergelassen, informiert Richter. Darunter sind kleine Betriebe und viele Mittelständler, aber auch internationale Unternehmen wie die japanische Horiba-Gruppe, die Messsysteme für Prozess-, Umwelt- und Medizintechnik sowie die Automobilprüfindustrie fertigt und ihre dortige Europa-Zentrale – der größte Betrieb auf dem Areal – erst vor zwei Jahren für rund 3,7 Millionen Euro erweitert hat.

Zwei Grundstücke, zusammen gut 2000 Quadratmeter, sind laut Richter noch frei. Diese Flächen, die in Privatbesitz seien, liegen in der Hans-Mess-Straße auf der rechten Seite ein Stück oberhalb vom neuen Grundstück der Kuscu GmbH. „Die Wirtschaftsförderung vermittelt an die Eigentümer immer wieder Interessenten, etwas Konkretes hat sich aber noch nicht ergeben“, berichtet der Stadtplaner.

Fest steht unterdessen, wie Richter betont: Der Oberstedter

Tennisclub bleibt

, wo er ist. Die Tennisspieler waren die Ersten, die vor 18 Jahren in die Hans-Mess-Straße kamen, die einst als Sportgebiet geplant war. Als man dann aufgrund mangelnder Nachfrage vonseiten der Vereine beschloss, Gewerbe anzusiedeln, gab es Gespräche mit dem Vorstand über einen möglichen Umzug und auch später immer wieder diese Überlegung. Allein: „Den Club umzusiedeln, wäre zu teuer geworden“, sagt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) beim Spatenstich und freut sich, dass im Gewerbegebiet heute ein „gutes Miteinander“ herrsche.

Generell habe sich das Areal sehr gut entwickelt, sagt Brum der TZ und spricht von Überlegungen, das Gewerbegebiet perspektivisch zu erweitern. „Vielleicht lässt sich oberhalb der Autowaschanlage noch Gelände mobilisieren“, so der Rathauschef. Konkrete Planungen gebe es noch nicht – eine Ausdehnung in Richtung Bundesstraße würde auch einigen Aufwand mit sich bringen, weiß Stadtentwickler Richter. Der Regionale Flächennutzungsplan müsste geändert werden, eventuell würde die vorhandene Infrastruktur nicht ausreichen.

Fest steht: „Einen weiteren Lebensmittelmarkt wollen wir dort nicht“, sagt Brum. Auch für die Parkplatzproblematik – der einseitige Parkstreifen in der Hans-Mess-Straße reiche nicht aus, sagen die Gewerbetreibenden – gibt es noch keine konkrete Lösung, wie Arnold Richter erklärt. „Wir suchen weiterhin Parkfläche. Am Rand zur Feldflur ist das aber planungsrechtlich nicht so einfach.“

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