1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Neue Chancen durch IKEK

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Wehrheim (inf). Das Finanzstärke für eine Kommune nicht nur positive Seiten besitzt, sondern gerade diese Gemeinden in puncto Fördermittel oftmals das Nachsehen haben, ist in Wehrheim in der Vergangenheit immer wieder ein Thema gewesen. Galt die Kommune doch jahrelang als »gut betucht«.

Wehrheim ist nicht mehr reich

Mit der unerwarteten Rückzahlung der riesigen Gewerbesteuersumme hat sich dieser Status gewandelt. Anstatt als abundante, also finanzkräftige Kommune wird Wehrheim nun als verschuldet betrachtet - mit allen Möglichkeiten, die ein solcher Status tatsächlich bietet. Und das bedeutet auch, dass Wehrheim nun Zugang zu einem Förderprogramm bekommt, welcher in der Vergangenheit bislang verschlossen schien. Davon berichtete Bürgermeister Gregor Sommer bereits im Haupt- und Finanzausschuss und einen Tag später auch in der Gemeindevertretersitzung.

Momentan prüfe die Kommunalverwaltung eine Bewerbung für das sogenannte Hessische Dorfentwicklungsprogramm, welches auch Integriertes kommunales Entwicklungskonzept oder kurz IKEK genannt wird. Das Dorfentwicklungsprogramm sieht vor, ähnlich wie der Gedanke, der hinter dem LEADER-Programm steht, den ländlichen Raum als attraktiven Lebensraum zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mit der Möglichkeit, tatsächlich alle Ortsteile und sogar private Projekte in die Förderung mit einzubeziehen, betonte Sommer.

Dabei sei (im Gegensatz zu der früheren Dorfentwicklung) noch nicht klar, wie hoch die Förderquote und die ausgeschütteten Fördermittel überhaupt sein werden. »Wichtig ist nur, in das Programm überhaupt erst einmal reinzukommen«, betonte Sommer und warb bei den Abgeordneten um Zustimmung. Der Bürgermeister betonte auch, dass Baugebiete, welche in diesem Zusammenhang ausgewiesen und geplant würden, nicht in Konkurrenz zu einer Innenentwicklung des Kernorts stünden, da im regionalen Flächennutzungsplan nur noch kleinere Bereiche zur entsprechenden Entwicklung vorgesehen seien und es noch bis ins Jahr 2026 dauere, bis der neue Plan tatsächlich beschlossen werde. »Dann aber sind wir am Ende des Programms angekommen« betont Sommer.

Da die Bewerbungsfrist schon bald abläuft, bat Sommer um schnelle Zustimmung. Und die sollte er auch erhalten: Der Antrag wurde in der Gemeindevertretersitzung geschlossen befürwortet.

Chance für neue Bauplätze

»Als ich den Antrag für das Dorfentwicklungsprogramm gesehen habe, da hat mein Herz erst mal höher geschlagen«, betonte Klaus Schumann (FDP). Auch wenn die Dorfentwicklungsplanung viel vorgebe, wolle er in Bezug auf die innerörtliche Ausweisung möglicher neuer Baugebiete darauf hinweisen, dass man dies nicht nur wegen der monetären Vorteile tue, sondern wegen des Anspruchs, das Apfeldorf künftig weiterzuentwickeln. »Und das sollten wir in Kooperation mit unseren Bürgern tun«, betonte Schumann.

Auch interessant

Kommentare