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Neue Heimat für die Pfadfinder

  • vonFrank Saltenberger
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Die Wanderfreunde verschenken ihr Waldheim an die Taunuspfadfinder. Es kommt in gute Hände, ist sich die Vorsitzende Wiltraud Hermann, sicher. Aber klar ist in diesem Zusammenhang auch: Man geht niemals so ganz!

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“, heißt es in der Bibel, aber die Stelle aus dem Prediger war nicht Gegenstand des Gottesdienstes unter freiem Himmel. Mit einem Gottesdienst aber begann das Fest, das einen Vorgang abschließt, der unweigerlich auf die Beteiligten zukam.

Das sind zum einen die Taunus-Pfadfinder und zum anderen der Wanderclub Bad Homburg 1919. Letzterer hat ein wunderschönes Domizil, versteckt unter Bäumen in der Nähe des Hessenparks, wo er 1935 ein Wanderheim erbaute und 1955 erweiterte. Gut gepflegt samt dem weitläufigen Außengelände war es nun doch in die Jahre gekommen und mit dem Wanderheim vor allem der Wanderverein. Der ist geschrumpft. Nur noch eine Handvoll ist aktiv, und vor einem Jahr hat man die 95 Jahre seit der Gründung gefeiert, weil man, wie Vorsitzende Wiltraud Hermann sagte, nicht wusste, ob man die 100 Jahr noch vollbekommt.

Noch bevor sich diese Frage endgültig stellte, besann man sich in den Reihen der Wanderfreunde eines Vorschlags des ehemaligen Vorsitzenden Manfred Wienhold: „Komm mal her Bub, ich weiß nicht, wie es mit dem Waldheim mal weitergeht. . . “, soll er den heutigen Vorsitzenden der Pfadfinder einst zur Seite genommen und diesem Hoffnungen gemacht haben.

Genau dies wurde bei der Vollversammlung des Wanderverein im vergangenen Jahr verhandelt, und man kam zu dem Beschluss, das Waldheim zu verschenken. An wen, das war keine Frage mehr, denn seit vielen Jahren waren die Wanderfreunde so etwas wie der Patenverein der Pfadfinder: „Als kleiner Bub bin ich hier schon herumgesprungen“, sagte Markus Repp, denn auch sein Großvater war schon Mitglied im Wanderverein, der Enkel ist heute zusätzlich zweiter Vorsitzender des Wandervereins.

Als sich die Pfadfinder aus verschiedenen Anfangskonstellationen in der heutigen Form konsolidiert hatten, durften sie das Wanderheim und das Gelände für ihre Zeltlager nutzen, übernahmen dafür die Pflege des Grundstücks – und diese Kooperation funktionierte vorbildlich. Jetzt geht die aktive Zeit des Wandervereins zu Ende, der Nachwuchs fehlt, während die Pfadfinder weiteren Zulauf haben und auf über 100 Mitglieder angewachsen sind.

„Es bleibt in guten Händen“, versicherte die Vorsitzende des Wandervereins, als nach dem Gottesdienst die Stunde der Schlüsselübergabe gekommen war. Die wurde im Rahmen eines Festes gefeiert, zu dem auch zahlreiche ehemalige Pfadfinder und Ehrengäste gekommen waren. Trotz Übergabe: Ganz zurückziehen werden sich die Wanderfreunde nicht und können das Bundeshaus der Pfadfinder auch weiterhin nutzen. „Ich bin inzwischen auch passives Mitglied bei den Pfadfindern“, so Hermann.

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