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Neue Preise und Technik im Neu-Anspacher Freibad

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Mit Zehnerkarte oder ohne? Mit Chip oder auf Papier? Was zahlen Früh- und was Spätschwimmer? Die Tarife und Bezahlmodalitäten für das Neu-Anspacher Freibad sollen sich bereits zur neuen Saison ändern. © Red

Die Stadt Neu-Anspach will das Kassensystem im Waldschwimmbad modernisieren. Was bedeutet die neue Technik für die Eintrittspreise? Locken vielleicht sogar neue Rabatte?

Neu-Anspach. Dass das Kassensystem des Schwimmbades Neu-Anspach steuerrechtlich nicht mehr zulässig ist, steht seit 2020 fest. Die in der Pandemie gefundenen Notlösungen über einen externen Dienstleister und die kurzfristige Einrichtung einer Webkasse waren, so der Magistrat, nicht zukunftsorientiert, weshalb die Verwaltung eine Expertise zur Implementierung eines Gästemanagement-Systems habe erstellen lassen. Die nun angestrebte Lösung sei ein wertkartenbasiertes Bezahlsystem bei gleichzeitiger Anpassung der Preisstruktur, erklärte Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) im Sozialausschuss, wo das neue Preistableau seinen Weg durch die Gremien beginnen sollte.

Am Ende gab es nach einem erfrischenden »Durchlüften« ein Ergebnis, das in wesentlichen Punkten vom Magistratsvorschlag abwich. »Das Lüften hat sich gelohnt«, meinte Ausschusschefin Karin Birk-Lemper (FWG) - sichtlich froh, dass es gelungen war, einen Kompromiss zu finden, zu dem der Bürgermeister den, wie er sagte, »gordischen Knoten lösend«, entscheidend beigetragen hat.

Dreh- und Angelpunkt der Debatte war, dass der Magistrat die betrugsanfälligen Dauer- und Zehnerkarten abschaffen wollte, man auf diese im Ausschuss aber nicht verzichten wollte. Dauerkarten trügen entscheidend dazu bei, Badegäste, die auch schon mal gerne mit dem Wehrheimer Bassin liebäugeln, an die Schwimmanstalt zu binden. Wie vom Magistrat vorgeschlagen, möglichst auf an der Kasse bar zu erwerbende Eintrittskarten aus Papier, die es weiterhin geben soll, zu verzichten und dafür ein Wertkartensystem einzuführen, fand jedoch Konsens im Ausschuss.

Diskussionen um Höhe der Rabatte

Auch dass es dafür Anreize in Form satter Rabatte geben soll, stieß auf Zustimmung - in der Höhe war man sich allerdings uneins: Während der Magistrat 25 Prozent Nachlass favorisierte, hielt Andreas Moses (NBL), der auch dem Arbeitskreis Schwimmbad angehört, 10 Prozent dafür, dass man statt Barzahlung den Chip nutzt, für ausreichend.

Vereinbart wurde auf Vorschlag Paulis dann eine Art »Ei des Columbus«: Es wird weiterhin Dauerkarten geben, aber nicht mehr als Kärtchen mit Bild, sondern als Chip. Saisonkartenkunden soll weiterhin bei frühzeitigem Erwerb der gewohnte Frühbucherrabatt von 10 Prozent gewährt werden. Zehnerkarten im herkömmlichen Sinn soll es zwar nicht mehr geben. Nutzer des Zehnertickets, die stark auf dem Vormarsch seien (Pauli) sollen aber ihren Chip mit einem Mindestbetrag aufladen können, der, 25 Prozent unter dem Normaltarif, etwa zehn Einzeleintritten entspricht.

Früh- und Spätschwimmer sollen ausschließlich unter Nutzung des Chips Zutritt erhalten, damit die Kasse zu den Randzeiten nicht besetzt sein muss und, anders als bisher - morgens einem Euro, abends 2,25 Euro - gleichgestellt werden, wohl zum Abendtarif. Chipkartenbetrug mittels einfacher Weitergabe wird elektronisch ausgeschlossen.

Hauptvorteil des Chip-Systems ist, erklärte Pauli, dass nur die tatsächlich Besuche bezahlt werden und bei Saisonende oder nach längeren Schlechtwetterperioden nichts verfällt. Übrig gebliebene Guthaben können in der nächsten Saison »abgebadet« werden - im Gegensatz zu bisherigen Dauerkarte. Ein weiterer Vorteil des digitalen Bezahlsystems mit Wertkarte liege in der pauschalen Rabattierung des Eintrittspreises. Statt der weiterhin für Barzahler geplanten 4,50 Euro für den Einzeleintritt kostet der Gang durchs Drehkreuz für Erwachsene künftig nach Plan 3,38 Euro, für Kinder und Jugendliche statt 3 Euro 2,25 Eure, was nahezu einem einzelnen Eintrittspreis mit einer Zehnerkarte entspricht.

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