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Im Vorgarten des Büroparks Dornholzhausen herrscht nun die Farbe Grau vor. Das Gras wurde durch Schotter ersetzt.

Steinwüste missfällt der Stadt

Neuer Büropark-Eigentümer hat sein Gelände geschottert

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Seit April ist der Büropark Dornholzhausen nahe der PPR-Kreuzung in neuen Händen. Man habe das Außengelände aufgeräumt, sagt der Besitzer. Doch im Rathaus sucht man jetzt Mittel und Wege, um die Ecke wieder natürlicher aussehen zu lassen.

Es wird kein Gras über diese Sache wachsen. Zum einen, weil augenscheinlich keins mehr da ist auf dem Außengelände vor dem Büropark Dornholzhausen an der Saalburgstraße 155–157. Und zum anderen, weil sich jetzt die Bauaufsicht im Rathaus mit dem Privatgelände befasst.

Ältere Bäume, Büsche und Rasen gab es dort vorher. „Jetzt wurde das Areal gerodet und versiegelt“, beschwerte sich BLB-Fraktionschef Armin Johnert in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. In Zeiten, in denen darauf geachtet werde, dass im öffentlichen Raum nicht zu viel Fläche asphaltiert werde, sei das „ein völlig falsches Signal“. Eigentlich müsse der Eigentümer mehr Steuern zahlen, findet Johnert.

Am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung richtete er diesbezüglich eine offizielle Anfrage an den Magistrat. „Ist es zulässig, in Vorgärten Grünflächen durch Kies zu ersetzen?“, lautete sie. Johnert hoffte, dass man den Eigentümer über die Vorgartensatzung dazu bewegen könne, wieder für mehr Grün auf seinem Areal zu sorgen.

Diese Satzung enthalte keinen entsprechenden Passus, erklärte OB Alexander Hetjes (CDU). Johnert regte an, das Regelwerk entsprechend zu ändern, was laut Hetjes wenig ändern werde. Doch in der Sache ist er – was selten der Fall ist – einer Meinung mit der BLB. Eine Verschotterung komme einer Bodenversiegelung gleich. „Unsere Bauaufsicht ist schon tätig.“ Man suche einen Weg über die in der Baunutzungsverordnung festgelegten Grundflächenzahl – sie legt das Maß der baulichen Nutzung fest. Hetjes ließ durchblicken, dass sich weitere Dinge zwischen Eigentümer und langjährigen Mietern ereignet haben, die ihm missfallen.

Der Büropark entstand in den 1990ern auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Reifenerneuerungsfirma Peters Pneu Renova. Jahrelang gehörte er der Nordrhein-Westfälischen Ärzteversorgung. Im April erwarb der Immobilienentwickler Swift Holding GmbH (Frankfurt) das Verwaltungsgebäude. „In den vergangenen Jahren wurde gar nichts auf dem Grundstück gemacht“, wehrt sich Swift-Sprecher Tobias Steyer. „Wir haben es mal bereinigen lassen.“

Man habe eine große Gartenbaufirma damit beauftragt, die Bäume in Form zu bringen, habe Pflanzungen gesetzt und besagten Schotter legen lassen. „Das haben wir gemacht, um Wasser besser im Boden zu halten“, so Steyer. Das Gras sei nach dem trockenen Sommer unansehnlich gewesen; außerdem seien da Pflanzen gewachsen, die „nicht in der deutschen Kulturregion heimisch“ seien. Und nicht selten sei die Wiese als „Hundeklo“ genutzt worden. „Wir wollen eine Bepflanzung, die immer grün ist – auch ohne Bewässerung.“ Und der eine fehlende Baum auf dem Parkplatz werde noch nachgepflanzt.

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