Anschaffung

Neues Auto für die Bergwacht

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Rund 18 Millionen Besucher strömen alljährlich in den Naturpark Taunus – viele von ihnen tummeln sich rund um den Großen Feldberg. Mit einem neuen Rettungsfahrzeug ist die Bergwachtbereitschaft nun besser für Notfälle gerüstet.

Wenn künftig auf der Kanonenstraße ein Rettungsfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn im Rückspiegel oder im Gegenverkehr auftaucht, werden sich die Autofahrer erst einmal die Augen reiben. Denn der Mercedes Vito, dem man wegen seines Einsatzsignals passieren lässt, ist nicht gerade ein typisches Fahrzeug von Feuerwehr, Rotem Kreuz (DRK) oder anderen Rettungsdiensten. Statt des erwarteten cremefarbenen Weiß mit roter Signalfarbe trägt der schnittige Kleinbus eine blaue Banderole. Aufklärung, um was für ein Auto es sich handelt, gibt aber die Aufschrift: „Bergwacht“ steht da zu lesen.

Die Bergwacht-Bereitschaft auf dem Großen Feldberg hat in der DRK-Rettungswache am Bad Homburger Krankenhaus einen neuen Krankentransportwagen (KTW) stationiert. Geht künftig ein Notruf in der zentralen Leitstelle aus der Feldbergregion ein, rückt auch der KTW der Bergwacht aus.

„Bei Einsätzen im Taunus brauchen wir immer wieder die Kompetenz der Bergwacht. Zehn Jahre war das alte Fahrzeug im Dienst. Nun wurde es Zeit für ein neues Allradfahrzeug“, sagte der Kreisvorsitzende des DRK, Jürgen Banzer, bei der Präsentation des Mercedes Vito.

Die 80 000 Euro für die Anschaffung hat das DRK übernommen. In diesem Jahr soll zudem ein neues ATV (All-Terrain-Vehikel, auch Quad genannt) in Dienst gestellt werden.

„Das Fahrzeug hat neben der medizinischen Grundausstattung eines klassischen Krankenwagens noch weitere Details für unseren besonderen Bedarf an Bord“, erklärt der Bergwacht-Bereitschaftsleiter Hartmut Lischke. Neben seinem Bruder, dem medizinischen Leiter der Hochtaunus-Kliniken, Prof. Dr. Volker Lischke, haben die Bergwacht-Mitglieder Jens Werner und Norbert Ries an Konzept und Ausstattung des neuen KTW mitgewirkt.

Auf den ersten Blick fällt dabei der im Winter benötigte Rettungsschlitten auf dem Dach des Fahrzeugs auf. Ab dem Frühling wird dieser durch eine Gebirgstrage ersetzt. „Wir sind für den Notfall auch mit einem Luftrettungs-Bergesack, Funkhelmen, Klettergurten, Bergseilen und anderer Kletterausstattung gerüstet“, erklärt Jens Werner.

Tatsächlich kooperiert die Bergwacht bei Notfällen mit der Hubschrauberstaffel der Bundespolizei und der Fliegerstaffel der Landespolizei in Egelsbach. Sieben Mitglieder der heimischen Bergwacht sind als Luftretter ausgebildet. Bei Einsätzen rücken die Bergretter mit dem KTW oder dem ATV so weit es geht in den Wald zur Unfallstelle vor. Mit Einsatzrucksack und der Trage suchen sie dann die Verunglückten im Gelände auf. Falls nötig können diese dann mit den angeforderten Rettungshubschraubern geborgen werden.

„Der Taunus ist ein Besuchermagnet. Deshalb sind wir für Einsatzlagen und Notfälle gerüstet, die es in anderen Ballungsräumen nicht gibt“, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU) als Vorsitzender des Naturpark Taunus.

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